:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: (http://forum.grenzwissen.de/index.php)
-   Rund um Naturwissenschaft (http://forum.grenzwissen.de/forumdisplay.php?f=24)
-   -   Für Story ein kreatives Bewässerungssystem (http://forum.grenzwissen.de/showthread.php?t=12634)

hhuent 13.01.2010 03:55

Für Story ein kreatives Bewässerungssystem
 
Hallo zusammen,

ich bin neu hier, dies ist mein erster Beitrag. Ich bin auf dieses Forum gestoßen bei meiner Recherche nach Gravitationsanomalien - bin übrigens kein Wissenschaftler, wie Ihr schnell merken werdet, deshalb bitte ich um Geduld und Eure Hilfe ;-).

Derzeit bastele ich an einer Story, in der es um eine fingierte Gravitationsanomalie geht, vielleicht könnt Ihr mir mit einer Szenerie helfen?

Lässt sich so ein - zugegebenermaßen verrückter -Fall konstruieren? Ein unterschlächtiges Mühlrad bekommt während regenreicherer Zeiten von einem Bach mit sehr geringem Gefälle genügend Wasserdruck, um sich zu drehen. Was müsste passieren, damit in regenschwachen Zeiten Wasser den Bach zurückfließt und und das Mühlrad sich rückwärts dreht? Könnte beispielsweise ein kleiner Stausee bachabwärts während der Regenzeit gefüllt worden sein, der sich - einmal voll - leert durch Überlauf oder Öffnung am Fuß der Sperre und der entsandene Wasserdruck ausreicht, um die geringe Steigung zu überwinden, das Mühlrad gegen die ursprüngliche Richtung anzutreiben und dann weiter oben zu versickern oder nach der Passage umgeleitet zu werden, damit es nicht wieder gegen den Fluß bergab läuft? Wie könnte man das mit einem einfachen Bewässerungssystem bewerkstelligen, damit möglichst wenig menscchlicher Einfluss im Spiel ist? Im Prinzip würde es sich um ein im Jahresverlauf zumeist bergab und für wenige Wochen bergauf laufendes Wasser handeln (das System sollte schon so einen Kilometer Ausdehnung haben). Damit wäre eine Art simulierte Gravitationsanomalie zustande gekommen. Umgeleitete Nebenbäche sind denkbar. Möglicherweise auch ein Bauer, der in der regenarmen Zeit - als deus ex macina - Wasser aus der Quelle entnimmt für die Bewässerung von Feldern. Der bach könnte vielleicht auch Untiefen haben, um eine ungewöhnliche Wasserströmung zu haben. Habt Ihr eine Idee, einen kreativen Gedanken oder eine hilfreiche Zeichnung?

Vielen Dank für Eure Hilfe und Euer Hirnschmalz,

Heinrich

Tarlanc 13.01.2010 08:57

Zitat:

Zitat von hhuent (Beitrag 117170)
Lässt sich so ein - zugegebenermaßen verrückter -Fall konstruieren? Ein unterschlächtiges Mühlrad bekommt während regenreicherer Zeiten von einem Bach mit sehr geringem Gefälle genügend Wasserdruck, um sich zu drehen. Was müsste passieren, damit in regenschwachen Zeiten Wasser den Bach zurückfließt und und das Mühlrad sich rückwärts dreht?

Eine Pumpe.
Allerdings würde ich während des Hochpumpens das Wasserrad umgehen, da sonst die Pumpe mehr Leistung braucht. Man pumpt das Wasser normalerweise durch ein seperates Rohr zurück nach oben. Das ganze heisst dann Speicherkraftwerk.
In der Schweiz werden die Stauseen nachts mit Pumpen gefüllt, die auf billigem Atomstrom aus dem Ausland laufen, damit man am Tag dann mehr teuren Wasserstrom verkaufen kann. Ist eine lohnene Sache und nicht gerade neu.
Zitat:

Damit wäre eine Art simulierte Gravitationsanomalie zustande gekommen.
Daran ist nichts abnormales. Die Gravitation wird beim Leeren des Stausees genutzt, um Arbeit zu verrichten und beim Füllen wird sie durch mechanische Arbeit überwunden.

