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Alt 17.09.2008, 22:14   #6
basti_79
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Zitat:
Als der EU-Abgeordnete Giulietto Chiesa seinen Dokumentarfilm über den 11.9. - [extern] ZERO - in Brüssel zeigte, erschien von den hunderten eingeladenen Parlamentariern und Journalisten: keiner.
Was vom breiten Interesse an derartigen Inhalten unter Parlamentariern und Journalisten kündet. Was genau will Bröckers sagen?

Zitat:
Zu einem Pressegespräch mit ihm im Haus der Bundespressekonferenz, an der ich mit Andreas von Bülow und Jürgen Elsässer vergangene Woche teilnahm, kamen immerhin fünf Journalisten.
Mit etwas Werbung auf Telepolis wär da mehr zu holen gewesen, glaube ich.

Zitat:
In anderen Ländern indessen ist das Interesse deutlich größer, so hat das [extern] kroatische Staatsfernsehen den Film bereits gesendet und am 12.9. 2008 läuft er im [extern] ersten Programm Russlands.
Interessant, unsere Medien sind gleichgeschaltet, aber die Hofsender Rußlands und Kroatiens, zwei Staaten, die berechtigten Grund zum Antiamerikanimus haben, sind ein Ausbund an Sachlichkeit und Kommunikativität, nur weil sie Bröckers' Lieblingsinhalte verbreiten. Wenn da mal nicht jemand winzigkleine Vorurteile hat.

Zitat:
Giulietto Chiesa ist deshalb auch [extern] optimistisch, dass es gelingen könnte, eine internationale Kommission einzurichten, die ähnlich wie einst die Russel-Tribunale eine unabhängige Untersuchung des 11.9. durchführt: "Wir brauchen zehn Nobelpreisträger, zehn ehemalige Präsidenten und angesehene Politiker und ein paar bekannte Gesichter aus Hollywood", sagt er.
Seltsam, dass es bei der Besetzung der Kommission nicht um Kompetenz in Sachthemen geht, sondern um Image und Medienwirksamkeit. Ob man sich auch das Russell-Tribunal zum Vorbild nehmen sollte, ist auch fraglich:

http://en.wikipedia.org/wiki/Russell_Tribunal
Zitat:
Staughton’s objections and criticism of the Tribunal were based on the fact that Russell planned to investigate only non-North Vietnamese and National Liberation Front conduct, sheltering Hanoi from any criticism for their behavior. Lynd wrote that “in conversation with the emissary who proffered the invitation, I urged that the alleged war crimes of any party to the conflict should come before the Tribunal. After all, I argued, a "crime" is an action that is wrong no matter who does it. Pressing my case, I asked, "What if it were shown that the National Liberation Front of South Vietnam tortures unarmed prisoners?" The answer, as I understood it, was, "Anything is justified that drives the imperialist aggressor into the sea." I declined the invitation to be a member of the Tribunal.”
Nicht gerade ein Beispiel für die gebotene Sachlichkeit.

Zitat:
Immerhin, seinen Landsmann Dario Fo hat er schon gefunden, und mit Gorbatschow will er demnächst sprechen. "Der 11.9. war ein Film, den 2,5 Milliarden Menschen gesehen haben." Diesen Bann, glaubt Chiesa, muss man mit einem Film wieder lösen.
Ausgerechnet einen Dramatiker und Satiriker als Teilnehmer zu werben...

Zitat:
Auch dem EU-Abgeordneten, der lange als Korrespondent italienischer Zeitungen in Moskau gearbeitet hat, ist klar, dass eine neue Ermittlung letztlich nur in den USA erfolgen kann, weil dort die Akten lagern und die meisten Zeugen leben.
Dem würde ich zustimmen.

Zitat:
Aber es ist sicher, dass eine von solchen internationalen geschätzten Persönlichkeiten getragene "Wahrheitskommission", wenn sie denn zustande käme, den Druck erhöhen würde.
Na dann, voran, voran... Niemand hindert hier irgendwen.

Zitat:
Denn auch in den USA sind mittlerweile schon fast die Hälfte aller (in New York sogar noch mehr) Bürger davon überzeugt, dass ihre Regierung die Aufklärung von 9/11 blockiert, weil sie selbst die Finger im Spiel hatte.
Wie schon oben einmal bemerkt: Wahrheit läßt sich nicht durch eine Umfrage ermitteln. Ein Urteil über ethische Fragen vielleicht, wie "sollten neue Ermittlungen veranstaltet werden?", aber keine Sachfragen.

