Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 19.04.2008, 23:33   #8
koltien
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von koltien
 
Registriert seit: 01.11.2007
Beiträge: 181
Standard

Zitat:
Tim: Das ist mit diesem Thema nun mal so. Man äußert einen Gedanken zum Zeitreisen und es klingt ok genau wie das was man auch immer dagegen setzten kann. Es ist nun mal Theorie.
Eine faszinierende Theorie, immerhin. Aber sie macht einen wuselig. Gesetzt den Fall, Zeitreisen wären tatsächlich möglich, könnte man sie nämlich garnicht beweisen.
Reiste jemand aus dem Jahr 2015 eine Anzahl Jahre zurück, und würde dort, in der Vergangenheit, etwas verändern, was den Lauf der Geschichte maßgeblich veränderte, würde diese Veränderung in der Gegenwart des Jahres 2015 keiner wahrnehmen, weil sie dann ja schon geschehen ist. Selbst wenn im Jahr 2015 (oder sonst irgendwann) Zeitreisen möglich wären, würden wir eventuelle Auswirkungen nicht wahrnehmen, weil Änderungen längst geschehen und damit Teil unserer Vergangenheit und damit Gegenwart sind.
Will sagen: Wäre es möglich, in der Vergangenheit Änderungen herbei zu führen, würden wie die augenblickliche Realität auch nur als eine völlig unbeeinflusste begreifen (können). Eben als unsere Gegenwart.

Mal ins Blaue fabuliert: Wäre es in unserer Zukunft möglich, in der Zeit zurück zu reisen, könnte man ja von der Zukunft aus versuchen, einen Hitler, Stalin, Pol Pot oder sonst einen Unglücksbringer zu verhindern. Das ist aber nicht geschehen.

Nun könnte man ja vermuten, dass in weiterer Zukunft jemand, der ebenfalls über die Möglichkeit der Zeitreise verfügt, verhindern will, dass der Lauf der Geschichte verhindert wird. Also verhindert, das jemand aus seiner Vergangenheit, der verhindern will, dass Hitler, Stalin oder Pol Pot ihr Unwesen treiben, eben dies verhindert (aus welchen Gründen auch immer). Das dies geschehen ist, können wir nicht wissen.

Doch wenn es Veränderungen in unserer Vergangenheit gegeben haben sollte - weil man nicht ausschließen kann, was in unserer Zukunft alles so möglich ist - werden wir sie dennoch nciht wahrnehmen (können), weil diese Veränderungen eben zu unserer Vergangenheit und damit Gegenwart dazugehören. Was in der Vergangenheit geändert wurde/wird, ist ja bereits unsere Gegenwart.

Für mich bleibt die schlichte Erkenntnis, dass das, was war, unsere Gegenwart ist, die die Vergangenheit einschließt, weil diese Gegenwart das Ergebnis unserer Vergangenheit ist. Alles andere wäre ziemlich an den Haaren herbei gezogen.
__________________
Die Anerkennung der Wirklichkeit dieser Welt ist nicht ein Akt der Erkenntnis, sondern ein Akt des Vertrauens.
(Hoimar von Ditfurth)
koltien ist offline   Mit Zitat antworten