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Alt 23.02.2012, 18:35   #19
Acolina
Hausdrachen
 
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Das alles sei dir auch unbenommen. Und ich kenne dieses Gefühl oder vielleicht besser, den Wunsch, dass da mehr ist, durchaus auch. Auch so etwas wie mystische oder spirituelle Anwandlungen beim Anblick des Sternenhimmels oder eines Gewitters. Vermutlich menschlich. Eventuell nicht nur menschlich. (Ich fiinde das Foto so genial )

Aber wenn ich mich nach "mehr" sehne, kommt da auch so eine Stimme, die sagt, was denn noch? Ist dieses Universum, die Evolution, etwas Protein, Fett, Strom und Chemie, die diese Gedanken und Buchstaben hier gerade vorbringen, denn immer noch nicht genug? Reicht es dir nicht, um es mal mit Sagans Worten zu sagen, dass du aus Sternenstaub bist?

Als Kinder haben wir uns gern einen unsichtbaren Freund kreiert. Klar wussten wir irgendwie schon, dass er nicht real war. Trotzdem konnte er durchaus trösten, Angst mindern, Mut machen... Praktische Sache. Wir haben schon einige psychologische Tricks drauf

Beten, Talismane, Rosenkränze, ich kann den Wunsch dahinter (bis hin zu handfester Verzweiflung) durchaus sehr gut nachvollziehen. Ich habe schließlich auch schon so manche dunkle Stunde hinter mir Den Wunsch, irgendwie auf das, was passiert, Einfluss zu nehmen, auch, wenn es völlig außerhalb der eigenen Möglichkeiten liegt.

Aber meine Lebenserfahrung besagt eben auch: Es gibt nix Gutes, außer man tut es.

Zitat:
Zitat von Chendal Beitrag anzeigen
Aber ich geh dann etwas anders damit um...wo ich mir früher weniger Gedanken gemacht habe, habe ich nun eher ein schlechtes Gewissen, wie wenn ich meine Sünden besser verstehn würde...oder besser sehn kann als früher. Und insgesamt versuche ich Gelassener zu sein als vorher was auch recht gut klappt. Aber halt net immer
Mir hat geholfen zu erkennen, dass andere eben auch "nur" Menschen sind. Dass jeder nur tut, was er glaubt, tun zu müssen. Und was er glaubt, tun zu müssen, hängt wiederum davon ab, was er bisher erlebt hat, was ihm bisher widerfahren ist. Und es damit auch an mir liegt, ihm Erfahrungen zu vermitteln, die ihn was anderes tun lassen. Möglichst gute...

In meiner kleinen Welt gibt es weder das Böse noch das Gute. Es gibt nur Menschen, die tun, was sie glauben, tun zu müssen. Aus Gründen. Vielen Gründen. Ich versuche mich an den Leitsatz zu halten: Urteile nie über einen Menschen, in dessen Schuhen du nicht über tausend Schritte gegangen bist! Und die goldene Regel. Nicht, dass mir das immer gelingt. Ganz und gar nicht Aber das ist für mich keine Sünde. Eher Ansporn Es ist einfach menschlich. Ich tue Dinge nicht, um einem Gott zu gefallen oder mir einen Platz neben ihm zu erkaufen. Ich tue sie, möchte sie tun, weil ich erkennt habe, dass es der Weg ist, es für möglichst viele auf dieser Welt angenehm zu machen.

Eins kann ich aus eigener Erfahrung damit sagen: Verzeihen wird viel leichter. Und wer nicht verzeihen kann, ob nun sich oder anderen, der wird nie frei sein. Und frei sein ist mein schönster und größter Traum. Der immer mal wieder wahr wird

Also wenn dir Beten und Rosenkranz gut tun, ist das eine tolle Sache. Und das Letzte, gegen das ich was hätte

Ich habe nur etwas dagegen, wenn Leute mir erzählen wollen, sie wüssten, was Gott (welcher auch immer) wolle. Und deshalb hätten sie das Recht, das mit allen Mitteln durchzusetzen.
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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