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nane 08.06.2003 22:12

Ägypten will Nofretete zurück
 
Kairo (AFP) - Fast hundert Jahre nach ihrer Entdeckung will Ägypten die berühmte Büste der Königin Nofretete von Deutschland zurückverlangen. Die Regierung in Kairo beanspruche das in Berlin ausgestellte Kunstwerk für sich, nachdem die Statue dort auf einen bronzenen nackten Frauenkörper aufgesetzt worden sei, sagte der ägyptische Kulturminister Faruk Husni am Sonntag vor Journalisten. Dies sei aus wissenschaftlicher Sicht "unethisch". Kairo habe die Büste schon seit längerem zurückhaben wollen, habe aber wegen der guten Beziehungen zu Deutschland bislang auf diesen Anspruch verzichtet. "Das jüngste Fehlverhalten hat uns wieder über die Rückgabe nachdenken lassen", betonte Husni.

Garret 08.06.2003 22:41

welches fehlverhalten meinen die denn genau?

nane 08.06.2003 23:10

Zitat:

welches fehlverhalten meinen die denn genau?
... nachdem die Statue dort auf einen bronzenen nackten Frauenkörper aufgesetzt worden sei ...

wenn ich den text richtig verstanden habe :)

Garret 09.06.2003 01:39

achso. ;)
stimmt, hätte ich auch selbst drauf kommn können. :)


danke

Zwirni 10.06.2003 14:55

Zitat:

Eine britische Ägyptologin hat nach eigener Überzeugung die Mumie der wegen ihrer Schönheit legendären Königin Nofretete entdeckt. Dies teilte der US-Fernsehkanal Discovery Chanel mit, der die Expedition nach Ägypten finanziert hatte und im August einen zweistündigen Dokumentarfilm darüber senden will. Sollte sich die Annahme bestätigen, wäre es laut Discovery Channel der wichtigste Fund seit der Entdeckung des Grabs von Tut-ench-Amun im Jahr 1922.

Joann Fletcher von der Universität von York will Nofretetes Mumie in einem Grab im Tal der Könige bei Luxor entdeckt haben. Der als "Mumie 61072" katalogisierte einbalsamierte Leichnam liegt gemeinsam mit den Mumien eines Jungen und einer weiteren Frau in einem Nebenraum der Grabkammer eines Pharaos.

Die Mumien waren bereits 1898 entdeckt worden, doch erst jetzt brachten weitere Funde und Untersuchungen die britische Forscherin zu der Annahme, dass es sich bei "Mumie 61072" um die legendäre Frau von Pharao Echnaton handeln könnte.

Die Idee sei ihr zunächst durch den Fund einer Perücke im nubischen Stil in der Nähe der Mumien gekommen, wie sie während Echnatons Regierungszeit von 1353 bis 1336 vor Christi Geburt bei den Frauen der Königsfamilie in Mode gewesen sei. Als weitere Indizien nannte Fletcher das doppelt durchstochene Ohrläppchen der Mumie, ihren rasierten Schädel sowie Abdrücke eines Stirnbands, wie es nur von Mitgliedern der Königsfamilie getragen wurde.

Die Spezialistin der Amerikanischen Universität in Kairo, Salima Ikram, nannte die Annahme ihrer Kollegin "interessant". Sie dürfte in Zukunft zu "endlosen Spekulationen" führen. Deutlich skeptisch äußerte sich Fletchers Kollegin von der Universität in Cambridge, Susan James, gegenüber Discovery Channel. Sie hatte selbst über die drei Mumien geforscht und sieht in den bisher veröffentlichten Daten keine Anhaltspunkte dafür, dass eine von ihnen Nofretete sein könnte: "Ohne einen DNA-Abgleich haben alle Behauptungen sowieso nur begrenzten Wert", sagte sie dem US-Sender.
http://www.freiepresse.de/TEXTE/NACH...TE/625543.html

kubaba 31.07.2003 21:37

Rückgabe von Kunstschätzen.
 
Hallo beisammen,

daß die Ursprungsländer archäologische Funde zurückverlangen, ist nichts neues.
Schon lange fordert die türkische Regierung ebenfalls die Rückgabe des Pergamonaltars. Als ich darüber mit einem mir bekannten Archäologen diskutierte, und ich dabei die türkische Seite vertrat, erklärte er mir, daß die Teile des Riesenaltars damals aus einem dörflichen Kalkbrennofen gerettet und dem osmanischen Reich abgekauft worden wären.

Nun sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Dennoch: Ein wichtiges Politikum, das der Lösung bedarf.

Hat jemand genauere Einsichten in diese komplizierten Verwicklungen?

Gruß, kubaba.

Sereck 31.07.2003 21:53

der heutigen rechtlichen lage nach hat jeder staat das recht kunstgegenstände oder archäologische artefakte die innerhab des jeweiligen staatsgebiets gefunden wurden zurückzuverlangen.
unabhängig davon ob sie gekauft oder einfach mitgenommen wurden.
es gibt jedoch auch hier ausnahmen.
sollten die artefakte in ihrem eigenen land von der zerstörung bedroht sein oder die gefahr besteht das die regierung selbst die gegenstände auf unrechtmässge weise verkauft kann eine rückgabe verweigert werden.
insoweit jedenfalls mein wissen über die sachlage.

kubaba 31.07.2003 23:14

Danke Sereck,

für die Antwort. Die Bedrohung durch Zerstörung betrifft also nur zukünftige Ereignisse? Und schließt eine "künstlerische Verwertung" wie im Falle des Nofretete mit ein? oder aus?

Gibt es ein internationales Übereinkammen, einen Vertrag?

Mir sind die Diskussionen bezüglich Bernsteinzimmer, Aneignungen aus dem 2. Weltkrieg nachhaltlich in Erinnerung, aber leider habe ich zu wenig Ahnung über die rechtlichen Grundlagen. Bisher hatte ich immer den Eindruck, daß Rückgaben, z.B. der Domschatz von Quedlinburg, aus Gründen der internationalen Beziehungen, die eben damit auch gestützt wurden, aber ohne jede internationale Rechtgebung, geschehen sind. Good-will, eben.

Meine Frage deshalb: Gibt es eine international anerkannte Gesetzgebung, die Kunstwerke ihrem Heimatland zueignet??

Bloß Fragen in dieser Hinsicht,
kubaba.

Sereck 01.08.2003 01:19

also ich habe die ganze zeit im netzt gesucht.
es gibt leider nichts ausführliches über dieses thema.
also hab ich mich mit einem freund in verbindung gesetzt der sich in rechtfragen eigentlich sehr gut auskennt.
es sieht also so aus:ein land muss beweisen können das die artefakte aus ihren land stammen und das sie somit anspruch darauf haben.im fall der büste von Nofretete dürfte der ursprungsort wohl klar sein.
die jeweilige regierung kann dann vom momentanen besitzer die rückgabe fordern.sie haben also legitimen anspruch darauf.
allerdings,und das wusste ich auch nicht,müssendie verhandlungen über die rückgabe mit dem jeweiligen land diereckt geführt werden.es muss zwischen den beiden staaten geklärt werden wie und ob es überhaupt zu einer rückgabe kommt.
um deine frage also zu beantworten!es sieht "fast"hundertprozentig so aus das es keinen internationales abkommen zum schutz von artefakten und kunstgegenständen gibt.
falls irgendjemand mehr herausfinden sollte wäre ich und sicherlich auch kubaba für weitere informationen dankbar.


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