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-   -   Atlantis? Atlantis! Ein griechischer Fakebegriff... (http://forum.grenzwissen.de/showthread.php?t=24919)

ElLobo1 06.02.2018 23:32

Atlantis? Atlantis! Ein griechischer Fakebegriff...
 
Dieser griechische Begriff ist genauso falsch wie das sture Halten an Herodots niemals überprüfter und überprüfbarer Behauptung, die Pyramiden Von Gizeh seien innerhalb von 20 Jahren gebaut worden.

Die Griechen sind das älteste europäische Volk, das wir kennen, und von dem viele Schriften erhalten geblieben sind.

Trotzdem ist es meiner Meinung nach extrem befremdlich, wenn man zum Beispiel altägyptische Städte oder Bezeichnungen in der griechischen Version wiedergibt.
Das ist nicht nur eine extreme Geschichteverfälschung, es stimmt einfach nicht!

Klar stimmt das, werden jetzt einige Zeitgenossen behaupten, denn Ägypten war am Ende ja griechisch geprägt(ptolomäerzeit). Diesen Leuten muss man aber auch klar sagen, dass etwa Kleopatra keine Ahnung von ihrer eigenen Geschichte hatte, denn die war bereits viel zu weit in der Vergangenheit, selbst wenn man sie als echten Pharao ansehen will.

Das gleiche gilt für den Begriff "ATLANTIS".
Er ist eine griechische Erfindung von Platon, sonst nichts. Selbst das Wort Atlantis hat einen klaren Griechischen Bezug.
Doch was hat eine griechische Bezeichnung in einem Bericht über eine alte Zivilisation verloren???
Außerdem stellt dieser Begriff die fälschliche Verbindung zum Atlantik her, ob gewollt oder nicht.

Deshalb sollte man auch diesen Begriff neu betrachten.
Was wollte uns Platon WIRKLICH damit berichten?

Die Kenntnis über ein fernes Reich, das untergegangen ist. PUNKT.
Es gibt deshalb keine konkrete Ortsangabe, weil er selber nichts gewusst hat.
Und "jenseits der Säulen des Herakles" stand damals vermutlich als Synonym für Orte, sie sehr weit weg waren.

Das sollte bedacht werden, wenn wieder einmal fälschlicherweise über Atlantis gesprochen wird, dass unter diesem Namen sicherlich ebenso wenig existiert hat, wie die ägyptischen PYRAMIDEN, denn auch das Wort Pyramiden ist ein klarer griechischer Begriff, den ganz sicher kein einziger Mensch des Altertums vor der griechischen Zeit verwendet oder gehört hat.

Also nehmt euch in Acht vor derartigen Geschichtsfälschungen mit zwar antiken Begriffen, die jedoch rein gar nichts mit den wirklich alten Menschenwerken zu tun haben, weil sie genau betrachtet neuzeitlichen Ursprungs sind...

perfidulo 07.02.2018 00:15

Ach, wenn wir Dich nicht hätten! Dann blieben wir unwissend. Was man bei YouTube allesl ernen kann.

Lawrence P. W. 07.02.2018 00:45

So hatte jede Zeit ihre Interpretation von Geschichte, Legenden und Überlieferungen.
So auch wohl die eines untergegangenen blühenden Reiches.

So wie es mit Santorin geschah.

ElLobo1 07.02.2018 01:07

Zitat:

Zitat von Lawrence P. W. (Beitrag 224825)
So hatte jede Zeit ihre Interpretation von Geschichte, Legenden und Überlieferungen.
So auch wohl die eines untergegangenen blühenden Reiches.

So wie es mit Santorin geschah.

Ja, recht hast du.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, denn ich glaube, unsere Bibelgeschichte über den verlorenen Garten Eden hat den gleichen Ursprung wie die Atlantis-Geschichte der Griechen.
Überhaupt denke ich, dass viele Geschichten unserer Bibel bzw. des Alten Testaments von wesentlich früheren Quellen und Legenden übernommen und neu adaptiert wurden.
Was die Sache um die Arche Noah angeht haben wir sogar den Beleg vor unseren Augen - die sumerischen Keilschrifttexte!

Es muss einmal ein erstrebenswertes blühendes Reich irgendwann in unserer geschichtlichen Vergangenheit gegeben haben, deren Untergang derart traumatisch für die gesamte Menschheit war, dass sich diese Legende quer über die Jahrtausende durch ganz verschiedene Kulturen zieht.

Das nenne ich eine echte Legende!

MJ01 07.02.2018 06:55

Zitat:

Zitat von ElLobo1 (Beitrag 224826)
Ja, recht hast du.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, denn ich glaube, unsere Bibelgeschichte über den verlorenen Garten Eden hat den gleichen Ursprung wie die Atlantis-Geschichte der Griechen.
Überhaupt denke ich, dass viele Geschichten unserer Bibel bzw. des Alten Testaments von wesentlich früheren Quellen und Legenden übernommen und neu adaptiert wurden.
Was die Sache um die Arche Noah angeht haben wir sogar den Beleg vor unseren Augen - die sumerischen Keilschrifttexte!