Zitat:
Da wegen des etablierten "Einparteienssystems mit zwei rechten Flügeln" (Gore Vidal) auch ein Präsident Obama am 9/11-Dogma nicht rütteln wird, ist mit einer schnellen Aufklärung jedenfalls nicht zu rechnen.
Wie komfortabel: Wir haben recht, aber die anderen sind durch ihre vernagelte Denke und überhaupt ihre verschwörung Schuld daran, dass diese Erkenntnis nicht verbreitet wird. In Wahrheit ist es doch eher so, dass Bröckers und Konsorten keine Gelegenheit auslassen, ihren Quark ("Aufklärung") umzupumpen und sich dann beschweren, dass ihnen niemand zuhört (s.o.).

Zitat:
Mit dem Glauben an das Osama-Wunder und die Macht der höllischen Heerscharen von "Al Qaida", die als unsichtbare "Schläfer" hinter jeder Ecke lauern, steht (und fällt) der als "Krieg gegen den Terror" getarnte geopolitische Kampf um die globalen Ressourcen und die Verwandlung der westlichen Demokratien in außen,- wie innenpolitisch militarisierte Polizeistaaten.
Hier hat er Ausnahmsweise mal recht: Es geht bei den derzeitigen "Kriegen" natürlich vorwiegend um Macht und Geld. Dass das für Kriege keine Ausnahme ist, wird verschwiegen.

Zitat:
Von der Machtübernahme, vor der US-Präsident Eisenhower in seiner Abschiedsrede 1961 [extern] warnte - der vor der Degradierung der Politik zum Gehilfen einer privatisierten Rüstungs- und Sicherheitsindustrie, des "militärisch-industriellen Komplexes" - lässt sich 40 Jahre später feststellen, dass sie weitgehend stattgefunden hat.
Der Unterschied zu "früher" ist mir nicht offenbar.

Zitat:
9/11 stellte die Geschäftsgrundlage für einen "Generationen dauernden Krieg" (Donald Rumsfeld) her und damit für die größten Profite seit Erfindung des Schießpulvers.
Den zu Verhindern angeblich Bröckers' Anliegen ist. Mit seiner Schreibe erreicht er eher das Gegenteil: Wer ihn liest, dem kommt die Galle hoch, so er denken kann. Das gilt bei mir nicht als Beitrag zum Weltfrieden.

Zitat:
Zum Jahrestag werden wir deshalb wieder viele Beschwörungen des Osama-Wunders zu hören bekommen, denn die Massenmedien sind Teil "der riesigen industriell-militärischen Maschine", vor deren Einfluss Eisenhower warnte.
...nicht zu vergessen umfrangreiches Geblubber aus Bröckers' und anderen Tastaturen und lautstarkes Beharren auf Erkenntnisverweigerung aus allen Kellern des Intellekts.

Zitat:
Skepsis und Zweifel,
Sind berechtigt, sollten aber auch (lernfähigkeit vorausgesetzt) irgendwann einer Erkenntnis weichen. Bröckers beharrt seit Jahren auf "Skepsis und Zweifel", hat selber jedoch keine Erkenntnis und keine Argumente vorzuweisen. Nach derart langer Zeit würde ich persönlich versuchen, mein Weltbild zu überarbeiten. Bröckers scheint derartige Pläne nicht zu hegen.

Zitat:
die eigentlich jedem Menschen mit einem IQ über Zimmertemperatur angesichts der unbewiesenen, nicht aufgeklärten Wundertaten von St. Osama und den Hijackern kommen,
"unbewiesene, nicht aufgeklärte Wundertaten"? Da ist es mal wieder: Stichworte. Nur Stichworte. Kein Inhalt, kein Argument, nur Geschwafel... Immer und immer wieder...

Zitat:
werden aber sicher auch erwähnt, samt O-Ton eines UFOlogen, Holocaustleugners oder eines anderen Verrückten, der überzeugt ist, dass Elvis noch lebt
Langsam scheint ihm zu dämmern, in welcher Gesellschaft er sich befindet. Traurig, aber wahr.

Und so endet er, Bröckers' Monolog. Ohne erkennbare Schlußfolgerung, ohne roten Faden, ohne interessante Ergebnisse. Denkresistenz und Verbohrtheit, das, was er bei "ihnen" beklagt, findet sich in seinem Konvolut. Mit dieser Postingreihe wollte ich diese Tatsache hervorheben und ins Bewußtsein der Leser rücken. Ich hoffe sehr, die Lektüre war (anders als die Bröckers') bei der Bewertung der Tatsachen rund um den 11.9. hilfreich, bedanke mich für die Aufmerksamkeit und gebe diesen Thread hiermit zur Diskussion frei, behalte mir jedoch vor, den Inhalten entsprechend in andere Threads zu sortieren. Dieser Thread soll lesbar bleiben.

Wenn jemand Lust hat, das ins Telepolis-Forum, oder sonstwohin zu verlinken, tue er sich keinen Zwang an.

(edit: sinnentstellender Flüchtigkeitsfehler)
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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