Groschenjunge 13.01.2010 09:08

Hi,

Zitat:

Zitat von hhuent (Beitrag 117170)
Derzeit bastele ich an einer Story, in der es um eine fingierte Gravitationsanomalie geht, vielleicht könnt Ihr mir mit einer Szenerie helfen?

Sowas in der Art hat sich M.C. Escher "ausgedacht":

Quelle: http://www.easyart.de/poster/M.C.-Es...ll-180590.html
http://images.easyart.com/i/prints/r...all-180590.jpg

http://de.wikipedia.org/wiki/M._C._Escher

-gj

ps: so richtig anomal ist das nicht, sieht aber IMHO cool aus :D

Sakslane 13.01.2010 09:58

Mir würde spontan nur die Gezeitenwirkung einfallen. Wenn durch die Gezeiten der Meeresspiegel an der Küste steigt und dadurch Wasser nahe einer Mündung flussaufwärts fließt, ist das ja nichts anderes als eine Strömungsumkehr, die durch Gravitation verursacht wird - in diesem Fall die des Mondes. Allerdings findet das alle 12 Stunden statt und nicht nach Jahreszeiten. Um diese Zeit zu verlängern, bräuchte man einen Himmelskörper, der etwa genau so schnell den Planeten umrundet, wie sich der Planet selbst dreht. Dann bewegen sich die Gezeiten nur langsam entlang der Planetenoberfläche.

Tarlanc 13.01.2010 10:44

Zitat:

Zitat von Groschenjunge (Beitrag 117173)
Sowas in der Art hat sich M.C. Escher "ausgedacht":

LOL. Genau an das Bild musste ich auch denken, als ich den Thread gesehen hab. Hab nur nicht den Nerv gehabt, es rauszusuchen :)

@Sakslane: Ja, ein Gezeitenkraftwerk wäre auch eine Lösung für die Frage.

Ein normales Wasserkraftwerk übrigens auch, da ja der Wasserdampf aufsteigt (entgegen der Erdanziehung) und in höheren Luftschichten wieder flüssig wird, um zurück in den Stausee zu fallen.

Llewellian 13.01.2010 11:39

http://www.amazon.de/Wunderwelten-kl...dp/3453313747/

Da. Da ist das schon mal beschrieben worden mit Wasser das wieder bergauf fliesst...

Friedrich Wilhelm Maders "Wunderwelten". Ein SciFi Roman aus dem Jahre 1900 in bester Tradition von Jules Verne.

hhuent 13.01.2010 20:42

Vielen Dank für die (An)teilnahme. Ihr seid alle klasse! (Tarlanc, tolles Bild!, Llewewellian, wunderbarer Spruch, "My God, its...") Wir kommen der Sache näher. Ich hatte Escher auch im Blick, dachte auch schon an artesische Brunnen, Kapillareffekte und was weiß ich...
Vielleicht darf ich nochmal präzisieren, was ich mit dem kleinen Rätsel vorhabe:
Eine Dorfgemeinde glaubt seit 60 jahren an ein besonderes Phänomen - Gravitationsanomalie, denn das unterschächtige Mühlrad des Bächleins, das nahe am Dorf vorbeifließt, dreht sich alle paar Jahre immer langsamer, stoppt, und dreht sich dann langsam "rückwärts" - weil das Wasser jetzt gegen das leichte Gefälle fließt. Wenn man die Sache aus einiger Nähe betrachtet, soll es alles wie Zauberwerk wirken - ohne Eschers Gestell, Kraftwerke etc. - eben wie eine Gravitationsanomalie. Erst bei genauer Recherche soll jemandenm auffallen, dass es keine Gravitationsanomalie ist, sondern das Dorf einer humorvollen Täuschung unterliegt und nur das sieht, was es immer sehen wollte. Irgendein Typ mit klarerem Verstand zweifelt - 60 Jahre nach dem ersten Auftreteten - an dem Phänomen und wird nach einer kleinen Untersuchung feststellen, dass jemand die Täuschung ganz witzig eingefädelt hat, um das Dorf zu ärgern...

