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Alt 14.03.2018, 20:36   #26
basti_79
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Zitat:
Zitat von Venkman Beitrag anzeigen
Heißt das, dir ist es egal ob Vollzugsanstalten sicher sind oder nicht?
Nein, aber das ist wie so vieles eine graduelle Frage. Ich weiß ja, dass Abwägung nicht zu Deinen Stärken zu gehören scheint, aber Du wirst doch wohl zustimmen, dass es zwischen "völliger Untätigkeit" und "größtmöglicher Härte" einen Bereich gibt. Meiner Meinung nach sind die Gefängnisse sicher genug. Und an dieser Meinung ändern auch einige Entflohene nichts.

Zitat:
Wenn ja, warum haben wir dann deiner Meinung nach noch Gerichte und Gefängnisse?
Erst einmal ist nicht jedes Gericht ein Strafgericht, und dann denkt wohl die große Mehrheit der Bevölkerung, dass es Gefängnisse geben sollte. Was dabei herauskommt, sieht man ja...

Zitat:
Könnten wir ja dann abschaffen und Straftäter einfach frei rumlaufen lassen...
Ist es das was du willst?
Wie bereits gesagt: die grausamsten Unmenschen sind in Freiheit und werden für ihre Taten sogar noch gefeiert.

Zitat:
Extrem hin oder her, die Möglichkeit das ein entflohener Straftäter auf seiner Flucht weitere Straftaten begeht, besteht doch aber, oder nicht?
Sicher. Aber:
  1. Vielleicht "erwischt" er ja mal jemanden, der ohnehin mal so richtig Schmerzen leiden sollte
  2. Ist das Risiko vernachlässigbar gegenüber dem, einem Ersttäter zum Opfer zu fallen
  3. Gehört der Großteil der Straftaten eben nicht zu der Kategorie "mehr als 5 Jahre Haft"

Zitat:
Zitat:
Was sollen wir denn mit den Leuten machen, die von den Entflohenen nicht geschlagen oder vergewaltigt wurden?
Die Frage versteh ich nicht.
Nehmen wir einmal an, ein entflohener Schwerverbrecher entschließt sich nach seiner Flucht dazu, ein neues Leben anzufangen. Er macht irgendeinen unauffälligen Job (räumt im Supermarkt Regale ein, meinetwegen), benimmt sich nach Feierabend wie jeder Andere auch, usw. - Würden Menschen, die ihm begegnen, merken, dass man ihn zu einer Strafe verurteilt hatte? Wenn nicht, was sagt das über das Prinzip?

Zitat:
Wenn wir es herausfinden würden, könnte man diese Taten ja bestrafen, bzw. zur Anklage bringen. Und was meinst du mit: "in der Regel"?
Zitat:
Zitat:
Und was würden wir machen, wenn wir herausfinden, dass die grausamsten Taten in der Regel überhaupt nicht bestraft werden?
Auf was willst du hinaus? "Schulzwang"? Wenn ja, bin ich hier raus!
Nö, da verstehst Du mich falsch. Aber Du hast Recht, darüber könnte man in diesem Zusammenhang auch reden. Ich meine halt Erscheinungen wie "Narzissmus" und "Psychopathie". Wo Leute andere Leute seelisch verstümmeln, und der Täter fröhlich grinsend in aller Öffentlichkeit die Geldbündel zählen kann, weil das Opfer sich nicht einmal mehr traut, die Stimme zu erheben...

Da kann man dann auch mal Reinhard Mey zitieren ("Narrenschiff"):

Zitat:
Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank, bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
Im hellen Licht, niemand muß sich im Dunkeln rumdrücken
In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.
Ich denke, der hat es verstanden...
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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