PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wahrscheinlichkeiten in der Galaxie


pion
17.05.2018, 21:12
Hallo zusammen
Vor 2 Jahren ist das Buch "Die Alien-Hypothese" erschienen. Aus dem mathematischen Teil ist inzwischen ein eigenes Buch hervor gegangen.

Das Werk "Wahrscheinlichkeiten in der Galaxie" bildet eine geschlossene, einheitliche Arbeitshypothese, mit dem die Verteilung von habitablen Planeten, Leben, Intelligenz und Zivilisation in unserer Galaxie beschrieben wird. Als Basis dienen die Daten des Kepler-Satelliten, wie sie von Erik Petigura 2013 (Universität kalifornien) ausgewertet wurden.

Darüber hinaus ist es gelungen die Drake-Gleichung sowie die Drake-Seager-Gleichung in das Modell zu integrieren und es kann gezeigt werden das sie äquivalent zu dem hier aufgestellten Modell sind.

Ferner konnte endlich das Thema "Lebensdauer einer Zivilisation" geklärt werden, sowie die Definition zu "alten Zivilisationen".
Daraus resultieren auch Wahrscheinlichkeiten, die den Besuch außerirdischer Zivilisationen auf der Erde, in der Vergangenheit und Gegenwart, nahelegen.

Im Anhang wird dann noch SETI behandelt, wobei die Betrachtung zu einem negativen Urteil kommt. Zum einen weisen die (berechneten) Entfernungen und Zeiträume darauf hin, dass eine Kommunikation mit außerirdischen Zivilisationen unwahrscheinlich ist. Zum anderen deutet alles daruaf hin das wir auch mit den falschen Methoden suchen.

das Buch ist zu erreichen unter:
https://www.wahrscheinlichkeiten-in-der-galaxie.com/

und auch in Englisch:
https://www.probabilities-in-the-galaxy.com/

Um das Modell zur Häufigkeitsverteilung von Leben und Intelligenz in der Galaxie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde der mathematischen Teil des Modells weitgehendst ins Internet gestellt (70%). Es wird so viel von dem Modell veröffentlicht, wie notwendig ist um das Modell nach zu vollziehen.

Nobby Nobbs
18.05.2018, 08:25
Daraus resultieren auch Wahrscheinlichkeiten, die den Besuch außerirdischer Zivilisationen auf der Erde, in der Vergangenheit und Gegenwart, nahelegen.

Zum einen weisen die (berechneten) Entfernungen und Zeiträume darauf hin, dass eine Kommunikation mit außerirdischen Zivilisationen unwahrscheinlich ist. Sind diese beiden Aussagen denn vereinbar?
Wie kann man die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Leben ermitteln?
Wie kann man die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von intelligentem Leben ermitteln?

pion
18.05.2018, 13:54
Hallo Nobby Nobbs
Das zweite Zitat bezieht sich auf die Kommunikation mit elektromagnetischen Wellen.

Nach Kapitel 16.5 (nicht in der webseite enthalten) benutzen nur Zivilisationen einer bestimmten Entwicklungsstufe elektromagnetische Signale. Nach Satz 15.3.3 könnten 17 – 254 vergleichbare Zivilisationen, auf habitablen „Erden 2“, in der Galaxie existieren.
Bei 254 Zivilisationen beträgt die mittlere Entfernung 4.623 Lichtjahre. Das wäre auch die maximale mittlere Distanz zu einer anderen vergleichbaren Zivilisation.
Mit SETI wurde erst ein Raum von etwa 55 Lichtjahren erfasst. Man müsste also noch mindestens 4.568 Jahre senden bzw. warten, damit wir in 9.191 Jahren die Antwort bekämen.
Das macht eine Kommunikation (mit elektromagnetischen Wellen) quasi unmöglich.

Ich sehe keinen Widerspruch zwischen den beiden Zitaten. Das zweite Zitat bezieht sich ja auf direkte Begegnungen.

Die Wahrscheinlichkeit für Leben ergibt sich aus den Axiomen des 4ten Kapitels. Wenn die planetaren Voraussetzungen gegeben sind, dann entsteht dort auch Leben. Also braucht man nur zu klären wie viele planetare Voraussetzungen es gibt. Ich komme da auf 8. Also auch 8 Möglichkeiten des Scheiterns. Somit beträgt die Wahrscheinlichkeit für Leben 1:9.

