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Alt 22.05.2018, 08:23   #16
Sakslane
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Zu Zeiten von Planck und Einstein war es eben so, dass es Beobachtungen gab (Schwarzkörperstrahlung, Photoeffekt, Atomspektren, Michelson-Morley Experiment...) sowie theoretische Probleme (Widerspruch zwischen Maxwell-Gleichungen und Galilei-Transformation...), die man sich im Rahmen der bisherigen Theorien nicht erklären konnte. Die Theorien, die schließlich den Durchbruch brachten, basierten durchaus auf Annahmen, die man aus Sicht der damaligen Physik und des damaligen Weltbildes für absurd halten mag - "Energie wird nur in diskreten Portionen (Quanten) übertragen" und "Raum und Zeit hängen vom Beobachter ab" sind eben Aussagen, die jemand, der nur klassische Physik kennt, zunächst verdauen muss.

Tatsächlich stehen wir heute ja vor einem ähnlichen Problem. Manche Beobachtungen (Homogenität der kosmischen Hintergrundstrahlung, dunkle Materie, dunkle Energie, Hierarchie der Teilchenmassen, Ursprung der Materie) sowie theoretische Probleme (Widerspruch zwischen Quantentheorie und allgemeiner Relativitätstheorie) werden eben nicht durch die bisher etablierten Theorien erklärt. Auch hier gibt as Ansätze, die zunächst absurd klingen ("Raumzeit ist nicht 4-dimensional, sondern 10-dimensional", "Raum und Zeit sind nicht kontinuierlich, sondern diskret", "Raumzeit existiert nicht absolut, sondern entsteht als effektiver Zustand"), hinter denen aber viel Mathematik steckt, mit dem Ziel, die Beobachtungen zu erklären und die Theorien konsistent zu ergänzen.

Im Gegensatz dazu gibt es aber auch "Ideen", die einfach nur absurd sind, weil sie existierenden Beobachtungen widersprechen, statt etwas neues und bisher unverstandenes erklären. Das haben wir ja hier im Thread gesehen.
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