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Alt 10.05.2017, 10:09   #4
Sakslane
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Zitat:
Zitat von Epicon Beitrag anzeigen
Für mich ergab sich das Ganze durch den Gedanken wieso in der Quantenwelt die Gesetze der Physik verrückt spielen.
Die Gesetze der Physik spielen weder für Quantensysteme, noch für klassische Systeme verrückt. Die Gesetze der Quantenmechanik sind lediglich andere, als wir aus der Erfahrung mit klassischen Systemen im Alltag gewohnt sind. Trotzdem sind die Gesetze der Quantenmechanik genau so gut definiert.
Zitat:
Ich dachte irgendwann daran, dass vielleicht erst nachdem eine Wechselwirkung stattgefunden hat, die uns bekannte Physik entsteht/wirkt.
Es gibt einen klar definierten Übergang zwischen Quantenphysik und klassischer Physik. Die klassische Physik ist eine Näherung, die um so genauer ist, ja größer das System ist (Längen, Impulse, Energien). Das ist ein kontinuierlicher und beobachteter Übergang. Das hat aber nichts mit Wechselwirkungen zu tun. Insbesondere ist es nicht so, dass durch ein bestimmtes Ereignis die Gesetze der Quantenphysik nicht mehr gelten und stattdessen die klassische Physik gilt. Die Gesetze der Quantenphysik gelten immer und überall, und für hinreichend große Systeme liefert die klassische Physik eine so gute Näherung daran, dass man sie als Beschreibung benutzen kann.
Zitat:
Damit meine ich Gravitation. Vor der Bestimmung der Photonen durch die Messung, unterliegen sie noch nicht den Gravitationsgesetzen. Ob diese dann durch die Messung entstehen oder dann in Kraft treten, kann ich nicht sagen. Denkbar wäre beides.
Auch Quantensysteme unterliegen der Gravitation. Dazu gibt es zahlreiche Experimente, z.B. zum freien Fall von Atomen oder Teilchen wie Neutronen. Diese fallen in einem Gravitationsfeld ebenfalls so wie klassische Systeme, und das bevor eine Messung stattfindet. Es ist also nicht so, dass "ungemessene" Quantensysteme nicht der Gravitation unterliegen würden.
Zitat:
Die Antigravitation(eigentlich eher könnte beim Doppelspalteffekt durch die Superposition erklärt werden. Also durch die Wahrscheinlichkeit/Unbestimmtheit der Position) Sprich ohne feste Position, keine Gravitation. Ohne Gravitation keine feste Position. Der Raum und Gravitation also existiert für das unbestimmte Photon nicht bevor sie gemessen werden sondern nur Wahrscheinlichkeiten/Superpositionen, weswegen eine Art Antigravitation durch die Superposition wirkt. Die Ausdehnung des Universums wäre also eine "Superpositionsausdehnung", in den nicht bestimmten Photonen im leeren Raum.
In der Quantenmechanik existiert der Raum auch ohne die Messung an einem Quantensystem. Der Raum ist sogar eine notwendige Voraussetzung, damit man überhaupt beschreiben kann, wohin sich ein Photon mit welcher Wahrscheinlichkeit bewegt. Das zeigt sich noch deutlicher beim Aharonov-Bohm-Effekt, wo die Topologie des Raumes die Bewegung von Elektronen beeinflusst, und zwar bevor sie gemessen werden.
Zitat:
http://www.youtube.com/watch?v=7BV0Fs4eM0I&t=4s
Laut dieser Dokumentation funktioniert das ganze auch mit Fullerenen, allerdings im luftleeren Raum, also wenn sie vorher nicht gemessen wurden. Was mich daran wundert ist, ob eine Fullerene nicht mit sich selbst wechselwirkt? Scheinbar nicht..
In der Quantenfeldtheorie gibt es durchaus Wechselwirkungen von Feldern mit sich selbst. In der elektromagnetischen Wechselwirkung kommen diese aber nur indirekt, durch den Austausch zusätzlicher Teilchen vor, weshalb diese Wechselwirkung vernachlässigbar klein ist.
Zitat:
Das fehlen von Raum/Position zeigt sich auch beim Verschränkungseffekt. Erst wenn gemessen wird, gibt es eine Position und Polarisation und somit greift wieder e=mc².
Raum, Position und Energie als solche existieren bereits vor der Messung. Die Position hat allerdings keinen eindeutigen Wert vor der Messung. Das Photon befindet sich in einem Zustand, der nicht durch eine einzige Position und Polarisation beschrieben werden kann, sondern in dem es Wahrscheinlichkeiten für verschiedene Werte dieser Größen gibt. Durch die Messung nimmt das Photon einen anderen Zustand an, bei dem diese Werte eindeutig bestimmt sind.
