Thema: Erdbeben
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Alt 02.11.2002, 08:02   #15
nane
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Standard

Rom (dpa) - Auch in der zweiten Nacht nach dem Erdbeben vom
Donnerstag mit 29 Toten haben mehrere Erdstöße die Bewohner der
mittelitalienischen Region Molise um den Schlaf gebracht. In der
50 000 Einwohner zählenden Hauptstadt Campobasso und zahlreichen
weiteren Orten verließen tausende Menschen ihre Wohnungen und
übernachteten trotz der Kälte im Freien, wie das staatliche
italienische Fernsehen RAI am Samstagmorgen berichtete. Auch viele
obdachlos gewordene Menschen seien in Panik aus den für sie
errichteten Zelten geflohen.


Das vom Erdbeben am Donnerstag am stärksten betroffene Dorf San
Giuliano di Puglia und drei nahe gelegene Orte waren am Freitag nach
zwei starken Nachbeben evakuiert worden. Die Zahl der Obdachlosen
wurde mit 3050 angegeben. "San Giuliano gleicht einem Geisterdorf",
berichtete ein RAI-Reporter. Die 29 Toten - darunter 26 in der
eingestürzten Dorfschule ums Leben gekommene Kinder - sollen am
Sonntag beerdigt werden. Die Eltern der Kinder wachten den Berichten
zufolge die ganze Nacht hindurch an den in einer Sporthalle
aufgebahrten weißen Särgen.


Die stärksten Erdstöße in der Nacht zum Samstag erreichten nach
Angaben des staatlichen Erdbebeninstituts die Stärke 3,7 und 3,8 auf
der Richterskala. Berichte über Verletzte oder neue Schäden lagen am
Morgen nicht vor. Seit dem Hauptbeben der Stärke 5,4 am Donnerstag
haben die Seismologen bereits mehr als 100 Nachbeben registriert.

nachtrag

Rom (AFP) - Seit dem schweren Erdbeben am Donnerstag haben Seismologen in der mittelitalienischen Region Molise bis Samstagmorgen insgesamt 144 Nachbeben gemessen. Das letzte Beben um 7.21 Uhr MEZ hatte nach Angaben des staatlichen Instituts für Geophysik eine Stärke von 3,8 auf der Richterskala.

nachtrag

Campobasso/Rom (dpa) - Bei dem Erdbeben in Mittelitalien sind mehr
Menschen obdachlos geworden als bisher angenommen. Das italienische
Fernsehen sprach am Dienstag von mehr als 8000 Menschen, die ihr
Zuhause verloren hätten. Die meisten seien in Zelten untergebracht.
Allerdings habe die Verwaltung der schwer getroffenen Region Molise
versprochen, mehr Obdachlose in Hotels unterzubringen.

nachtrag

Rom (AFP) - Bei den schweren Erdbeben in Italien sind mehr als 10.000 Menschen obdachlos geworden. Insgesamt seien nach neuesten Zählungen 34 Orte von den Beben betroffen, teilte der Zivilschutz am Dienstag mit. Für die Obdachlosen stellten die Behörden bislang mehr als 2400 Not-Zelte und 235 Wohncontainer zur Verfügung. Sorge bereitet den Hilfskräften vor allem die Kommune Castellino sul Biferno, wo alle 613 Einwohner obdachlos geworden sind. In Colletorto, zwei Kilometer entfernt von San Giuliano di Puglia, suchen über die Hälfte der 2074 Einwohner eine neue Bleibe. In San Giuliano waren bei dem Beben 29 Menschen ums Leben gekommen, darunter 26 Kinder.

nachtrag

Campobasso/Rom (dpa) - Knapp eine Woche nach dem verheerenden
Erdbeben in Mittelitalien machen Eiseskälte und Unwetter den bis zu
10 000 obdachlos gewordenen Menschen zu schaffen. In dem am
schlimmsten betroffenen Dorf San Giuliano di Puglia ging am Dienstag
ein Hagelschauer nieder. In der Nacht näherten sich die Temperaturen
dem Nullpunkt. Die Menschen wollten in eines der in der betroffenen
Region Molise errichteten Zeltlager aufgenommen werden. Bislang war
von weit weniger Obdachlosen ausgegangen worden.


Italienische Medien haben unterdessen von Plünderungen in der
Erdbebenregion berichtet. Zwei Männer hätten sich in San Giuliano in
verlassene Häuser geschlichen. Auch aus Zelten der Obdachlosen seien
Gegenstände gestohlen worden.
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