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Lawrence P. W. 06.06.2017 15:01

Länger Glauben leben
 
Ein sehr schöner Artikel, auf den ihr euch sicherlich gleich, wie die Geier stürzen werdet.
Gottesdienst kann die Gesundheit nachweisbar verbessert

Nobby Nobbs 06.06.2017 16:25

Ich denke nicht, daß man sich angesichts der Erkenntnisse im Artikel in einen Aasfresser verwandeln muß. Auch nicht als Atheist.
Letztendlich besagt nach meinem Dafürhalten der Artikel nicht, daß Religion (allgemein oder eine spezielle) für ein längeres Leben verantwortlich ist, sondern die Art und Weise der Durchführung/Ausübung. Wenn also Atheisten eine gemeinsame Form der Meditation finden würden, ginge es denen ähnlich, denke ich.
Das ergibt sich für mich aus dem Erklärungsversuch im letzten Absatz.

Lawrence P. W. 06.06.2017 16:56

Zitat:

Zitat von Nobby Nobbs (Beitrag 219550)
Ich denke nicht, daß man sich angesichts der Erkenntnisse im Artikel in einen Aasfresser verwandeln muß. Auch nicht als Atheist.
Letztendlich besagt nach meinem Dafürhalten der Artikel nicht, daß Religion (allgemein oder eine spezielle) für ein längeres Leben verantwortlich ist, sondern die Art und Weise der Durchführung/Ausübung. Wenn also Atheisten eine gemeinsame Form der Meditation finden würden, ginge es denen ähnlich, denke ich.
Das ergibt sich für mich aus dem Erklärungsversuch im letzten Absatz.

Naja, genau dieses Wenn ist, denke ich, das Problem dabei. Glaube ist ein Ergriffensein von dem, was einen unbedingt angeht.
Und als Atheist, ist man ja vielleicht eher von nichts so richtig ergriffen, außer vom reinen Wissen an sich vielleicht.

perfidulo 06.06.2017 17:16

Da wird wieder auf der Grundlage eine deutschen Intepretation der Studie kräftig spekuliert.

Das Zitat zur Orinal-Veöffentlichung übe die Studie ist gut versteckt im Text gewesen:

Fachzeitschrift „PLOS one“.

Church attendance, allostatic load and mortality in middle aged adults

Kriterium war Allostatic load

https://en.wikipedia.org/wiki/Allostatic_load

Zitat:

Allostatic load is "the wear and tear on the body" which accumulates as an individual is exposed to repeated or chronic stress.[1] It represents the physiological consequences of chronic exposure to fluctuating or heightened neural or neuroendocrine response that results from repeated or chronic stress.[2] The term was coined by McEwen and Stellar in 1993.[3]
Wahrscheinlich kann man sagen, dass Leute, die Gottesdienste besuchen, besser Stress abbauen.

Mit eine anderen Form von Meditation ginge es auch. Man könnte eine Studie mit Leuten machen, die Yoga praktizieren.

Sakslane 06.06.2017 18:32

Zitat:

Zitat von perfidulo (Beitrag 219555)
Wahrscheinlich kann man sagen, dass Leute, die Gottesdienste besuchen, besser Stress abbauen.

Mit eine anderen Form von Meditation ginge es auch. Man könnte eine Studie mit Leuten machen, die Yoga praktizieren.

Es könnte genau so gut sein, dass Leute, die mehr Stress haben, keine Zeit haben für Gottesdienste. Aus einer Koinzidenz folgt kein kausaler Zusammenhang.

Nobby Nobbs 06.06.2017 18:58

Zitat:

Zitat von Lawrence P. W. (Beitrag 219553)
Und als Atheist, ist man ja vielleicht eher von nichts so richtig ergriffen, außer vom reinen Wissen an sich vielleicht.

Ich glaube, da unterschätzt du die Atheisten etwas.
ich bin öfter mal tief ergriffen von der Schönheit der Natur die mich umgibt, wenn ich mit meinem Hund durch die umliegenden Wiesen und Wälder spaziere. Nur als ein Beispiel.

Lawrence P. W. 06.06.2017 19:25

Zitat:

Zitat von perfidulo (Beitrag 219555)
Da wird wieder auf der Grundlage eine deutschen Intepretation der Studie kräftig spekuliert.

Mit eine anderen Form von Meditation ginge es auch. Man könnte eine Studie mit Leuten machen, die Yoga praktizieren.

Wird nicht hinhauen, Yoga geht nicht ohne Bezug zur Spiritualität.
Nicht alle die Yoga machen sind automatisch Atheisten...

@Nobby,
klar, Spazierengehen ist schön und Natur auch, aber dieses Ergriffensein des Glaubens geht darüber hinaus.

Venkman 07.06.2017 11:27

Zitat:

Zitat von Lawrence P. W. (Beitrag 219558)
...aber dieses Ergriffensein des Glaubens geht darüber hinaus.

Was mich persönlich bei diesem "Ergriffensein des Glaubens" immer wieder so nachdenklich stimmt:

Warum läßt "Gott", diese ganzen Mißstände/Elend, die/das man tagtäglich auf der Welt und auch im privaten Bereich erfahren muß, zu?
Unabhängig davon wie viel und wie oft man betet, anderen Menschen Hilfe leistet o.ä. ...

Oder einfacher:

"Wo ist Gott wenn man ihn mal braucht?"

Trotz allen Glaubens, fühl ich mich (persönlich) öfters/häufig im Stich gelassen von unserem "Herrn" als verstanden und behütet ...

