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Alt 18.09.2017, 12:32   #16
basti_79
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Zitat:
Es ist vielen Erwachs[e]nen fast unmöglich den Gedanken zuzulassen, dass Lernen sich in einer ganz anderen Form viel effektiver entwickeln könnte.
  1. Gemeint ist offensichtlich: "viel effizienter" - gelerntes Wissen pro Zeiteinheit.
  2. Die Beobachtung ist, an sich, richtig. Wie man hier im Thread auch sehen kann.
Der Spracherwerb ist für Systempädagogen ein Buch mit sieben Siegeln, weil er sich üblicherweise außerhalb von Institutionen abspielt. Was außerhalb des Labors passiert, ist nicht experimentell zugänglich und damit nicht der Erkenntnis zugänglich. Da kommt es zu drei Merkwürdigkeiten:
  1. Kinder scheinen "ihre" Muttersprache (in Wirklichkeit: die Ihrer Eltern und engsten Bezugspersonen) mühelos zu lernen.
  2. Spracherwerb bei Erwachsenen gilt als schwierig bis unmöglich. Meiner (natürlich unbedeutenden) Erfahrung nach - bezüglich der Fremdsprache Englisch - war der Lernvorgang zwar äußerst umfangreich (vergleichbar mit z.B. einem traditionellen mathematischen Teilgebiet wie "Algebra"), aber nicht besonders mühsam. Das liegt wohl daran, dass ich diese Sprache im "freien Spiel" erworben habe, also durch offenes Gespräch mit anderen, die diese Sprache beherrschen.
  3. Diese Schwierigkeiten beim Spracherwerb werden ("irgendwie") bei Bildungsinstitutionen verortet. Die Verantwortung für das Versagen trägt aber immer der Schüler, die Institutionen würden "es" schon "richtig machen".
Folgerichtig kommt "Uta" zu dem Schluss:


Zitat:
Könnte es sein, dass das, was wir unter Lernen, vor allem auch schulischen Lernen verstehen, nichts anderes ist, als ein Gedankenkonstrukt oder eine Ideologie?

Das ist nicht weit daneben. Dazu folgende Bemerkungen:
  1. Jede Definition irgendeines Begriffs ist eine Ideologie.
  2. Die Landkarte ist aber nicht die Landschaft. Wir müssen schon die Realität betrachten, nicht Texte, die sie beschreiben.
  3. Es sind durchaus auch andere Definitionen von "Lernen" geläufig als diese (und vor allem auch welche, die von anderen Voraussetzungen ausgehen).
  4. Der Pferdefuß ist, dass Pädagogen und ihre Unterstützer stets dieser einen, untauglichen folgen ("Lernen kann nur in der Schule stattfinden") und dass deswegen auch der Zweck die Mittel heiligen soll.
Zitat:
Könnte es sein, dass uns diese Ideologie, wie lernen sich vollziehen sollte, den Kindern den eigentlichen Lernprozess unnötig erschwert?
Natürlich. Das ist inzwischen sogar geläufig.


Unter diesen Umständen die gewaltsam durchgesetzte Schulpflicht zu befürworten, ist Volksverhetzung.


http://wundersameslernen.de/ist-die-...ueberholt-ist/
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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