Wenn Leben auf einem Planeten entsteht, braucht es nur genügend Zeit bis sich auch Intelligenz entwickelt. Verhindern können das nur die planetaren Entwicklungsgefahren, von denen 13 existieren. Also auch 13 Möglichkeiten des Scheiterns. Somit beträgt die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Intelligenz 1:14.

So funktioniert jedenfalls der Ansatz im Buch.

Nobby Nobbs
18.05.2018, 20:24
Hi pion,

ich sehe da schon einen gewissen Widerspruch:
Wenn Zivilisationen so weit auseinander liegen, daß eine Kommunikation praktisch unmöglich ist, wie sollten sie dann zueinander reisen?

Und die 8 Bedingungen für die Entstehung des Lebens - wie kannst du die so genau eingrenzen und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß überhaupt eine davon auftritt? Allein die Bedingung Nr. 4 "Stabile Atmosphäre (Licht, Abschirmung UV-Strahlung, Klima, Wetter)" beinhaltet eine unbekannte Zahl von Einzelfaktoren, zu deren nötiger Ausgestaltung wir rein gar nichts sagen können. Temperatur - wie lange wie hoch, Sonneneinstrahlung, Lichtbestandteile, Wechsel Licht/Schatten. Und und und.

Wieso entsteht intelligentes Leben zwangsläufig? Oder besser, wieso ist überall die Ausprägung einer Lebensform, die Intelligenz als evolutionären Vorteil nutzt "das Ende vom Lied"? Intelligenz ist nur eine von wie vielen (?) ausprägbaren Eigenschaften, die das Überleben sichern können.

Die Durchschnittsentfernung - liegen die postulierten 254 Zivilisationen räumlich auf einer Linie oder wie stellst du dir das vor?
Wie steht's mit der Zeitlichen Entfernung?

Ich habe in deinem Link nicht wirklich gelesen, vielleicht steht da ja alles drin.

pion
18.05.2018, 22:44
Hallo Nobby Nobbs

In Kapitel 6.6 gibt es das Axiom 6.6.1 das folgende Hypothese aufstellt: Es existiert eine Physik und daraus resultierende Technologie, die interstellare Reisen in kurzen Zeiträumen zulässt.
wenn es eine Technologie gibt die Materie durch den Raum in kurzen Zeiträumen transportiert, ist es höchstwahrscheinlich auch möglich Energie, also ebenfalls Informationen, so zu verschicken. Also eine Art Hyperfunk.
Mit diesen Technologien sind Reisen und auch Kommunikation in kurzen Zeitspannen möglich. Ich sehe die Beschränkung in der Benutzung von elektromagnetischen Wellen. Mit denen ist das nicht möglich. Insgesamt liegt die Beschränkung ja in unserer heutigen Technologie begründet, die einfach noch nicht soweit ist.

Die 8 Bedingungen sind die, die unbedingt notwendig sind, damit sich Leben entwickeln kann. Fällt eine aus, ist auch kein Leben möglich. Ich glaub nicht das wir da was vergessen haben. Oder fällt dir noch eine Bedingung dazu ein, auf die wir nicht gekommen sind?
Wir haben die Bedingungen erst mal als gleichwertig behandelt. Im Laufe der Zeit können sich dann noch Differenzierungen bei den Wahrscheinlichkeiten ergeben.

Warum uns Intelligenz als zwangsläufig erscheinst erfährst du in Kapitel 13.2, über konvergente Evolution. Daher möchte ich hier nicht näher drauf eingehen.

Wir haben das Volumen der Galaxie auf einen Würfel umgerechnet. Bei 254 Zivilisationen bedeutet es, dass der Würfel aus 254 kleineren Würfeln besteht. Damit ist eine gleichmäßige Verteilung der Zivilisationen garantiert. Und die Kantenlänge der kleineren Würfel ist gleich der Durchschnittsentfernung.
Beispiel: Unsere Galaxie besitzt etwa 100 bis 300 Milliarden Sonnen. Es ergibt sich eine mittlere Entfernung von 4,37 bis 6,3 Lichtjahren, zwischen den einzelnen Sternen. Zum Vergleich: Alpha Centauri, unsere nächste Nachbarsonne, ist 4,24 Lichtjahre entfernt. Also passt das Modell schon recht gut.

Das mit der Zeitlichen Entfernung verstehe ich nicht. Was meinst du damit?

Man sollte sich stets bewußt sein, das es sich bei dem Buch um eine Arbeitshypothese, also einem ersten Ansatz, handelt. Und da können einzelne Hypothesen noch modifiziert werden. Irgendwo muss man ja anfangen wenn man das Thema in den Griff kriegen will. Insofern ist das alles erstmal eine Maximalbetrachtung.

