Thema: Freimaurer?
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Alt 25.04.2008, 20:08   #25
Schechina
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Die Freimaurer:
Wolfgang Amadeus Mozart war einer, Winston Churchill und Theodore Roosevelt ebenfalls, Johann Wolfgang von Goethe genauso wie Marion Michael Morrison alias John Wayne. Seit über 300 Jahren existiert ein Geheimbund und beflügelt unsere Fantasie: die Freimaurer. Den Bund gibt es in fast jeder größeren Stadt. Offizielle Zahlen sind schwer zu bekommen, doch sollen rund fünf bis sechs Millionen Menschen diesem größten Geheimbund der Welt angehören. Die wenigsten von uns wissen, was Freimaurer in ihren Logen machen, was ihre Ziele sind. Immer wieder in der Geschichte wurden sie mit Verschwörungen und finsteren Machenschaften in Verbindung gebracht. Das liegt nicht zuletzt auch an ihrer Geheimniskrämerei und Verschwiegenheit, die für Freimaurer eine große Rolle spielt. Dabei verfolgt der Geheimbund, der sich selbst eher als "diskrete Gesellschaft" bezeichnet, ganz positive Absichten.



Alle zentralen Symbole der Freimaurer sind aus ihrer Steinmetz-Tradition entstanden und sollen die geistige Arbeit veranschaulichen. Sogar eine Art Schürze wird bei den Treffen im so genannten Tempel getragen. Dieser Raum ist nach dem Vorbild des sagenumwobenen Tempels von König Salomon gestaltet. Möglicherweise ist das der Grund für manche Verschwörungstheoretiker, eine Verbindung zwischen den Freimaurern und den legendären Templern zu ziehen, die einst auf den Ruinen des wirklichen Tempels in Jerusalem Quartier bezogen. Der „Tempel“ der Freimaurer wird jedoch lediglich als Sinnbild für die Vollendung aller Ziele gesehen.

Der Tempel einer Loge besitzt einen genau festgelegten Aufbau (siehe Bild). Als Ausgangspunkt für die geistige Arbeit dient die so genannte Arbeitstafel, die oft als Teppich vorliegt. Auf ihr sind mehrere Symbole angeordnet. Ursprünglich wurden sie mit Kreide auf den Boden der Loge gezeichnet, um alles schnell verwischen zu können, falls ein Uneingeweihter eintreten sollte, denn die ersten Logen tagten zum Teil in Nebenzimmern von Wirtshäusern.

Die rituellen Arbeiten der Freimaurerloge finden in einem besonders eingerichteten Raum statt, der nach dem Grundriss des Tempels von König Salomon aufgebaut ist und auch als ‘Tempel’ bezeichnet wird. Die Freimaurer adaptierten den in der Bibel erwähnten salomonischen Tempel als Symbolgebäude und sehen darin sinnbildlich die Vollendung aller Ziele.

Wie man Freimaurer wird

Um ein Freimaurer zu werden, muss der Eintrittswillige ein seit Jahrhunderten festgelegtes Ritual durchlaufen. Er lernt die Räume (Kammer, Tempel) und die Werkzeuge (Symbole, Geheimzeichen) der Loge kennen. Das soll den Neuling von den weltlichen Belangen lösen und ihn voll und ganz an die Ziele der Freimaurer binden: Humanität und die geistige Weiterentwicklung des Selbst. Die feierliche Stimmung und der Eid, den jeder Aufzunehmende ablegen muss, sorgen für eine starke Bindung an den Bund. Der zentrale Aspekt des Rituals liegt in dem Satz: "Erkenne dich selbst". Dies wird das eigentliche Ziel der Arbeit in der Loge sein. Früher wurde der Schwur auf das eigene Leben geleistet, was zu wilden Gerüchten und Verschwörungstheorien führte. Heute kann der Schwur in einigen Logen sogar auf den Koran, die Thora oder andere Werke statt der Bibel geleistet werden. Ein Zeichen für die Öffnung der Freimaurer.

