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Alt 28.10.2017, 11:14   #6
basti_79
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Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von basti_79
Um sachlich zu bleiben: Ich habe schon den Eindruck, dass psychiatrische Symptome wie z.B. offensichtliche Mager- oder Fettsucht, SVV, Angststörungen etc. deutlich häufiger sind als damals, als ich zur Schule gegangen bin - und das ist gerade einmal 20 Jahre her.
Und Du meinst, daran seien nur die Schulen schuld?
Sicher nicht nur. Die sonstige umgebende Gesellschaft wird sicherlich ihren Beitrag dazu leisten. Der Trick ist, dass man den Schülern keine Wahl lässt.

Zitat:
Dabei sind die Schulen heute die reinsten Schmusegruppen im Vergleich zur Schule, wie ich sie kenne. Damals Schüler, heute Lehrer.
...damals Schüler, heute Lehrer was?

Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
Aus Sicht von basti ist die Schule an allem schuld, egal, was es auch sei.
In diesem Zusammenhang geht es um die Frage der Ethik von KI's. Bei mir ist Ethik eine rationale Deutung meiner Säugetier- bzw. Primateninstinkte. Von diesen hätten KI's keine. Das heißt nicht, dass sie nicht rational Ethik lernen könnten - die Figur des Mr. Spock aus Star Trek z.B. steckt in einer ganz ähnlichen Situation. Wenn man die Motivation der Betroffenen, Ethik zu lernen, in Frage stellt, kommt man ganz schnell auf den Gedankengang, dass KI's in eine Art "Schule" müssten, in der sie sich an unsere Gepflogenheiten gewöhnen könnten.

Dasselbe Motiv findet man übrigens bei den - oft lautstark - vorgetragenen Forderungen nach "Integration" von Fremden. Auch da wären dann die Fremden diejenigen, die in Vorleistung treten müssen - "nicht etwa" wir als Gastgeber.

Für den Fall, dass jetzt noch jemand unterstellen möchte, ich würde mir das ausdenken, hier eine Quelle:

Zitat:
Daß Erziehung, Unterricht und Pädagogik womöglich nie etwas anderes gewesen sind und nie etwas anderes sein werden als Versuche, Heranwachsende in vermeintlich richtige Moralen und Wissensbestände einzuführen, bedeutet unter nichtfundamentalistischen und nichtaffirmativen Perspektiven nämlich etwas grundsätzlich anderes als unter affirmativ-fundamentalistischen Vorzeichen.
http://www.pedocs.de/volltexte/2012/...dung_Ethik.pdf

Was perfidulo "Soziologensprech" nennt, kann man so aufschlüsseln:

"vermeintlich richtige Moralen und Wissensbestände"
  • "vermeintlich" = Antwort auf Popper: es könnte ja sein, dass die "Moralen" und "Wissensbestände" falsch wären
  • "Moralen" = Plural von "Moral", in dem Sinne, dass ja jeder eine eigene haben könnte. Da stellt sich dann die Frage, an wessen Moral man herangeführt werden soll.

Zitat:
Wenn es wegen der zwar ungleichen, gleichwohl wechselseitigen Abhängigkeiten, die zwischen der Erziehungstatsache und allen anderen Tatsachen der Conditio humana bestehen, weder ein absolut richtiges Wissen noch eine absolut richtige Moral und folglich auch keine perfekte Ethik und ebensowenig eine fertige Wissenschaft vom Menschen und der ihn umgebenden Welt gibt und geben kann, dann widerlegt die von mir zu Beginn als schwierig apostrophierte und ausgeklammerte Problematik keineswegs, wie es zunächst schien, die Möglichkeit theoretischer und praktischer Pädagogik.
An der Stelle frage ich mich ernsthaft, warum in Frage gestellt wird, dass es eine perfekte Ethik geben kann. Doch nicht etwa, weil das Grundgesetz (bzw. die AEMR) diesen Anspruch erhebt, und weil die praktische Pädagogik (die Schulpraxis) diese Normen in jedem Augenblick widerlegt?

https://hpd.de/node/5758

Zitat:
In einem berühmt gewordenen Urteil stellte das Bundesverfassungsgericht fest, dass das Grundgesetz keine wertneutrale Ordnung sein wolle. Es habe im Grundrechtsteil eine objektive Werteordnung aufgerichtet, die als verfassungsrechtliche Grundentscheidung auf alle Bereiche des Rechts ausstrahle (BVerfGE 7, 198 (205)).
(aus: Joachim Detjen, Die Werteordnung des Grundgesetzes)

http://www.springer.com/de/book/9783531167336

Angesichts der Tatsache, dass kürzlich eine KI zur Staatsbürgerin Saudi-Arabiens ernannt wurde (hauptsächlich ein PR-Gag, aber!), kann man sich schon die Frage stellen, wie man KI's "integrieren" wolle.

Zitat:
Aus meiner Sicht: die hat überhaupt nichts damit zu tun.
Oben siehst Du Dich widerlegt. Aber Du hast Recht, das stellt eine Abschweifung dar. Meine ursprünglichen Fragen kannst Du so lesen:

Unter welchen Umständen würdest Du politische Argumente von KI's akzeptieren?

An welchen Maßstäben soll und muss man das Handeln von KI's messen? An Menschlichen (an denen welches oder welcher Menschen?), oder gibt es noch eine übergeordnete Ethik? Wenn ja, welche wäre das?
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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