Zitat:
Vorher kann e=mc² nicht greifen, da die Gravitation ebenso nicht bestimmt ist, denn Gravitation zieht bekanntlich an. Bei einer Superposition würde Gravitation in alle Richtungen der Wahrscheinlichkeit ziehen.
Die Formel E = mc² hat nichts mit der Gravitation zu tun. Wenn sich die Quelle eines Gravitationsfeldes in einer Superposition befindet, dann muss das auch für das Gravitationsfeld gelten. Aber auch in diesem Fall zieht die Gravitation nicht "in Richtung von Wahrscheinlichkeiten", sondern in Richtung einer Quelle.
Zitat:
Nun beim Doppelspalt Experiment könnte man Gravitation und Bewegung vor und nach der Messung beobachten. Vielleicht ist es allein durch die Wahrscheinlichkeitswelle auch möglich die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums voraus zu berechen. Wäre jedenfalls einen Blick wert.
Allein dadurch, dass man die Gesetze der Quantenphysik auf (reale) Teilchen anwendet, ergibt sich kein Effekt, der die beschleunigte Expansion des Universums verursachen würde. Dafür muss man die Quantenfeldtheorie heranziehen. In dieser gibt es "virtuelle" Teilchen, die aus dem Vakuum entstehen und zu einer Energiedichte des Vakuums führen. Letztere kann man z.B. beim Casimir-Effekt messen. Allerdings wäre diese Energie um einen Faktor 10¹²⁰ zu groß, um die beobachtete dunkle Energie zu erklären.
Zitat:
Grob testen könnte man das mit einer 3D Simulation indem mehrere Quellen(vielleicht Kugeln) entweder im Drei Dimensionalem Raum oder Fläche Quantenwellen in alle Richtungen abgeben. Je weiter das nächste aufzutreffende Objekt ist, desto mehr Wahrscheinlichkeiten spielen mit.
Mit einer solchen Simulation kann man keine Quantenphysik testen, sondern bestenfalls die Bewegung von Kugeln.
Zitat:
Man könnte auch einfach motorisierte Kugeln in ein Wasserbecken legen und diese Wellen schlagen lassen.
Siehe oben. Die Physik eines solchen klassischen Systems ist hinreichend bekannt und gibt keinerlei Information über das Verhalten von Quantensystemen.
Zitat:
Ich glaube die Kugeln würden sich dann voneinander weg bewegen und umso weiter sie voneinander weg wären, umso schneller würden sie sich bewegen.
Physik ist keine Frage des Glaubens. Das System folgt klar definierten Gesetzen.
Zitat:
Dass die Wahrscheinlichkeiten sich bei weiterer Strecke ausbreiten, zeigt das Doppeltspaltexperiment mit der Superposition sehr deutlich.
Das Doppenspaltexperiment hat nichts damit zu tun, dass sich "Wahrscheinlichkeiten sich bei weiterer Strecke ausbreiten" - eine derartige Aussage ergibt überhaupt keinen Sinn. Es breitet sich eine Welle aus, und diese Welle beschreibt die Wahrscheinlichkeit, ein Teilchen an einer bestimmten Stelle zu beobachten. Eine Wahrscheinlichkeit selbst kann sich nicht ausbreiten.
Zitat:
Das Auftreffen einer Wahrscheinlichkeit an einer Position könnte den dortigen Raum quetschen. Das würde Materie in sich drücken und die Superposition in diesem Raum beeinflussen.
Somit wäre die Gravitation keine Anziehungskraft, sondern eine von Außen gedrückte Kraft, die Kraft der Superposition sein.
Diese Aussage ist kompletter Unfug und ergibt gar keinen Sinn. Es wird bei einer Superposition nichts "gequetscht", weder Raum noch Materie. Superposition bedeutet nur, dass sich verschiedene Zustände zu einem neuen Zustand kombinieren lassen.
Zitat:
Und das müsste man im Doppelspalt Experiment doch bewiesen bekommen, wenn es stimmte oder nicht?
Um das zu widerlegen, braucht es kein Doppelspaltexperiment. Dafür reicht es, ein klassisches System fallen zu lassen, das sich nicht in einer Superposition befindet.
Zitat:
EDIT: Demnach wäre der Übergang von unbestimmtem Photon und dem bestimmten Photon das sogenannte Graviton wenn man so will.
Gravitonen und Messungen an Photonen haben absolut nichts miteinander gemeinsam. Erstere sind Teilchen, die in Theorien zur Beschreibung der Gravitation mittels Quantenphysik auftauchen, und deren Eigenschaften charakteristisch für das Gravitationsfeld sind. Die Messung an Photonen und deren Übergang von einem Zustand in einen anderen hat mit diesen Eigenschaften aber nichts gemeinsam.
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