:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: (http://forum.grenzwissen.de/index.php)
-   Astronomie (http://forum.grenzwissen.de/forumdisplay.php?f=67)
-   -   Wenn Pole wandern... (http://forum.grenzwissen.de/showthread.php?t=2981)

Acolina 13.04.2004 08:50

Wenn Pole wandern...
 
Nicht immer ist auf der Erde Nord gleich Nord und Süd gleich Süd: Durchschnittlich alle 250.000 Jahre tauschen die Pole ihre Position. Eine neue Studie zeigt: Der Wechsel dauert je nach Breitengrad 2000 bis 11.000 Jahre.

Bisherige Untersuchungen hatten den Polwechsel nur auf einen relativ weiten Zeitraum von 1000 bis 30.000 Jahren eingrenzen können. Die Analyse von 30 Ozeansedimenten von verschiedenen Breitengraden half jetzt, die Dauer näher zu bestimmen. Durchschnittlich 7000 Jahre - zirka 2000 Jahre in Äquatornähe und 11.000 Jahre nahe den Polen - braucht es, bevor sich die Kompassnadel wieder beruhigt. Dann steht sie allerdings auf dem Kopf.

Die Ursache für den Wechsel der Pole ist bislang ungeklärt. Erzeugt wird das magnetische Feld der Erde wohl von der Rotation des flüssigen Eisens im äußeren Erdkern, 3000 bis 5000 Kilometer unter der Oberfläche. Aber auch das steht nicht fest, wie der Verfasser der Studie, Bradford Clement von der Florida International University, gegenüber dem Online-Wissenschaftsdienst "NewScientist" erklärt: "Wir sind noch weit von einem realistischen Modell entfernt."

Klar ist allerdings: Das magnetische Feld reicht weiter als die Erdatmosphäre und bildet den ersten Schutzwall gegen Solarstürme. Auch orientieren sich viele Zugvögel an dem Feld. Die Folgen einer Polverschiebung sind nicht absehbar. "Aber für die Vögel sind 7000 Jahre wahrscheinlich genug Zeit, um sich anzupassen", vermutet Clement im Gespräch mit dem Online-Nachrichtendienst von "CNN".

Seine Studien zur unterschiedlichen Anpassungszeit je nach Breitengrad liefern Hinweise auf einen nichtlinearen Wechsel. Wahrscheinlich bilden sich zunächst mehrere Mini-Pole auf der gesamten Erdoberfläche, bevor sich die Hauptpole wieder verfestigten, so Clement. In der Zwischenzeit würden Kompasse je nach Position auf dem Erdball ganz unterschiedlich ausschlagen.

Die Stärke des magnetischen Felds hat in den vergangenen 2000 Jahren abgenommen - allein um zehn Prozent in den vergangenen 150 Jahren. Das könnte nach Clements Angaben ein Hinweis auf einen bevorstehenden Wechsel sein. Gleichzeitig schränkt er ein: "Eine Vorhersage ist reine Spekulation. Wir wissen es einfach nicht." Auch die relativ lange Zeit seit dem bislang letzten großen Polwechsel sei kein klarer Hinweis, auch wenn durchschnittlich alle 250.000 Jahre aus Norden Süden wird. "Es gibt keinen Zeitplan oder gleichmäßige Intervalle." Der letzte Wechsel liegt bereits 790.000 Jahre zurück.

Quelle: Spiegel.de


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 19:21 Uhr.

Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2017 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.