Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 03.10.2017, 11:36   #4
Tarlanc
Super-Moderator
 
Benutzerbild von Tarlanc
 
Registriert seit: 14.10.2006
Ort: Neuhausen a. Rhf. (CH)
Beiträge: 4.107
Standard

Ah, danke dafür.

Das ist etwas anderes. Die Studie hat genetische Hinweise dafür gefunden, dass die genetisch diversen Unterarten von Homo Sapiens, die man heute noch auf dem afrikanischen Kontinent findet (die genetische Diversität zwischen afrikanischen Völkern ist erheblich grösser als jene zwischen allen europäischen und asiatischen), unterschiedlich spät voneinander getrennt worden waren. Einzelne sogar weit vor der bisher angenommenen Abspaltung des Homo Sapiens.
Das würde bedeuten, dass der letzte gemeinsame Vorfahr aller heute lebenden Menschen deutlich früher gelebt hat, als angenommen.

Dass sich der moderne Mensch aus unterschiedlichen Vorfahren entwickelt hat, wird aber in der Studie explizit ausgeschlossen. Alle heute lebenden Menschen stammen von einer Linie ab.

Das eigentlich neue an dieser Studie ist, dass die Khoe-San im Süden Afrikas sich gut 100'000 Jahre vor der Trennung der anderen afrikanischen und Linien abgespalten hat. Damit stellt sich ein interessantes aber eher philosophisches Problem: Soll der erste Homo Sapiens vor 350kya gelebt haben, so dass auch die Khoe-San zu dieser Spezies gehören oder nimmt man weiterhin an, dass der erste Homo Sapiens 250kya gelebt hat und würde dieses Volk dann zu den Homo Heidelbergensis zählen. Damit gäbe es heute lebende Nachfahren der Vormenschen.

Anders als bei der Admixtur von Vormenschen in den Gen-Pool einzelner afrikanischer Völker um 30-40kya, die man bereits nachweisen konnte, wäre dies dann tatsächlich eine reine Linie, die auf Vormenschen zurückgeht.
__________________
Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
Tarlanc ist offline   Mit Zitat antworten