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Alt 16.08.2018, 19:00   #12
basti_79
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Ich der Chemie, wie auch in den anderen Naturwissenschaften, gibt es unterschiedlich didaktische Konzepte die Grundlagen zu vermitteln.
Worin unterscheiden die sich denn? Führ' doch das mal aus. Mein Argument ist ja, dass sie gewisse "Dreh- und Angelpunkte" gemein haben, und dass gerade diese Dreh- und Angelpunkte verhindern, dass Deine Ziele verwirklicht werden ("kritisches Denken vermitteln" o.Ä.).

Warum schwenkst Du hier übrigens auf eine "Hardcore-Naturwissenschaft", statt z.B. über soziologische oder historische Didaktik zu schreiben? Lass mich mal raten: da kann man kaum eine Entwicklung feststellen...

Zitat:
Im Mittelalter hat der Professor einfach vorgelesen.
Kannst Du diese Behauptung belegen, was Naturwissenschaften angeht? Und selbst wenn: was wäre das für ein Argument? Früher hat man auch mal Hexen verbrennt...

Zitat:
Heute macht man Experimente.
Was ist denn ein Experiment überhaupt?

Warum gilt z.B. diese Form von Zwangsbeschulung nicht als auf Dauer angelegter Menschenversuch? Meiner Meinung nach kann man da nicht einmal andere Zwecke noch erkennen. "Schauen wir mal, bei welcher Belastung sie einknicken". "Die Wirtschaft braucht ja kompetente Arbeiter". "Chirurg wird Ihr Sohn garantiert nicht werden". Weil Menschenversuche, vor allem dieser Art, als unethisch gelten müssten?

Zitat:
Auch das Schauexperiment, bei dem der Lehrer etwas vorführt, gilt als überholt. Schüler arbeiten selbst am Problem. Stellen "Fragen an die Natur" und werten die Ergebnisse aus.
Warum die Anführungszeichen? Warum erkennst Du nicht, dass es z.B. "Chemie-AGs" gab und gibt, in denen den Schülern genau solche Freiheiten gelassen wurden, und dass das auch didaktisch sinnvoll ist?

Und vor allem: was sind die entsprechenden Entwicklungen in den Geisterwissenschaften, die sich ja nach wie vor das Prädikat "normativer Wissenschaft" anmaßen?

Zitat:
Das ist allerdings zeitraubend und man braucht meist teure "Lehrmittel"
Und? Was ist das für ein Argument? Wen kümmert das?

Zitat:
Nicht weil die Lehrer so böse Unterdrücker sind, sondern weil der Lehrplan erfülllt werden muss und kein Geld da ist, bleibt es hinter dem zurück, was didaktisch optimal wäre (Das dürfen allenfalls die ReferedarInnen in ihren Probestunden vorführen).
Warum denn das?

Zitat:
In Religion reichen tatsächlich ein paar Kopien und vielleicht Animationen.


...ja, die Voraussetzungen (siehe ganz oben, vergleiche "Sekundärtugenden") vorausgesetzt. Ich stimme Dir ja zu, dass gerade religiöse Texte die Besten wären, um anhand ihrer Vorlage diskutieren zu lernen, aber gerade die Formulierung, es ginge darum, Auslegungsmethoden zu lernen, ließ mich stutzen. Wenn man dann nämlich stecken bleibt auf der Ebene des Wortlauts (wie ja Christen das oft tun wollen, vor allem, wenn es darum geht, Grausamkeiten mit der Bibel zu begründen), hat man überhaupt nichts gelernt. Außerdem kann man ja die Bibel (im Gegensatz z.B. zur Wikipedia) gerade nicht verändern. Das taugt vielleicht dann, wenn man viele Leute "auf einen Stand bringen" will - aber das ist eben, weil die Bibel als ethische Richtschnur geradezu untauglich genannt werden muss, genau der falsche Zug. Außerdem hast Du ja selber auf das Thema Naturwissenschaft umgeschwenkt, wo ganz andere Gesetze gelten als in den Geisteswissenschaften. Anscheinend übrigens, ohne andere Argumente zu führen, was es leicht macht, Dich zu widerlegen.

Im oben verlinkten Sayers-Text wird übrigens der oft bemühte Vorfall, dass da mal jemand darüber diskutiert hätte, wieviele Engel auf eine Nadelspitze passen, als dialektische Übung gedeutet.
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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