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Alt 16.08.2018, 21:35   #14
basti_79
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Was soll ich da belegen? Nimm einfach mal ein Buch über die Geschichte der Naturwissenschaften aus dem Regal.
Meines Wissens waren Lehrveranstaltungen insbesondere in der Medizin von Anschauung und Erfahrung geprägt. Es gibt da z.B. das berühmte Gemälde "die Anatomie des Dr. Tulp" von Rembrand. Das zeigt eine (sicherlich überhöht dargestellte) Sektionsszene, und wurde um 1650 gemalt. Vor der Erfindung der Kühlmaschinen um 1900 war der Bedarf der medizinischen Institute an frischen menschlichen Leichen hoch, so dass es üblich war, die sterblichen Überreste seiner Angehörigen bei Gelegenheit an ein medizinisches Institut zu verkaufen. Das spricht nicht gerade für Deine Theorie einer reinen Vorlesung.

Die Einrichtung von "Naturwissenschaften" im engeren Sinne (klar unterscheidbare, abstrakte Fächer wie Chemie, Physik) ist darüber hinaus überraschend neu. In Clausthal z.B. wurde Chemie bis ins 20. Jahrhundert hinein überwiegend als "anorganische Chemie" verstanden - ganz im Sinne des Bergbaus eben. Und ich würde mich ehrlich wundern, wenn die Lehrveranstaltungen früher auch nur vorwiegend theoretisch waren - anstatt ins Bergwerk einzufahren und vor Ort Gesteinsproben zu untersuchen. Solange das eben nicht unmöglich wurde, weil die Studentenzahlen zu hoch wurden.

Zitat:
Definitionsgemäss [ist ein Experiment] eine "Frage an die Natur", wie ich etwas später angemerkt habe.
Naja, "Experimente" im Schulunterricht funktionieren aber nicht so. Die funktionieren eher über Befehl und Gehorsam. Oder wie rhetorische Fragen. Gerade in der Chemie ist dann ja schnell mal der Pyromanie- oder Terrorismusverdacht auf dem Tisch... Und das auch bloß, weil man mit dem Wissen, das der Lehrplan umfasst, keine Drogen synthetisieren kann. Ansonsten wäre das bestimmt der Dauerbrenner.

Du hast außerdem meine Frage nicht beantwortet, warum man "Schule" nicht als Menschenversuch verstehen möchte.

Zitat:
Das ist das Problem, mit dem sich jeder Unterrichtende der Naturwissenschaften täglich herumplagen muss: Kein Geld, keine Zeit.
Also muss man Kompromisse machen oder Simulationen verwenden.
Aber für Lehrergehälter und Zersetzungskampagnen ist immer Geld und Zeit da, nicht wahr? Und auch für 20 andere "Fächer"... Du armes Opfer aber auch!

Wenn Dir der Job nicht gefällt, warum machst Du ihn denn?

Zitat:
Davon träumst Du immer noch, dass Du mich widerlegen könntest ohne einen Schimmer von Naturwissenschaft im Unterricht zu haben.
Es spricht Bände über Dich und Deinen Charakter, dass Du denkst, dass es Deiner Erlaubnis bedarf, um Dich zu widerlegen.

Liest Du eigentlich den Rest meiner Beiträge nicht, oder versuchst Du mit Absicht, das Thema "Religion", aufgrund der strukturellen Identität mit Verschwörungstheorien, zu vermeiden?

Oder geht es dabei eher darum, dass die Schule die neue Kirche ist ("Außerhalb der Kirche kein Heil")?
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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