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-   Unser Leben: Schicksal oder Zufall? (http://forum.grenzwissen.de/forumdisplay.php?f=64)
-   -   Es gibt keinen Zufall! (http://forum.grenzwissen.de/showthread.php?t=24399)

Andimuc 18.08.2017 12:27

Es gibt keinen Zufall!
 
Das stell ich jetzt einfach mal so in den Raum.

Wäre Zufall nicht auch das Gegenteil von Gesetzmäßigkeit und den Naturgesetzen?

Es ist wie ein Perpetuum mobile. Also Ursache und Wirkung.

Immer mehr Wissenschaftler sind auch der Meinung, dass selbst der Urknall kein zufälliges Ereignis war. Googlet mal nach Looptherie oder Loopuniversum. Vieles Spricht dafür. Alles kommt von einem einzigen Punkt (soviel ist schon klar) und dehnt sich von da aus (es ist erwiesen das sich das All ausdehnt, rechnet man zurück, kommt alles von einem Punkt). Doch diese Ausdehnung wird langsamer, irgendwann stoppt sie, und kehrt um. Alles fluktuiert wieder an einem einzigen Punkt um wieder nach außen zu explodieren.

Vieles spricht dafür.

Alleine das ist also schon eine Gesetzmäßigkeit.

Vielleicht ist das Schicksal aber auch der Ersatz, für die, die nicht an Gott glauben (wobei sich das nicht widerspricht,... doch das ist eine andere Diskussion).

Doch wie ist es eigentlich, wenn es wirklich so ist, dass alles vorbestimmt ist?

Kann ich mich mich jetzt auf die Autobahn stellen, und werde nicht überfahren, weil "ich noch nicht soweit bin"? Demnach haben wir ja für alles eine Art Freifahrtsschein. Doch es könnte auch sein, dass auch dieser Versuch sich auf die Autobahn zu stellen, welcher dann tödlich endet, so vorbestimmt war". Das ist der Knackpunkt.

Was sagt ihr? Also, ich glaube nicht an Zufälle. Dafür habe ich schon zu viel erlebt ,was dagegen spricht.

Achja, ganz schön unhöflich von mir:

Ich bin der Andi, 32 Jahre und wohne in München. :D

LG

perfidulo 18.08.2017 12:38

Gott würfelt nicht
 
Natürlich nicht! Es ist alles Gottes Wille und der würfelt nicht.

Andimuc 18.08.2017 12:54

Danke für die schnelle Antwort.

Ja, das glaube ich auch, wobei ich nicht an Gott glaube, wie wir ihn uns vorstellen. Der vermenschlichte Gott. Das sind nur wir Menschen, weil wir für alles ein Bild brauchen.

Das Schicksal (die Vorbestimmung) kann auch als Gott gesehen werden....

Venkman 18.08.2017 13:47

Zitat:

Zitat von Andimuc (Beitrag 220902)
Doch wie ist es eigentlich, wenn es wirklich so ist, dass alles vorbestimmt ist?

Kann ich mich mich jetzt auf die Autobahn stellen, und werde nicht überfahren, weil "ich noch nicht soweit bin"?

Tja, am besten ausprobieren und du hast eine endgültige Antwort auf die Frage...;)

An alle Ferienkinder hier an Board: Bitte nicht nachmachen!

Andimuc 18.08.2017 14:22

Zitat:

Zitat von Venkman (Beitrag 220905)
Tja, am besten ausprobieren und du hast eine endgültige Antwort auf die Frage...;)

An alle Ferienkinder hier an Board: Bitte nicht nachmachen!

Die Frage habe ich aber selbst schon beantwortet. :D
Theoretisch ist es wohl so, aber vielleicht soll ich da auch sterben,...

Es gab ja schon Fälle wo es bei Flugzeugabstürzen einen einzigen Überlebenden gab, Leute vom Hochhaus gefallen sind und sich nichts getan haben usw.

basti_79 18.08.2017 14:35

Zitat:

Zitat von Andimuc (Beitrag 220902)
Wäre Zufall nicht auch das Gegenteil von Gesetzmäßigkeit und den Naturgesetzen?

Nein, nicht unbedingt. "Naturgesetz" bedeutet ja nicht "Determinismus". Man kennt auch nicht jedes Naturgesetz vollständig.

Zitat:

Doch wie ist es eigentlich, wenn es wirklich so ist, dass alles vorbestimmt ist?
Naja, offensichtlich war dann auch vorherbestimmt, dass Du Dir jetzt diese Frage stellst.

Zitat:

Demnach haben wir ja für alles eine Art Freifahrtsschein.
Viel schlimmer fände ich, dass es in einer Welt ohne Zufall (und damit auch ohne freien Willen) keine Verantwortung gäbe, keine Schuld, keine Ethik und auch keine Liebe.

Zitat:

Also, ich glaube nicht an Zufälle.
Der Trick an Wissenschaft ist, dass sie funktioniert, unabhängig davon, ob Du daran glaubst.

Zitat:

Achja, ganz schön unhöflich von mir: Ich bin der Andi, 32 Jahre und wohne in München. :D LG
Willkommen im Forum.

Lupo 18.08.2017 15:01

Zitat:

Zitat von basti_79 (Beitrag 220907)
Viel schlimmer fände ich, dass es in einer Welt ohne Zufall (und damit auch ohne freien Willen) keine Verantwortung gäbe, keine Schuld, keine Ethik und auch keine Liebe.

