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Kieshara 12.04.2008 20:15

Blitze
 
Hallo! :welcome:
Ich bin neu hier, verfolge aber dieses nette Forum schon ne ganze Zeit... dachte mir, dass es jetzt zeit wird "mitzumischen"!^^

Also meine Frage: Es gibt tausende Fotos von Blitzen und auch wenn man gerne Gewitter guckt fällt es einem auch auf: die Farben der Blitze variiert zwischen Blau, Weiß, Orange, Rot, Violett usw. Wovon hängt das ab? Hab versucht es zu googeln,, war aber net erfolgreich.

Was ich mir denke ist das es etwas mit bestimmten Stoffen/Elemente was auch immer, in der Luft zu tun haben könnte und ev. auch mit der Hitzeentwicklung.

lg

Llewellian 13.04.2008 14:00

Darauf kann ich als jemand der aus dem Elektrobereich kommt antworten.

Die Antwort ist:

Es hängt von vielen, vielen Faktoren ab. Beispiele:

Stromfluss: Wie gut leitet der Blitz, vieviel Strom fliesst, davon abhängend die Ionisierung der Luft (sprich: Glühen), etwas lapidarer gesagt: Die Hitze bestimmt die Farbe.

Die Zusammensetzung der Luft und davon auch abhängend die Entfernung des Blitzes:

Damit ist gemeint: Über der See ist die Luft leicht Salzhaltig (Natrium), über Land leicht staubhaltig, Regen (Tröpfchengrösse bestimmt die Art der Lichtbrechung). Es kann über See eher zu einer leichten Gelbfärbung kommen (Natrium leuchtet ionisiert gelb), die Tröpfchen und Staubgrösse bestimmt die Lichtbrechung und die Entfernung bestimmt zusätzlich zur Tropfen/Staubkorngrösse welche Wellenlängen du siehst (Beispiel: Langer Lichtweg in staubiger/wasserdampfhaltiger Atmosphäre nimmt Blau raus, deshalb roter Sonnenauf- und untergang. Gilt für jegliche Lichtquelle, das bestimmte Anteile absorbiert werden.)

Sichtmittel für das Blitzlicht: Je nach Auge, je nach Fotokamera und -film werden bestimmte Wellenlängen bevorzugt. Jedes Auge sieht Farben leicht anders bzw. verabeitet das Gehirn diese leicht anders. Gilt auch für Fotografien, je nach verwendetem Film kann es eine leichte Farbüberbewertung in einem Ausschnitt des Spektrums geben, bei gleichen Lichtverhältnissen. Selbes gilt auch für den Linsenaufbau in einer Kamera.

Hoffe, das hat geholfen.

basti_79 13.04.2008 14:27

Ich würde dem Zustimmen. Es ist eine Kombination aus Eigenschaften eines bestimmten Blitzes und fotografischen Eigenheiten. Weißabgleich ist da ein wichtiges Stichwort.

Was die Eigenschaften des Blitzes angeht: Welche Farbe ein Plasma (Blitze bestehen aus einem solchen) letztlich hat, ist, glaub ich, höherer Anspruch ;) Ich hab mal versucht, rauszufinden, ob schonmal jemand einen Blitz spektroskopiert hat, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen.

Hab mal ein paar Leute gefragt, die sich damit auskennen.

Kieshara 14.04.2008 20:18

Das ist die beste Antwort die ich bis jetzt bekommen habe!!! :hoch: Danke schön!!

Llewellian 14.04.2008 22:09

Zitat:

Zitat von basti_79 (Beitrag 91277)
Was die Eigenschaften des Blitzes angeht: Welche Farbe ein Plasma (Blitze bestehen aus einem solchen) letztlich hat, ist, glaub ich, höherer Anspruch ;) Ich hab mal versucht, rauszufinden, ob schonmal jemand einen Blitz spektroskopiert hat, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen.

Hab mal ein paar Leute gefragt, die sich damit auskennen.

Welche "Farbe", sprich, welches Licht ionisierte Luft hat, kommt auf:

Teilchenfluss, Ionisierungsgrad und chemische Luftzusammensetzung und vorallem den Druck an.

