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basti_79 09.09.2018 14:44

No-Platforming, SJWs, Gender in der Wissenschaft
 
Da ist eine VT unterwegs, die so schrullig ist, dass ich sie Euch nicht vorenthalten möchte. Es gäbe sogenannte "Social Justice Warriors" (Kämpfer/Krieger für "soziale Gerechtigkeit" - was auch immer das sein mag), die durch Unterwanderung wissenschaftlicher Institutionen versuchen, ihre Agenda durchzusetzen. Dazu würden Rufmorde und vorsätzlich herbeigeführte Mundtode gehören, und dass Texte zu "gendern" wären, d.h. in geschlechtsneutraler Sprache zu halten wären. Nur böse Zungen machen da strukturelle Ähnlichkeiten aus z.B. zu der "Menschenjagd"-Diskussion, oder zu den vermeintlich normalen Härten und Zumutungen des politischen Alltags innerhalb und außerhalb politischer Parteien.

Als Beleg führe ich das Gesamtwerk von Felix von Leitner an, heute hier vertreten mit dieser Äußerung:

Zitat:

Das "No Platforming" der SJWs hat die wissenschaftlichen Publikationen erreicht!
Here’s a question we haven’t asked about structural sexism in academe: Do we still keep citing the scholarship of serial harassers and sexists?
Es reicht nicht mehr, denen auf der anderen Seite die Existenz zu vernichten. Nein. Jetzt müssen wir ihnen auch ihr wissenschaftliches Vermächtnis zerstören. Diese fiesen Untermenschen da drüben auf der anderen Seite!!1!
Haben wir eigentlich gar nichts aus der Nazizeit gelernt? (Danke, Robert)
Es gibt ja zum Glück nicht immer nur ein Publikationsorgan. Es scheint bei ihm auch keinen Unterschied zu geben zwischen industriellem Massenmord und den Operetten der Geisteswissenschaftler.

Für die Zwecke unserer Diskussion vertrete ich gerne die Position, dass "wissenschaftliche" Publizisten selbstverständlich das Hausrecht bezüglich ihrer Publikation haben und so letzten Endes auch entscheiden, wer da publizieren darf und wer nicht. Dass das Ganze eigentlich eine Diskussion ist, die schon 1970 hätte geklärt werden können, braucht uns nicht zu stören.

Im Kern der Sache scheint zu stehen, dass Äußerungen eben doch Wirkung zeigen können.

Sexuelle Belästigung und Sexismus galten ja bis tief in die 2000er hinein als "Kavaliersdelikt". Vor diesem Hintergrund überrascht mich jetzt die Heftigkeit der Antwort nicht.

Auch, dass sich Konzepte besonders schnell innerhalb des Universitätsbetriebs verbreiten, überrascht mich nicht. Universitäten sind immerhin dafür gut. Auch, dass es da bei den Geisteswissenschaften Fehlentwicklungen gibt, ist eigentlich selbstverständlich.

Was könnte man denn jetzt gegen "soziale Gerechtigkeit" haben, oder dagegegen, dass (einfacher) mal irgendwelchen Sexisten der Mund verboten wird?


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