Absolut, der totale Horror, damit hätte niemand eine Wahl (nur die Illusion derselben)

Sakslane 18.08.2017 15:49

Das wichtigste hat Basti ja schon gesagt. Daher nur noch ein paar Ergänzungen:
Zitat:

Zitat von Andimuc (Beitrag 220902)
Wäre Zufall nicht auch das Gegenteil von Gesetzmäßigkeit und den Naturgesetzen?

Nein. Einige der am besten getesteten Naturgesetze in der Physik ist die Quantenmechanik. Zufall ist ein elementarer Bestandteil dieser Gesetze. Wenn ich ein System betrachte, wie z.B. ein Atom, das sich in einer Überlagerung verschiedener Zustände befindet, und ich eine Messung daran vornehme, die einen dieser Zustände bestimmt / erzwingt, dann ist es grundsätzlich unbestimmt (d.h. grundsätzlich unvorhersagbar, absolut zufällig, durch kein anderer Naturgesetz festgelegt), welcher Zustand das sein wird. Eine der Kernaussagen der Quantenmechanik ist es, dass nur die Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Zustände festgelegt ist. Dass dem wirklich so ist und diese Wahrscheinlichkeit nicht nur eine Konsequenz dessen ist, dass wir die Gesetze nicht kennen, die bestimmen, welcher Zustand am Ende rauskommt (sog. "verborgene Variablen"), wurde experimentell ebenfalls durch die Bell'sche Ungleichung überprüft und bestätigt. "Echter" quantenmechanischer Zufall und verborgene Variablen lassen sich nämlich durch statistische Methoden unterscheiden.
Zitat:

Immer mehr Wissenschaftler sind auch der Meinung, dass selbst der Urknall kein zufälliges Ereignis war. Googlet mal nach Looptherie oder Loopuniversum.
Bei der LQG / Loop Quantum Gravity / Schleifenquantengravitation handelt es sich in erster Linie um eine Quantentheorie, und die beinhaltet genau den oben genannten fundamentalen, absoluten Zufall, wie es jede Quantentheorie tut. Zwar ist es in der Tat so, dass in der LQG der Big Bang durch einen Big Bounce ersetzt wird, aber es ist keineswegs so, dass die Entwicklung des Universums deterministisch wäre. Ganz im Gegenteil: Auf kleinen Skalen ist sogar die Struktur der Raumzeit zufällig.

Epicon 22.08.2017 16:11

Zitat:

Zitat von Sakslane (Beitrag 220909)
Eine der Kernaussagen der Quantenmechanik ist es, dass nur die Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Zustände festgelegt ist. Dass dem wirklich so ist und diese Wahrscheinlichkeit nicht nur eine Konsequenz dessen ist, dass wir die Gesetze nicht kennen, die bestimmen, welcher Zustand am Ende rauskommt (sog. "verborgene Variablen"), wurde experimentell ebenfalls durch die Bell'sche Ungleichung überprüft und bestätigt. "Echter" quantenmechanischer Zufall und verborgene Variablen lassen sich nämlich durch statistische Methoden unterscheiden.Struktur der Raumzeit zufällig.

Die Bellsche Ungleichung beweist im wesentlichen nach meinem Verständnis/Wissenstand doch lediglich die nicht Lokalität oder? Bricht dadurch auch automatisch alles andere weg?

Sakslane 22.08.2017 18:05

Nicht ganz. Natürlich bricht nicht alles weg. Genau genommen widerlegt die Bell'sche Ungleichung die Existenz von lokalen verborgenen Variablen, d.h. sie besagt, dass es keine unbeobachteten, klassischen Freiheitsgrade in den beiden miteinander verschränkten Systemen gibt, die bestimmen, welchen Ausgang die Messung an beiden nehmen wird. Solche lokalen verborgenen Variablen hätte man z.B. wenn man in eine Box eine rote Kugel legt, in eine andere eine weiße, und die dann an verschiedenen Orten öffnet. Dann ist schon vor dem Öffnen bestimmt, welche Kugel man jeweils findet. Bei den verschränkten Zuständen ist das aber nicht bestimmt, das Ergebnis ist zufällig - es ist nur die Korrelation zwischen beiden Ergebnissen bestimmt.

Nun könnte man das Ergebnis tatsächlich umgehen, wenn die Theorie nichtlokal wäre, also eine instantane, "geisterhafte" Fernwirkung hätte, die beim Durchführen der Messung an einem der beiden verschränkten Systeme das Ergebnis ohne Verzögerung auf das andere System übertragen würde. Das widerspricht aber der Relativitätstheorie, gemäß derer es keine solche Signalausbreitung geben kann, die schneller als das Licht ist. Das wiederum ist durch Experimente zur Relativitätstheorie begründet, die also ebenfalls mit in das Ergebnis eingehen.

Eine weitere notwendige Annahme für die Bell'sche Ungleichung ist es, dass beide Experimentatoren unabhängig voneinander Messungen an den beiden Systemen vornehmen können, und dass es nicht vorherbestimmt ist, welche Messung genau die beiden vornehmen. Das kann man als Annahme eines "freien Willens" interpretieren. Die Bell'sche Ungleichung kann man also auch umgehen, indem man einen "absoluten Determinismus" annimmt, nach dem auch die Handlungen der Experimentatoren bereits vor dem Experiment festgelegt sind.

Praktischerweise habe ich gerade heute früh dazu einen Link hier im Forum gesehen:
http://www.astronews.com/news/artike...1708-015.shtml


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