Thema: Poltergeist
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Alt 05.09.2016, 14:37   #3
arusha2005
Grünschnabel
 
Registriert seit: 25.08.2016
Beiträge: 2
Standard Poltergeist

Danke für die Antwort.
Ja, die Miete hat sich unser "Hausgeist" tatsächlich mehr als verdient, wie sich ein paar Jahre später herausstellte.
Ich zog in ein anderes Haus in der nächstgelegenen Stadt um. Diesmal handelte es sich um einen ca. 100jährigen schönen Altbau, in dem die Treppen und Böden noch aus Holz bestanden, teilweise waren sogar Wände oder Decken mit weißem Holz verkleidet.
Meine beiden Kinder waren mittlerweile Teenager und ihre Zimmer befanden sich im Dachgeschoss.

Zunächst blieb alles ruhig und ich war überzeugt, dass das Phänomen im früheren Haus zurückgeblieben war.

Doch bald darauf ging es wieder los und diesmal schienen sich die Ereignisse
auf meine Tochter zu konzentrieren:
Sie hörte Dinge in ihrem Zimmer herunterfallen oder umfallen, die sich tatsächlich jedoch gar nicht bewegt hatten. Die Zimmertür öffnete sich von allein und einmal hörten auch Besucher Schritte, die die Treppe ins Dachgeschoss hinauf gingen, obwohl niemand zu sehen war.

Ich muss dazu sagen, dass ich meinen Kindern nicht viel von den früheren Ereignissen erzählt hatte, da sie noch klein waren und ich ihnen keinen Schrecken einjagen wollte.
Jedenfalls wurde es so penetrant, dass meine Tochter große Angst bekam und ihr Zimmer in einen Raum im Erdgeschoss verlegte. Mein Sohn blieb völlig unbeeindruckt von all dem und wohnte weiterhin im Dachgeschoss. Er hielt das alles für Quatsch.
Kurz darauf erzählte meine Tochter mir von einem schrecklichen Traum: Etwas oder jemand führte sie aus dem Haus hinaus und von draußen sah sie, dass das komplette Haus abgebrannt war. Alles war schwarz verkohlt und überall lagen rauchende Trümmerteile.
Es habe alles so realistisch gewirkt, schilderte sie und ich dachte nur, Traum hin oder her: Ich muss schnellstmöglich Rauchmelder anbringen.
Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich diesen Plan doch nicht sofort ausführte. Es gab soviel Arbeit in dem alten Haus und dauernd kam dies oder jenes dazwischen.

Eines Nachts kurz darauf kam mein Sohn herunter in mein Schlafzimmer und weckte mich. Normalerweise schlief er wie ein Stein und nachts bekamen ihn keine zehn Pferde aus dem Bett. Er erzählte schlaftrunken, er hätte einen lauten Rauchmelder gehört, der ihn aufgeweckt habe. Ich entgegnete, dass das nicht sein könne, denn wir hätten ja noch keinen im Haus. Aber er beharrte darauf und begann, in sämtlichen Räumen nachzusehen.
Er entdeckte ein glühendheißes Glätteisen, das meine Tochter für ihre Haare benutzte. Es hatte direkt neben dem schlafenden Mädchen auf der Kommode gelegen, nur Zentimeter entfernt von Papieren und Stofftüchern. Offenbar war es versehntlich nicht ausgeschaltet worden.

Wir waren alle zu Tode erschrocken, aber auch dankbar, dass jemand offenbar so gut auf uns aufgepasst hatte.
Tags darauf brachten wir in allen Zimmern Rauchmelder an.

Und das passierte zum Schluss:
Irgendwann fragte ich meinen Sohn, wie sich der Rauchmelder in der fraglichen Nacht eigentlich angehört habe. Er antwortete: 3 schrille Töne, Pause, 3 schrille Töne, Pause ...
Mich erinnerte dies eher an eine Autoalarmanlage.
Denn alle Rauchmelder, die ich bis dato je gehört hatte, gaben einen einzigen anhaltenden Ton von sich, der nicht von allein abbrach.

Monate später suchte ich etwas in dem Schrank, der im alten Zimmer meiner Tochter im Dachgeschoss verblieben war.

Dort lag zwischen allen möglichen Dingen ein alter Rauchmelder, jedoch war das Batteriefach leer. Meine Tochter meinte, er hätte beim Einzug irgendwo im Zimmer herumgelegen und war wohl von den Vormietern vergessen worden. Sie hatte ihn in den Schrank gelegt und dann nicht mehr daran gedacht.

Jetzt wollte ich nur noch eins wissen:
Ich legte Batterien in den Rauchmelder ein und schaltete ihn an:

3 schrille Töne, Pause, 3 schrille Töne, Pause ... .

Danach hörten die Phänomene auf.
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