Bei normalen atmosphärischen Blitzen kann man quasi von einer Hochdruckentladung in einem Gasgemisch von Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid, Wasserdampf und einigen anderen Gasen ausgehen. Das hat ein recht kontiniurliches Spektrum von Erregungszuständen, das abgegebene Lichtspektrum ist in etwa "Weiss" mit einem Stich ins Blaue, da bei diesem hohen Ionisierungsgrad ein Gutteil der Lichtabgabe im nahen und hohen UV stattfindet (wie dir auch jeder Schweisser bestätigen kann, der durch exzessives Schweissen einen Sonnenbrand kriegt.

Wichtig vorallem, ein normaler Atmosphärischer Blitz hat ein thermisches Spektrum. Thermisch deshalb, weil hier weniger die Leuchterscheinung durch die Ladungsionisation erfolgt, als vielmehr das die Luft im Blitzkanal massiv erhitzt wird, z.T bis etwa 30.000 Grad

Dementsprechend geht die Farbe ins Blauweisse.

http://de.wikipedia.org/wiki/Farbtemperatur

In Umgebungen mit sehr niedrigem Druck (z.B Hochatmosphäre) spielt weniger die Temperatur, als viel mehr die Ladungsionisation eine Rolle, da gibt es dann auch statt gemischter mehr diskrete Farbzustände.

Sprites oder Elfen als Sonderform eines Blitzes in der Hochatmosphäre (zwischen Meso- und Ionosphäre) sind zum Beispiel zwischen leuchtend Pink bis tief Rosa. Wie das allerdings genau entsteht, darüber ist man sich noch nicht sooo im Klaren. Zudem sind diese Erscheinungen recht leuchtschwach und können zumeist nur mit einer Nachtsichtkamera fotografiert werden, was natürlich die Farben auslässt und nur in Schwarzweiss/Grün darstellt.

http://www.fma-research.com/spriteimage.htm

http://www.nasa.gov/images/content/1..._sprite_lg.jpg

Sajuuk 27.05.2008 12:16

Erinnert mich irgendwie an das hier, wurde das hier schon gepostet?
Ein Vulkanausbruch in Chile während eines Gewitters.

http://img.dailymail.co.uk/i/pix/200...PI_800x531.jpg

http://img.dailymail.co.uk/i/pix/200...I1_800x514.jpg

Acolina 27.05.2008 12:27

Wow! Das sieht ja irre aus!

Manx 27.05.2008 12:41

Zitat:

Zitat von Sajuuk (Beitrag 93650)
Erinnert mich irgendwie an das hier, wurde das hier schon gepostet?
Ein Vulkanausbruch in Chile während eines Gewitters.

Grandiose Aufnahmen, Sajuuk. Nur, ein Vulkanausbruch während eines Gewitters, das stimmt nicht. Ein Gewitter während eines Vulkanausbruch, das passt besser.

Durch die immense Materialbewegung, egal ob Staub und Rauch oder Wassertröpfchen und Hagel entsteht statische Aufladung, die sich durch Blitze entlädt. Eigentlich auch schön zu sehen durch die Blitze, die sich großenteils entlang der vom Vulkan aufsteigenden Wolke bewegen.

Wer kann's besser erklären bzw. bestätigen ?


73, Manx

Llewellian 27.05.2008 15:27

Jo, stimmt schon so in etwa....

http://img.dailymail.co.uk/i/pix/200...PS_800x523.jpg

Blitze sind nix ungewöhnliches bei einem Vulkanausbruch, im Falle des Chaiten Ausbruchs in Chile Anfang Mai war es nur etwas mehr als "üblich".

So eine Vulkanwolke erzeugt eine gigantische Menge an statischer Reibungselektrizität. Da die extrem heisse Luft und chemische Gase (nebst erhöhter natürlicher Radioaktivität) die Luft unglaublich ionisieren, führt das zu einer schlagartigen Entladung entlang und vorallem innerhalb (dort aber immer unsichtbar fürs Auge) des Rauchkegels.

In Fällen wie dem Chaiten kann das direkt zu einem "elektrischen Sturm" führen.

Lawrence P. W. 27.05.2008 15:52

Nicht schlecht, sieht so aus wie ein Nahüberflug der neusten Enterprise...


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