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Alt 11.09.2013, 13:50   #11
Der Phoenizier
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Ist es nicht sogar so, dass sie die in der Welt gesprochenen Sprachen auf 3 Sprachstämme zurückführen lassen?
Meines Wissens gibt es mehr als 3 Sprachstämme. Allerdings gibt es grammatikalisch 3 Prinzipien die in mehreren Sprachstämmen vorkommen.

In analytischen Sprachen entscheidet die Reihenfolge der Worte über die Logik. Beispiele sind Englisch oder Chinesisch.

In agglutinierenden Sprachen entscheidet die Reihenfolge der Silben über die Logik. Beispiele sind Türkisch, Baskisch und einige Indianersprachen.

In flektierenden Sprachen entscheidet die Reihenfolge der Laute über die Logik. Beispiele sind Deutsch, Russisch oder Arabisch.

Mir erscheint eine Theorie recht plausibel, wonach sich die Prinzipien im historischen Wechsel ablösen. Das geschieht ganz einfach durch Zusammenziehen beim schnellen Sprechen. Zuerst war die Sprache analytisch. Durch Zusammenziehen wurden Worte zu Silben und später Siben zu Lauten. Danach bekommen flektierte Worte eine eigenständige Bedeutung und werden zu Vokabeln. Dann ist die Sprache wieder analytisch. Die Übergänge sind fließend und somit finden wir diese Prinzipien nicht in Reinform. Die deutsche Sprache befindet sich jetzt im Übergang von flektierend zu analytisch. Die rein flektierende Sprache würde bedeuten, dass man Sätze umdrehen kann, ohne den Sinn zu verändern. Auf Deutsch machen wir das nur noch ganz selten.
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Cuiusvis hominis est errare, nullius nisi insipientis in errore perseverare. (Cicero)
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