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Alt 15.02.2016, 14:06   #1
basti_79
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Standard Tut, was ich sage, nicht, was ich tue

Georg Diez vergreift im Ton und behauptet, andere hätten seine Probleme längst lösen sollen. Außerdem erzeugt er heiße Luft.

Zitat:
Die Kämpfe des frühen 21. Jahrhunderts sind eher Kämpfe verschiedener Zeitebenen als Kämpfe verschiedener Ideologien.
Was ist denn da mit "Zeitebene" anderes gemeint als eine Ideologie bzw. ein "fundierender Mythos" im Sinne Assmanns?

Zitat:
Die Fähigkeit, die Gegenwart grundsätzlich anders zu denken, ist dabei vielen verlorengegangen und muss erst mühsam wieder trainiert werden, so scheint es - aber sonst versinkt diese Zeit, versinkt dieser Kontinent in einem Sumpf aus Putin und Pegida.
Unnötig grelle Polarisierung. Es wird deutlich, dass Diez selber diese Fähigkeit nicht hat. Herrschaft oder Herrschaftsansprüche begründen für ihn anscheinend, dass der jeweilige Herrscher "vordenkt", d.h. jeweils passende Mythen ventiliert. So groß unterscheiden sich die Narrative von Merkel und Putin bzw. Pegida nicht, dass man da noch zwangsläufig Unterschiede machen müsste. Typisch für die "Moderne" verortet er ein Bildungsproblem. Er bietet keinen Weg an, das von ihm geforderte zu tun. Bewegungen und ideologische Experimente verhöhnt er letztendlich als Träumereien, um den notwendigen Schlüssen zu entgehen. Auch die Tatsache, dass "westliche Demokratien" Grundwerte schlicht abschaffen, statt sie, wie gewohnt, zu ignorieren, löst bei ihm anscheinend nicht mehr als ein gelangweiltes Gähnen aus.

Zum Schluß dieses Textes bedient er einen alten Reflex und konsolidiert sein anscheinend liebstes Feindbild:

Zitat:
Das Problem der Linken ist, dass sie die Lösungen allzu oft immer noch in der Vergangenheit suchen.
Etwas unklar, ob er nun die Partei "die Linke" meint, Linke im Allgemeinen, oder ob er schlicht in einer Art von frei flottierenden Wahngedanken "das Linke" als das Problem erkennt, das er mit allen Mitteln zu bekämpfen sucht. Zur Rechtfertigung kann man in diesem Schlussatz eine Art von Anregung lesen, "neu zu denken". Diez ignoriert oder übersieht zum Beispiel, dass die Behörden gegen seinen Ansatz arbeiten. "neues Denken" wäre das allerletzte, was die Behörden tun könnten. Sie sind als reformunfähig konstruiert worden, reformunfähig geworden und werden sich weiterhin jeder Reform verweigern. "Bis zur letzten Patrone" eben. Und dafür sind einmal nun nicht irgendwelche Linke verantwortlich.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...a-1077311.html
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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