Im Zeitalter der Aufklärung breitete sich die Freimaurerei schnell aus - nicht nur in Europa. Besonders in den nordamerikanischen Kolonien fanden sich Menschen, die den alten monarchischen Systemen in Europa entfliehen wollten und das Gedankengut der Freimaurer teilten. Dichter und Philosophen, aber auch Kaufleute, Ärzte und sogar einige aufgeklärte Herrscher, wie etwa Friedrich der Große, wurden Mitglied. Auch viele Politiker waren in der Folge Freimaurer, zum Beispiel der italienische Freiheitskämpfer Garibaldi, oder viele amerikanische Präsidenten. Immer wieder wird der Einfluß der Freimaurer auf die Entstehung der USA als Verschwörung kritisiert. Fakt ist: Die Satzung der Freimaurer verbietet Gespräche über Politik in der Loge. Und laut der Verfassung von 1723 ist jedem Freimaurer die Beteiligung an Umstürzen verboten.

P2-Skandal und die Freimaurer

1981 wurde eine Freimaurer-Loge in der Tat zum Zentrum krimineller, konspirativer Pläne zum Umsturz eines europäischen Staates. Bei einer Hausdurchsuchung im italienischen Arezzo beim Matratzen-Fabrikanten und Freimaurer Licio Gelli fand man Dokumente mit hochbrisantem Inhalt: Gelli, dem Kontakte zur CIA nachgesagt wurden, hatte 1966 eine eigene Loge aufgebaut. Zehn Jahre später entzog die italienische Großloge ihr die Anerkennung wieder, da Gellis Bund die Freimaurer offenbar nur als Tarnung für ihre eigenen Zwecke nutzte.

Die Hausdurchsuchung im Zuge eines Bankenskandals erschütterte ganz Italien: Der Bund nannte sich Propaganda Due (P2), und die gefundene Mitgliederliste umfasste 900 hochrangige Personen aus Politik, Wirtschaft und Militär. Der Geheimbund hatte gute Kontakte ins rechtsextreme Milieu und sich zum Ziel gesetzt, im Falle eines Wahlsiegs der Kommunisten mit einem Militärputsch die Macht zu übernehmen. Ein Bombenanschlag mit 85 Toten im Bahnhof von Bologna (August 1980) zeigte, wie ernst es den Verschwörern war.
Als Mitglied mit der Nummer 1816 wurde übrigens ein gewisser Silvio Berlusconi geführt. Doch auch ein anderer Geheimbund wurde im Zuge des Skandals um P2 wiederholt genannt: Opus Dei.

Heutzutage sind die Freimaurer kein Geheimbund im eigentlichen Sinne mehr, manche Logen betreiben sogar Öffentlichkeitsarbeit. Die normale Logenarbeit besteht hauptsächlich aus intensiven Diskussionen. Darüber hinaus engagieren sich Freimaurerlogen sehr im sozialen Bereich. In den USA stiften sie oft Krankenhäuser und andere Einrichtungen.
Grade im Freimaurer-Bund
Auf dem Weg der eigenen Vervollkommnung
durchlaufen alle Mitglieder die gleiche Kette an Graden vom „rohen, unbehauenen Stein“ Lehrling über Gesellen bis zur geschliffenen Persönlichkeit, dem Meister.

Mit der Zeit haben sich viele verschiedene Riten herausgebildet, welche über die normalen Grade vielfältige weitere Stufen setzen. Einige davon kennen bis zu 33 verschiedene Grade (Schottischer Ritus) mit Titeln wie „Großer Auserwählter“, „Ritter des Degens“ oder „Prinz von Jerusalem“. Diese Grade bezeichnen keine Hierarchie mit Weisungsbefugnis. Sie dienen allein dem individuellen Aufstieg.

Heutzutage sind Freimaurer-Logen eingetragene Vereine mit einem Vorsitzenden (Meister vom Stuhl), Stellvertretern (Erster und Zweiter Aufseher), Schatzmeister und Schriftführer (Sekretär).

Quelle:
Welt der Wunder

Geändert von Schechina (25.04.2008 um 20:13 Uhr).
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