Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 13.11.2017, 18:14   #2
basti_79
Administrator
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 10.693
Standard

Auf diesen Beitrag kann man eigentlich nur "jein" antworten.

Erinnerungen befinden sich im Kopf eines Menschen (bzw. eines sonstigen Individuums) - im Grenzfall "Epigenetik" auch woanders. Die Ursache für Erinnerungen ist immer eine Wahrnehmung, woher auch immer die kommen mag.

Ereignisse, die von niemandem erinnert werden, geschehen offensichtlich trotzdem. Als Beispiel kann man die Neutronensternkollision nehmen, die neulich beobachtet wurde. Wenn wir annehmen, dass niemand anderes diese beobachtet hat, ergibt sich, dass niemand sich Daran erinnern kann. Die Erinnerung an dieses Ereignis hat also offenbar potentiell überlebt - in einem gewissen Sinne auch "als pure Energie", in Form der in den entsprechenden Wellen gespeicherten Energie.

Das beantwortet nicht die Frage, ob individuelle Erinnerungen (die meinetwegen Du oder ich in den Köpfen tragen) z.B. unseren Tod (oder eine Bewusstlosigkeit) überdauern würden. Wie es scheint, eher nicht. Und auch Epigenetik hat eine materielle, objektiv nachweisbare Grundlage.

Auch im Grenzfall der Aufzeichnung von Erinnerungen (meinetwegen per Schrift) erkennt man, dass der Frage ausgewichen wurde.

Die einzige Grundlage für Erinnerungen (im engeren Sinne) sind Wahrnehmungen. Diese sind von Natur aus begrenzt, auch wenn wir unsere Sinnesorgane per Technik erweitern können. Es stellt sich also, wie so oft, die Frage, welche Frage sich stellt.

Geht es um den Tod? Um Erinnerungen irgendwelcher Vorfahren?

Ergänzen würde ich die Wahrnehmung, dass es den Eindruck macht, als wären die letzten 100 Jahre der Geschichte verlorengegangen.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten