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UrsulaU 21.04.2002 11:52

Mission Mars
 
Am 20.4.02 war auf ZDF wieder ein Bericht über "Mission Mars":

In ca. 100 Jahren soll dort die erste Kolonie angesiedelt sein, bestehend aus Technikern und Wissenschaftlern, die die Aufgabe haben, auf dem Mars eine Art Erdatmosphäre zu schaffen via Erwärmung, Schmelzen des Eises etc.
Bis 3000 ist eine riesige Stadt geplant und eine weitergehende Besiedlung des Mars von der Erde aus.

Die Animationen wirkten sehr wissenschaftlich und detailliert, schienen aus dem Forschungsprogramm entnommen.
Diese Mars-Sache ist ja total real und nimmt die ganze Science-Fiction in sich auf. Die Besiedlung des Weltraums hat begonnen. Die ersten Marsmenschen werden Leute von der Erde sein. Vielleicht werden wir auch die ersten Ufos haben ...

Das ist ein Riesenprojekt, das viele Auswirkungen haben wird, z.B. technische Neuentwicklungen, politische Bedeutung, wirtschaftliche, wissenschaftliche ...

Was mich irritiert ist, daß die Zukunft der Erde in dem Bericht als hoffnungslos dargestellt wird, alles vertrocknet, verwüstet, von Unwettern zerstört - und die Menschheit rettet sich deshalb auf den Mars! Als ob man mit dem Geld und den Anstrengungen, die für das Marsprojekt notwendig sind, nicht auch etwas für die gute alte Erde tun könnte!

Unabhängig davon ist das Projekt aber auch total spannend!
Was wißt Ihr darüber, was meint Ihr dazu?

Es grüßt, UrsulaU

Dragonhoard 21.04.2002 17:45

Warum sollte man was für die Erde tun?

Seit Jahrtausenden lebt der Mensch als Nomade. Er zeiht von Weide zu Weide oder von Acker zu Acker, gibt der Boden nichts mehr her zieht er weiter.
Glaubst du das der "moderne Mensch" dieses Verhalten wirklich völlig abgelegt hat? Ich nicht. Viele handeln immer noch nach dem Motto: "Hinter mir die Sintflut".
Der zeitliche Rythmus hat sich nur geändert, was früher alle paar Jahr passiert ist, erstreckt sich nun über Genrationen.

Die Flucht nach vorn ist immer eine willkommene Alternative.

Aber der Mars ist alles andere als ein Garten Eden. Eine (zur Zeit) trostlose Kältewüste, mit nicht gesicherten gößeren Wasservorkommen.
Ich muß sagen ich begrüße die menschliche Expansion ins Universum sehr. Aber wie wäre es einmal die nötige Infrastruktur im Orbit aufzubauen, wie Werften und Unterkünfte, oder zuerst den naheliegenderen Nachbar, der Mond, ins Auge zu fassen?
Und was war auf Entdeckungsfahrten wichtiger als ein sicherer Heimathafen, in den man zurückkommen kann wenn mal was schief geht?


Also: Save the earth and explor the space!

UrsulaU 21.04.2002 20:07

Mission Mars
 
Guter Spruch: Save the Earth - Explore the Space! :respect:

Zum Nomadentum: War vielleicht am Anfang überwiegend, dann kam aber die Gartenbaukultur, und die hat sich doch sehr verbreitet und besteht immer noch! Das Umherziehen ist mehr die männliche, das sich Niederlassen die weibliche Seite. Beides hat seine Stärken und seinen Vorteil. Auf dem Mars sieht es dann eher nach Sich-Niederlassen und "Gartenbau" aus, wenn die Möglichkeiten erst geschaffen sind. Vielleicht kann man ja auch ein paar Tiere importieren ...

Was den Mond angeht: Hat wohl nicht so günstige Voraussetzungen wie der Mars, um eine Atmosphäre aufzubauen und Erdgegebenheiten zu entwickeln. Vielleicht würde die Schaffung einer Mondatmosphäre auch die Massenverhältnisse zur Erde verändern, er ist doch sehr nah, Auswirkungen auf die Umlaufbahn könnten schon bedrohlich werden... Außerdem ist er sehr klein ...

