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Alt 30.08.2016, 16:52   #1
wilfriedstevens
Grünschnabel
 
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Beitrag Saturn - das unheimliche Hexagon

Je mehr und genauer wir unser Sonnensystem erforschen können, desto mehr verblüffende neue Erkenntnisse gewinnen wir, desto mehr Korrekturen müssen von der allgemeinen Astrophysik gemacht werden und um so mehr Anomalien und Rätsel werden entdeckt, für die es noch keine Erklärung gibt. Ob Gravitationsanomalien, aussergewöhnliche Formationen auf Monden und Planeten im Sonnensystem oder möglicherweise Reste einer Zivilisation auf dem Mars, all dies überfordert noch unser Verständnis zum komplexen Universum, zwingt uns zu neuen Ansichten, Berechnungen und Denkweisen, und auch den Widerspruch zu akzeptieren. Eines der weiteren Rätsel in unserem Sonnensystem, das nur ein unbedeutender Punkt in einer einzigen Galaxie ist, die wiederum gegenüber weiteren Milliarden Galaxien weniger als unbedeutend ist, ist das seltsame Hexagon am Nordpol des Planeten Saturn. Ein gleichförmiges Sechseck wird auch als Hexagon bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem altgriechischen, hexa=sechs und gonia=Winkel oder Ecke. In der Natur ist zum Beispiel eine Bienenwabe ein Hexagon, Eiskristalle und einige Kristalle bilden auch ein gleichmässiges Hexagon, oder auch Basalt bildet, wenn es langsam erstarrt, oft meterlange sechseckige Säulen.

1980 und 1981 machten die Voyager-Sonden seltsame Aufnahmen von Nordpol des Saturns, die zu damaligen Zeit so ungewöhnlich waren, das man davon ausging, das solch eine Anomalie gar nicht existieren dürfte. Als 2006 Raumsonde Cassini Aufnahmen in einer weiter entwickelten und höheren Auflösung vom Nordpol übertrug, kamen die Forscher aus dem Staunen nicht mehr heraus, hatte man doch so etwas noch nirgendwo entdeckt oder erwartet. Am Nordpol des Saturns befindet sich im Mittelpunkt eine Polarwirbel mit einem geschätzten Durchmesser von fast 25.000 Kilometern, dessen Struktur in der Form eines nahezu regelmäßigen und stabilen Sechsecks ist. Das Hexagon, dessen Tiefe auf bis zu 100 Kilometer geschätzt wird, rotiert alle 10 Stunden 39 Minuten und 24 Sekunden einmal um sich selbst. Die Entstehung dieser Anomalie oder diese Effektes ist bis heute ungeklärt.

Die Raumsonde Cassini machte dabei die bisher besten Aufnahmen und Messungen. So stellte man fest, das die schnellen Bewegungen der Wolken innerhalb einer langlebigen Struktur zeigen, die zentralen polaren Wirbels sowie kleinere Sturmwirbel ausmachen, wobei sich die sechseckige Form und Größe aber kaum ändert. Dieses seltsame Phänomen wurde bisher noch auf keinen anderen Planeten nachgewiesen, und bis heute gibt es keine völlig befriedigende Theorie über seine Entstehung und Langlebigkeit. Auch ist es seltsam, das es zwar am Südpol auch Sturmwirbel gibt, die aber gegenüber dem Nordpol keine derartige Struktur haben, was es schon unheimlich macht, welche unbekannte Kräfte hier wohl einer der rätselhaftesten Anomalien im Sonnensystem bilden.

Die Raumsonde Cassini wird wohl noch bis September 2017 den Ringplaneten Saturn beobachten, doch die NASA-Forscher haben wenig Hoffnung, eventuell noch unbekannte Gravitationskräfte auf Saturn erklären zu können. Es wie davon ausgegangen, das die bisherigen Kenntnisse über Planetengeologie, Planetenphysik und Planetengeodäsie ein ganz neues Kapitel erhalten müssen, das ausserirdische Welten unsere Weltraumforschung immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefert, um die Komplexität des Weltraums mehr zu verstehen. Vielleicht findet sich die Lösung im Magnetfeld im Innern des Planeten.
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