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Alt 06.07.2004, 11:04   #2
Desert Rose
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Nach zwei Jahren ....

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06.07.2004 - Gesundheit

Ginseng und Blutverdünner vertragen sich nicht

Studie: Die pflanzlichen Präparate schwächen den Effekt von Warfarin ab

Ginsengpräparate können die Wirkung bestimmter Blutverdünner vermindern. Das haben amerikanische Forscher in Experimenten mit zwanzig Patienten gezeigt. Über ihre Ergebnisse berichtet die Forschergruppe um Chun-Su Yuan von der Universität in Chicago im Fachmagazin Annals of Internal Medicine (Ausgabe vom 6. Juli). Die Entdeckung ist deswegen besonders kritisch, weil viele ältere Menschen, die Blutverdünner benötigen, auch Ginsengpräparate zur Förderung der körperlichen und geistigen Aktivität einnehmen.

Die Forscher gaben den Probanden vier Wochen lang den blutverdünnenden Wirkstoff Warfarin. Ab der zweiten Woche des Experiments bekamen zwölf der Versuchspersonen zusätzlich auch ein Ginseng-Präparat, während die übrigen Teilnehmer lediglich ein Placebo erhielten. Während des Versuchs ermittelten die Forscher bei den Teilnehmern die Gerinnungsfähigkeit des Bluts und die Menge des darin enthaltenen Warfarins.

Nach zwei Wochen täglicher Behandlung mit Warfarin und Ginseng hatte sich die Konzentration von Warfarin im Blut der Probanden deutlich verringert. Auch die gerinnungshemmende Wirkung ließ merklich nach, berichten die Wissenschaftler. Als Ursache für die schwindende Wirkung des Herzmittels vermuten die Ärzte eine geringere Verweildauer des Wirkstoffs im Blutkreislauf: Ginseng verstärke möglicherweise die Funktion von Enzymen, die Warfarin abbauen, schreiben die Forscher. Diese Wirkung überraschte die Wissenschaftler besonders deshalb, weil Ginseng-Präparate selbst eine gerinnungshemmende Wirkung haben.

Der von den Forschern getestete Wirkstoff Warfarin ist in einem wichtigen Herzmittel enthalten, das bei Herzrhythmusstörungen, nach Herzanfällen und Herzklappenoperationen eingesetzt wird. Dabei spielt die Dosis eine entscheidende Rolle: Bei zu niedriger Dosierung steigt die Gefahr der Blutgerinnselbildung, während eine zu hohe Dosis innere Blutungen verursachen kann. Dosierungsfehler durch Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen können daher besonders kritisch sein.

ddp/bdw – Benjamin Eckenfels
Quelle
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