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nane
22.09.2002, 10:56
vielseitig marionettenfähig ..

Heidelberg (dpa) - Menschen mit schweren Zwangserkrankungen soll
künftig ein Schrittmacher in einem Angstzentrum des Gehirns von
quälenden Wiederholungsgedanken erlösen. Mit elektrischen Impulsen in
der Schaltregion des unteren Vorderhirns ("Nucleus accumbens")
könnten Zwänge wie Kontroll- oder Sauberkeitswahn wirkungsvoller als
zuvor unterdrückt werden, sagte Prof. Volker Sturm von der
Universitätsklinik Köln, der als Pionier der Methode gilt. Von den
fünf Patienten, bei denen er dort Schrittmacher eingesetzt hatte,
führten drei wieder ein normales Leben. Noch befinde sich seine etwa
zwei Jahre alte Methode allerdings in der Erprobungsphase und werde
in einer internationalen Studie überprüft.


Bislang würden bei einem ähnlichen Eingriff Elektroden in einer
anderen Gehirnregion angebracht, der so genannten inneren Kapsel.
"Man braucht mit der neuen Methode viel geringere Stromstärken als
bisher", erläuterte Sturm. Durch sehr schwache elektronische Impulse
werde bei beiden Verfahren der bioelektrische Prozess reguliert, der
wie bei einem "Ohrwurm" Patienten unkontrollierbaren Wiederholungen
ausliefert. Nach Schätzungen leiden mindestens zwei Prozent der
Bevölkerung unter massiven Zwängen.


Den Patienten werden Sturm zufolge die Elektroden durch kleine
Bohrlöcher im Schädel eingesetzt. Unter der Haut würden Kabel bis zum
Taktgeber auf dem Brustmuskel verlegt. "Der Schrittmacher kann von
außen programmiert werden und setzt die Übererregbarkeit herunter,
ohne etwas kaputt zu machen", sagte Sturm. "Man zerstört nicht,
sondern blockiert nur funktionell."
Zu den bereits behandelten Patienten, die Tag und Nacht durch den
Schrittmacher reguliert werden, gehöre auch eine junge Mutter, sagte
Sturm. Sie musste zuvor nachts ihren Sohn bis zu hundert Mal
aufwecken, um sein Wohlergehen zu kontrollieren. "Das Problem ist
fast völlig verschwunden, und wenn der Gedanke kommt, kann sie ihn
wegdrängen". Vom 5. bis 10. Oktober will der Hirnchirurg seine
Ergebnisse bei der Konferenz "The human brain" beim neu gegründeten
Europäischen Institut für Hirnforschung in Rom vortragen.
Internet: Konferenz "The human brain":
http://www.thehumanbrain.org

Kathius
22.09.2002, 13:13
Hört sich ja beinahe ein bisschen sinnvoll an... Dennoch sieht man daran mal wieder, dass wir auf dem besten Wege dazu sind, zu Maschinen zu werden. Ich kann mich nur darüber freuen, dass das wohl so lange dauern wird, dass ich es nicht mehr miterleben werde...