Insofern kann ich manch Atheisten verstehen, wenn dieser sein Seelenheil in weltlicheren und greifbaren Dingen sucht und auch findet... ;)

basti_79 07.06.2017 12:05

Meiner Meinung nach steckt da überall eine verkappte Angst vor dem eigenen Tod dahinter. Also sowohl bei dem Stress, den die Leute empfinden, als auch bei irgendwelchen Versuchen, übernatürliche Erklärungen für das eigene Erleben zu suchen. Wobei eine Menge von dem Stress ja auf ganz und gar natürliche Umstände zurückgeht und gar keiner übernatürlichen Erklärung bedarf. "Arbeit" z.B., oder "Gesellschaft".

Vgl. auch hier.

Acolina 12.06.2017 19:04

Zitat:

Zitat von Lawrence P. W. (Beitrag 219553)
Naja, genau dieses Wenn ist, denke ich, das Problem dabei. Glaube ist ein Ergriffensein von dem, was einen unbedingt angeht.
Und als Atheist, ist man ja vielleicht eher von nichts so richtig ergriffen, außer vom reinen Wissen an sich vielleicht. [...]

@Nobby,
klar, Spazierengehen ist schön und Natur auch, aber dieses Ergriffensein des Glaubens geht darüber hinaus.

Ach, Lawrence, hast du eine Ahnung ;)

Woher willst du wissen, was ich fühle, ein Atheist fühlt? Woher willst du wissen, dass dein Ergriffensein des Glaubens über mein Ergriffensein des Unglaubens hinaus geht?

Diese gläubige Arroganz und Überheblichkeit, dein Hochmut, passt so gar nicht zur gepredigten Demut ;)

Zitat:

Zitat von Lawrence P. W. (Beitrag 219558)
Wird nicht hinhauen, Yoga geht nicht ohne Bezug zur Spiritualität.

Und wieder mal: Hast du eine Ahnung! Yoga ist einfach eine Kombination aus Gymnastik und Atemübungen. Das funzt wunderbar ohne "Bezug zur Spiritualität". Ebenso wie Meditation prima ohne diesen Bezug funzt.

Zur Studie wurde hier ja schon einiges gesagt. Dass Korrelation eben keine Kausalität ist. Ich habe gerade keine Zeit, die Studie selbst durchzulesen, aber im von dir verlinkten Artikel steht bereits ein Schlüsselsatz:
Zitat:

Es geht nicht um einen bestimmten Glauben, es geht um den Glauben an sich, erläutern die Wissenschaftler weiter.
Die Frage ist, was sind die Ursachen für das Ergebnis der Studie? Welche Faktoren neben dem untersuchten "Gottesdienstbesuch" spielen eine Rolle? Wie leben Menschen, die einen Gottesdienst besuchen? Haben sie einen stressigen Job? Trinken sie? Rauchen sie? Oder unterlassen sie so etwas, weil sie das für Sünde halten?

Natürlich haben Menschen in tragfähigen sozialen Strukturen gute Voraussetzungen für Gesundheit. Dabei ist es allerdings völlig unerheblich, ob diese Strukturen religiös sind oder nicht. Auch solche, die sich ehrenamtlich einsetzen, sich für von ihnen als gut empfundene Ziele einsetzen, ob nun Umwelt- oder Tierschutz, Humanismus oder was auch immer, sind zufriedener und weisen eine bessere Gesundheit auf.

Ach ja und Heavy Metal macht schlau ;)

Und Kinder, die ein Kuscheltier haben, schlafen besser ;)

Und natürlich kann ich mir jetzt ganz doll einreden und ganz fest dran glauben, nach dem Tod sitze ich auf Wolke 7, die Blumen blühen und alle haben sich lieb piep piep. Und der liebe Gott macht das schon, egal, ob ich im Lotto gewinne oder an Krebs verrecke, der liebe Gott weiß schon, warum und was immer er tut, ist richtig und gut. Das mag das Gewissen von Menschen, die so etwas tun wollen und können, sicher beruhigen. So wie das des Kindes, das glaubt, sein Kuscheltier beschützt es vor den Monstern unterm Bett ;)

Man kann sich, je nach Typ, mehr oder weniger problemlos selbst belügen, so doll, dass es einem richtig gut geht. So wie man auch Dinge, die einem nicht passen, einfach ignorieren kann ;) Nur weg gehen tun sie davon trotzdem nicht ;)

Dein Prob, Law, ist, dass du dir einfach nicht vorstellen kannst/willst (Wie sagt der olle Morgenstern so schön? "Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf." ;) ), dass man zufrieden und glücklich leben kann, ohne den Glauben an irgendeinen Gott, an Wolke 7 oder Höllenfeuer, an höhere Gerechtigkeit und was weiß ich, ohne die Pseudoantwort Gott auf alle offenen Fragen, im Wissen um seine Endlichkeit usw. usf. Du kannst es nicht bzw. glaubst, es nicht zu können, weil du dann deinen Lebenssinn verlierst und deinen höheren Papa, der auf dich aufpasst, also kann das auch kein anderer. Basta. ;)

Der Glaube an einen Gott ist eine Copingstrategie, um all die Unwägbarkeiten des Lebens, die offenen Fragen und die eigene Endlichkeit zu bewältigen. Und Religion ist ein Mechanismus, um erwünschtes Verhalten zu fördern, "der liebe Gott sieht alles". Mit Angsterzeugung (und dann gleich auch die Lösung verkaufen, "wenn du lieb bist, ähm glaubst, dann wird alles gut", "wenn du an deinen Herrn glaubst, erlässt er dir deine Sünden und erspart dir die ewige Verdammnis im Höllenfeuer") lassen sich Menschen hervorragend steuern und manipulieren.

Es geht aber auch ohne. Besser sogar, finde ich. Aber jeder, wie er mag, so lange er die anderen so sein und leben lässt, wie sie mögen.


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