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Alt 20.08.2012, 08:10   #17
MJ01
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Erst einmal danke für deine Ausführungen.
Natürlich wird in der ART eine Art "Gleichberechtigung von Raum- und Zeitkoordinaten" postuliert, nur ein Zeitvektor, der sich raumartig krümmt entzieht sich m.A. jeder Nachvollziehbarkeit.
Zitat:
Zitat von Sakslane Beitrag anzeigen
Stell dir vor, du würdest einer Gruppe von zweidimensionalen Wesen erklären wollen, was "Höhe" ist. ...
Aber tatsächlich ist es eben nicht diese eine Dimension für sich alleine, sondern der gesamte dreidimensionale Raum, der gekrümmt ist.
Ja, aber nur deshalb weil ich für sie eine zusätzliche, für sie unbekannte räumliche Dimension einführe.
Ein vierdimensionaler Raum kann natürlich in vier "Richtungen" gekrümmt sein, aber jede Richtung ist wieder nur durch einen Vektor bestimmt. Und der Zeitvektor zielt eben wieder nur in eine zeitliche Richtung, wohingegen die Raumvektoren in drei verschiedene räumliche Richtungen zielen können.
Zitat:
Zitat von Sakslane Beitrag anzeigen
Um das zu verstehen, muss man sich etwas mit der Lorentzgeometrie vertraut machen.
Von unserem dreidimensionalen, euklidischen Raum sind wir gewohnt, dass wir ein solches System von Koordinatenachsen drehen können und so ein neues System mit den gleichen Eigenschaften bekommen. Dabei bekommt jede Achse eine neue Position. Genau das gleiche können wir auch mit den Koordinatenachsen in der vierdimensionalen Raumzeit machen. Die zugehörigen vierdimensionalen Drehungen sind gerade die Lorentztransformationen. Diese drehen sowohl die Raumachsen als auch die Zeitachse.
Exakt der letzte Satz ist der springende Punkt. Dass Zeit und Raum Platz tauschen können ist unter bestimmten Bedingungen zwar möglich, jedoch nur unter bestimmten Rahmenbedingungen (Schwarze Löcher), also nicht unter "Normalbedingungen"! Ist es in einem praktischen Beispiel nachgewiesen, dass sich der Zeitvektor immer "raumartig" verhält? Also nicht nur in den theoretischen Überlegungen (sogar in der Friedmanngleichung geht man von dreidimensionalen raumartigen Hyperflächen und einer konstanter Zeit aus) und in einer mathematischen Ableitung.
Ich nehme an Du gehst von dieser Formel aus:

In ihr wird bei Bewegung in einem 4D-Raum die Veränderung der bevorzugten Raumkoordinate und einer Zeitkoordinate berechnet.
Die Formel für die Veränderung des Raumvektors als auch des Zeitvektors sind ähnlich, jedoch nicht ident! Schließt man nur daraus, dass der Zeitvektor "raumartig" ist? Man kann damit auf eine Verkürzung des Zeitvektor schließen, aber auch auf einen "raumartigen Zeitvektor?"
Zitat:
Zitat von Sakslane Beitrag anzeigen
Auch wenn das auf den ersten Blick verwirrend erscheinen mag, ist die Kausalität tatsächlich erfüllt, und zwar dann, wenn sich jedes Signal nur entlang zeitartiger Richtungen ausbreiten kann.
Das Bemerkenswerte in dieser Aussage ist in diesem Fall die Mehrzahl der "Zeitartigen Richtung" eines Zeitvektors!
Zitat:
Mit einem 2. Zeitvektor wäre m.A. hingegen zwar auch nur eine Richtung möglich, die (Zeit-)Koordinaten wären aber dann aber so veränderlich, dass sie theoretisch in einer Schleife auch zum zeitlichen Ursprungsort zurückgeführt werden könnten.
Zitat:
Zitat von Sakslane Beitrag anzeigen
Und wodurch soll diese eine Richtung bestimmt sein? Wenn die Zeit zweidimensional ist, also gewissermaßen eine Ebene, gibt es keine ausgezeichnete Richtung.
Exakt, sie wäre primär dem Zufall, oder einer uns noch nicht erschlossenen Systematik unterworfen! In etwa das, was uns die Quantenphysik zu erklären versucht!

MfG

Mj
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