Und jetzt brauche ich eine im Hochsommer aufteretende, nicht auf den ersten Blick ersichtliche Täuschung, bei der sich der Spaßvogel Mutter natur zunutze gemacht hat, ohne dass man es gleich sieht...

Wie wäre es mit dem Prinzip des artesischen Brunnens und etwas künstlerischer Freiheit?
Also: Die Anomalie und das rückwärts laufende Wasser tritt nur in Zeiten großer Trockenheit auf. Hundert Meter oberhalb des Wasserrads staut sich der kleine Bach zu einem natürlichen Teich. Dort entnehmen die Bauern Wasser in größeren Mengen, um unterhalb des Mühlrads ein wasserdurchlässiges Gebiet oberflächlich zu bewässern. Aber genau in dieser Senke ist Grundwasser zusammengelaufen, dass aufgrund der tieferen geologischen Schichten dort gestaut wird, unter Druck kommt und einen artesischen Brunnen bildet. Der Spaßvogel hat dies damals erkannt und an einer versteckten Stelle die Schichten angebohrt, bis Wasser hochstieg, dass er wiederum mit Schwung und Gefälle in das Bachbett unterhalb des Wasserrads einleitet. Der Schwung reicht aus um das Wasserrad und das kleine noch verbleibende Rinnsal von oben rückwärts anzutreiben und nach oben zu drängen. Oberhalb des Mühlrades versickert das "rückwärts" laufende Wasser, schwingt also nicht mehr zurück (gäbe es noch eine glaubwürdigere Variante?) . Der Druck der artesischen Quelle steigt also, je mehr die Bauern aus dem Teich oberhalb des Mühlrades entnehmen und unterhalb des Mühlrades bewässern. Möglich wäre auch, dass das Wasserrad in einer kleinen Bachsenke steht, die gebildet wurde. Mal überwiegt die Wasserkraft von oben, mal die von "unten", die das Wasserrad antreibt...

Was meint ihr? Wäre das mit etwas gutem Glauebn (;-)konstruierbar und nicht von anfang an durchschaubar. Es muss sich in der Schilderung einigermaßen plausibel anhören.

Viele Grüße und Dank für Eure Kommentare...

-CC- 20.01.2010 14:56

Ich verstehe das Problem nicht. Der Aufbau muss garnicht komplex sein:

See A ist über einen Kanal mit See B verbunden. Die Mühle befindet sich an diesem Kanal.
See A wird von einem Fluss gespeist und hat noch weitere Abflussmöglichkeiten.
See B wird über einen Gebirgsbach gespeist und hat ebenfalls noch weitere Abflussmöglichkeiten.

Strömung von A nach B:
Im Winter bzw. Frühjahr hat der Fluss mehr Wasser (Regen statt Schnee/Schmelzwasser), die Pegelstand des Sees A erhöht sich, es ensteht ein Differential zum See B und der Kanal sorgt für einen Ausgleich.

Strömung von B nach A:
Durch niedrigeren Flusspegel im Sommer wir der See A von der Speisung abgeschnitten und läuft trotzdem über die weiteren Ablaufmöglichkeiten leer. See B erhält Schmelzwasser von einem Gletscher, sodass sich dessen Pegel erhöht. Somit entsteht eine Strömung vom See B zum See A.

Unwahrscheinlich aber meiner Meinung nach möglich!

-CC-


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:44 Uhr.

Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2018 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.