Es wird ja als Zwischenstation die Internationale Raumbasis aufgebaut, die soll ja riesig werden. Vielleicht ist es aber eher eine Startposition, weniger Treibstoff und Beschleunigung erforderlich als bei Starts von der Erde.

Wie weit ist es zum Mars? Es ging da ja auch um Entwicklung neuer Antriebssysteme, damit die Leute noch bei Lebzeiten auf dem Mars ankommen ... Sonst hat man wirklich die Situation, daß das Raumschiff sehr groß sein muß, um die nächsten Generationen auch noch aufzunehmen ...
UrsulaU

Dragonhoard 22.04.2002 00:38

RE: Mission Mars
 
Zitat:

Original von UrsulaU
Zum Nomadentum: War vielleicht am Anfang überwiegend, dann kam aber die Gartenbaukultur, und die hat sich doch sehr verbreitet und besteht immer noch!
Wenn man das ganz einige Zeitdimensionen größer sieht, ist ja der Umzug von der Erde auf den Mars eine Fortsetzung des Nomadentums. Man läßt das Verbrauchte zurück.

Was den Import von Tier anlangt, so müßte zuerst die nötige Umwelt aufgebaut werden, das würde wahrscheinlich ein paar Jahrhunderte dauern. Welche Probleme eine künstliche Umwelt mit sich bringt hatte ja die Biosphere gezeigt.

Terraforming ist zwar eine faszinierende Idee, aber ich glaube mit unserer jetzigen Technologie und den Wissen über globale Zusammenhänge micht durchführbar. Uns ist es ja nicht einmal möglich das Wetter für die übernächste Woche vorauszusagen, wie sollen wir dann einen Planeten umgestalten?
Abgesehen davon, warum machen wir es dann nicht mit der Erde? Wenn es so einfach wäre, dann könnten wir da ja ein Ozonloch stopfen, kurz einmal den El Ninjo kühlen und es in der Wüste regnen lassen.

Zitat:

Original von UrsulaU
Was den Mond angeht: Hat wohl nicht so günstige Voraussetzungen wie der Mars, um eine Atmosphäre aufzubauen und Erdgegebenheiten zu entwickeln. Vielleicht würde die Schaffung einer Mondatmosphäre auch die Massenverhältnisse zur Erde verändern, er ist doch sehr nah, Auswirkungen auf die Umlaufbahn könnten schon bedrohlich werden... Außerdem ist er sehr klein ...
Das Problem an der Mondatmosphäre wäre nicht deren Gewicht, das würde nicht ins Gewicht fallen :D , nein der Mond könnte sie nur sehr kurz halten, die Schwerkraft ist zu gering. Ansonst sind die Voraussetzungen für die Besiedelung kurzfristig gleich gut, von der ungeklärten Wasserfrage einmal abgesehen.
In vielen Science Fiction Romanen wird der Mond als Werft oder Fabriksgelände genutzt. Ich glaube wenn der Mensch den Sprung ins All schaft wird er das früher oder später auch werden, aber da werden noch ein zwei Jährchen ins Land ziehen.

Zitat:

Original von UrsulaUEs wird ja als Zwischenstation die Internationale Raumbasis aufgebaut, die soll ja riesig werden. Vielleicht ist es aber eher eine Startposition, weniger Treibstoff und Beschleunigung erforderlich als bei Starts von der Erde.
Es kommt darauf an was du unter riesig verstehst. Die gesamte Fläche beträgt zwar ungefähr die eines Fussballfeldes, aber das meiste ist Sonnensegel und Struktur.
Was die Station selbst betrifft, ist es wohl eher ein größeres Haus als eine Halle.
Was die Startposition anlangt ist eine Station im Orbit für ein großes Raumschiff unumgänglich. Der Aufwand ein solches Schiff auf der Erde zu bauen und dann in den Orbit zu schicken wären gigantisch, außerden müßten Kräfte mitberechnet werden, durch die Schwerkraft der Erde, die in All gar nicht mehr wirksam sind. Dadurch könnte im All auch sehr viel filligraner gebaut werden, einzig die Schubkräfte der Triebwerke und die Druckkräfte des Unterdrucks müssen berücksichtigt werden.