Es muss einmal ein erstrebenswertes blühendes Reich irgendwann in unserer geschichtlichen Vergangenheit gegeben haben, deren Untergang derart traumatisch für die gesamte Menschheit war, dass sich diese Legende quer über die Jahrtausende durch ganz verschiedene Kulturen zieht.

Das nenne ich eine echte Legende!

Nun, man nimmt ja an, dass die Texte des AT, der Tora/Talmuth, etc. zur Zeit des Babylonischen Exils (ca. 600 bis 530 v.Chr.) geschrieben wurden. Somit haben sich die Verfasser natürlich babylonischen/assyrischer Quellen bedient oder profan gesprochen, von dort abgeschrieben. Womit eine lineare Traditio der Texte gegeben ist. Der Konnex mit Platons Atlantis ist sicherlich die "große Flut" die dort überall erwähnt wird.
Wenn man die Flut geschichtlich einordnen will, kann man mittlerweile nicht mehr von den laufenden Überschwemmungen des Euphrat und Tigris ausgehen, weil die allgemein bekannt waren und somit kein "erwähnenswertes Ereignis" dargestellt hätten.
Die letzte nachweisliche Überflutung in dieser Gegend fand ca. 7.500 BP durch Überflutung des Schwarzmeer Süßwassersees statt (Sintflut-These von Pitman und Ryan, bzw. Schoppe).
Zitat:

Am Bosporus, der Meerenge zwischen Europa und Asien, war ein natürlicher Damm gebrochen. Die Sturzflut ergoss sich mit der 200fachen Wucht der Niagarafälle aus dem Marmarameer ins Schwarze Meer, das damals noch 150 Meter tiefer lag und ein Binnensee war. In kürzester Zeit verschwanden rund 100.000 Quadratkilometer Ackerland in den Fluten - mehr als die doppelte Fläche der Schweiz. Die Anwohner flüchteten in Panik oder ertranken.
Möglicherweise war diese Flut der Auslöser sowohl der Flutlegende (z.B. die Anlandung der Arche Noas am "Berg Ararat" - oder manch auch "Berg Armeniens" übersetzt) als auch des Atlantismythos.
Und "Jenseits der Säulen des Herakles", kann eine völlig andere Interpretation initiieren. Wie beispielsweise Ellobo meint "weit entfernt" oder aber die stürzenden Wassersäulen, die es weit vor der Zerstörung des Bosporus gegen haben muss. Denn die heutige Interpretation der "zwei Felsenberge, die die Straße von Gibraltar darstellen", scheint wenig sinnvoll, da man da die Säulen nur aus der Luft hätte erkennen können.
Immerhin hätte diese Kultur rund 4500 Jahre Zeit gehabt, um sich nach der letzten Eiszeit zu entwickeln. Und man hat Funde gemacht, die vor der Flut einen Zuzug vieler Menschen in dieses Gebiet nahelegt (Magnetwirkung eines hochstehenden Kultur-/Wirtschaftszentrums). Und nach der Flut eine rasche Wegbewegung aus diesem Gebiet.

Habe dazu beispielsweise einen SiFi-Roman geschrieben, in dem ich auf die möglichen Zusammenhänge und Interpretationen eingegangen bin. :cool:

Denn Atlantis war morgen:
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basti_79 07.02.2018 09:20

Oh, ihr Sterbliche...

Atlantis war eine naive Vision eines autoritären Staats. Da es heutzutage kaum noch wirklich autoritäre Staaten gibt, und manche Leute sich trotzdem danach sehnen, "finden sie Atlantis faszinierend", da antidemokratische Äußerungen stark tabuisiert werden.

Die griechischen Namen für ägyptische Orte (Alexandria usw.) gehen, wie ElLobo1 ja schon erkannt hat, auf die "griechisch-römische" Epoche der ägyptischen Geschichte zurück. D.h. auf die Zeit, als Ägypten "besetzt" bzw. "ein Vasallenstaat" von Griechenland und Rom war. Genau wie Griechenland selbst. "Pax Romana" eben. Da jetzt "Geschichtsvergessenheit" vorzuwerfen, geht an der Realität vorbei, da die Geschichte z.B. des alten Reichs kaum erforscht war und nur noch als Relikt erkennbar. Das alte Ägypten war zu dieser Zeit schon lange "untergegangen", der Kult, über den man sich ja so gerne ausläßt, von einem lebendigen Gottkönigs-Kult mit großen und politisch bedeutenden Tempeln zu Tradition und Beiläufigkeit verkommen. Das Faszinosum ergibt sich natürlich aus der "Identitätspolitik", die man da den Ägyptern überhelfen kann.

Neuzeitlichen Ursprungs ist auf jeden Fall die Renaissance und damit auch die - wohlgemerkt spezifisch "westliche" - Ägyptophilie. Sicherlich nicht Selbstüberhöhung und Eitelkeit. Die hat es auch in der Antike schon gegeben.


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