Zitat:

Original von UrsulaUWie weit ist es zum Mars? Es ging da ja auch um Entwicklung neuer Antriebssysteme, damit die Leute noch bei Lebzeiten auf dem Mars ankommen ... Sonst hat man wirklich die Situation, daß das Raumschiff sehr groß sein muß, um die nächsten Generationen auch noch aufzunehmen ...
Der Weg zum Mars ist nicht sonderlich weit, ca. 78 Mio km, das ist astronomisch gesehen sehr kurz (von uns bis zur Sonne sind´s 150 Mio. km).
Für eine Reise zum Mars sind soweit ich weiß 7-8 Monate für den Flug eingeplant, aber ich habe auch schon Meldungen mit 2 Monaten gehört, kammt auch die Antriebmethode und die Flugroute an.

Zur Zeit sieht es übrigens gut für die erste Marslandung 2019 aus ...

UrsulaU 25.04.2002 00:03

Mission Mars
 
Dragonhoard, vielen Dank für die Infos!
Was "Terraforming" angeht, wird das aber ganz ernsthaft und immer detaillierter als Ziel der ersten Mars Mission angegeben und beschrieben. Ich habe zumindest den Eindruck, daß die verantwortlichen Leute meinen, es sei möglich. Nur dann hätte ja auch das Marsprojekt im angestrebten Umfang Sinn.
UrsulaU

Dragonhoard 25.04.2002 02:01

Angestrebt wahrscheinlich schon, aber das ist sicherlich eine Sache die sich nicht für kurzfristige Projekte eignet.
Das Terraforming sollte sich sicher ein paar Jahrhunderte hinziehen, wenn alles glatt geht. Ich bin da ein wenig skeptisch , ich weiß.
Andererseits bin ich der festen Auffassung, dass die Eroberung des Alls der weitere Schritt auf der Entwicklungsleiter der Menschheit darstellt.

Also: auf zu den Sternen!

UrsulaU 26.04.2002 07:49

Mission Mars
 
Das Besondere an der Mission ist ja, daß sie in ihrer technischen Entwicklung auf Jahrhunderte angelegt ist. Das finde ich besonders faszinierend, daß man sich auf ein so langfristiges Projekt einläßt, wo doch hier auf der Erde sehr kurzfristig gedacht wird, indem man z.B. weitreichende Umweltschäden für kurzfristige Gewinnmaximierung in Kauf nimmt ....
Wie das Projekt sich wirklich entwickelt, werden wohl tatsächlich erst "the next generations" erfahren.
Es grüßt UrsulaU

DarkSunshine 26.04.2002 14:58

Hallo ihr...Also ich stehe dem ganzen auch etwas skeptisch gegenüber..Trotzdem finde ich die Vorstellung,dass in "nächster"Zeit sich Menschen auf dem Mars ansiedeln könnten recht faszinierend..Dennoch denke ich,dass bevor wir uns konzentrieren sollten auf anderen Planeten zu leben, wir uns erstmal über den Zustand unserer Erde bewußt machen müssen. Ich denke der Mars ist hier eher ein Zufluchtsort,weil wir wahrscheinlich "bald" auf der Erde gar nicht mehr leben können.Ist Leben eventuell nur auf dem Mars,oder auch auf anderen Planeten möglich? :shocked:

Acolina 27.04.2002 01:05

Re:
 
Zitat:

Original von DarkSunshine
Ist Leben eventuell nur auf dem Mars,oder auch auf anderen Planeten möglich? :shocked:
Ich denke jenseits des Mars wird's langsam etwas kühl und in der anderen Richtung verflixt heiß ;)

Ist wirklich eine faszinierende Idee, aber bleibt wirklich auch zu hoffen, dass wir vorher noch etwas "reifer" werden .... sonst seh ich eher schwarz für den Mars, wenn wir ihn genauso verbrauchen wie die Erde... :roll:

UrsulaU 27.04.2002 17:59

Mission Mars
 
Dieser Gesichtspunkt: Erde verbraucht - suchen wir uns doch was Neues, stört mich auch dabei. Es ist doch erstaunlich, daß diese "Verbrauchermentalität" jetzt sogar auf den Weltraum übergreift - oder gibt es noch andere, erfreulichere Blickwinkel, aus denen man die Besiedlung des Mars auch betrachten kann?
UrsulaU :rolleyes:


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