So aus dem Bauch raus kann man ja annehmen das es außerirdische Zivilisationen gibt. Uns kam es darauf an ein Modell zu entwickeln das möglichst ALLE bestimmenden Faktoren auflistet und durch statistische Methoden zu zeigen, das es durch aus eine wahrscheinlichkeit für außerirdische Zivilisationen gibt, die größer als Null ist. Siehe dazu die Einleitung.
Die Drake-Gleichung liefert das einfach nicht und erschien uns auch zu wenig um hinreichende Begründungen zu liefern. Und wenn man sich die Ergebnisse anschaut, eine Erde 2 betreffend, oder der Existenz von Zivilisationen oder auch SETI, dann ist das Ganze doch recht ernüchternd.
Millionen von Erden oder tausende von Zivilisationen in unserer Galaxie - das geben die Wahrscheinlichkeiten einfach nicht her. Insofern dient das Modell auch dazu, Informationen die so große Zahlen enthalten, als reine Phantasieprodukte oder Wunschvorstellungen zu begreifen.

Sakslane
21.05.2018, 17:15
In Kapitel 6.6 gibt es das Axiom 6.6.1 das folgende Hypothese aufstellt: Es existiert eine Physik und daraus resultierende Technologie, die interstellare Reisen in kurzen Zeiträumen zulässt.
Du hättest auch gleich zu Beginn darauf hinweisen können, dass es sich um einen Fantasy-Roman und nicht um ein Sachbuch handelt.

pion
21.05.2018, 19:19
Hallo Sakslane
du scheinst nicht zu verstehen was ein axiomatischer Ansatz ist. Ein Axiom ist eine Hypothese, die modifiziert oder auch revidiert werden kann. Und das trifft auch auf Axiom 6.6.1 zu. Siehe dazu nochmal die Einleitung.

Das hat mit Fanasy nichts zu tun, sondern ist eine legitime Annnahme. Es existiert da z.B. das Konzept eines Warp-Antriebes von Miguel Alcubierre (siehe Wikipedia unter Warp-Antrieb)
Ich bin mir sicher das du keinen Grund nennen kannst, der eine interstellare Raumfahrt (in kurzen Zeitspannen) grundsätzlich verbietet. Außer deiner Meinung.

Außerdem haben wir das Material von mehreren Wissenschaftlern (Physik, Biophysik, Astronomie) checken lassen. Und alle haben das akzeptiert. Manche Leute können eben weiter denken als du.
Ebenfalls ist es typisch für einen Laien das ganze Werk zu verdammen, wenn einem ein Punkt darin nicht passt. Da muss ich wirklich an deiner Denkfähigkeit zweifeln.

Nobby Nobbs
21.05.2018, 20:54
Hi pion,
ich denke, was ein Axiom ist, wird Sakslane wissen. Durch das Aufstellen eines Axioms, also das Definieren einer Grundvoraussetzung (denn das ist ein Axiom (https://de.wikipedia.org/wiki/Axiom):"Ein Axiom ist ein Grundsatz einer Theorie, einer Wissenschaft oder eines axiomatischen Systems, der innerhalb dieses Systems nicht begründet oder deduktiv abgeleitet wird.") schaffst du Bedingungen, die nicht mehr hinterfragt werden. Also letztendlich ein fiktives Modell, da sich deine Grundannahme nicht an der Realität messen lassen muß.
Ist nämlich nur eine Grundannahme nicht haltbar, ist das ganze Modell am A****.
Und deine Grundannahmen sind nicht ausreichend, um das Modell in der Realität anwenden zu können.
Die acht Bedingungen sind nicht ausreichend, Warp-Antrieb ist Science Fiction - auch wenn einige mal was ausgerechnet haben. Exotische Materie fehlt.
Eine nette, aufwändige Gedankenspielerei, in der bestimmt viel Mühe steckt. Aber tatsächlich nicht aussagefähiger als ein SF-Roman.

Sakslane
21.05.2018, 21:00
Unser Neuling ist also ein typischer Dunning-Kruger-Fall.
Hallo Sakslane
du scheinst nicht zu verstehen was ein axiomatischer Ansatz ist.
Falsch. Ich kann durchaus zwischen einem Axiom und einer Phantasie unterscheiden. Das scheint bei dir dagegen nicht der Fall zu sein. Naturgesetze zu erfinden, die den physikalischen Beobachtungen widersprechen, ist Phantasie, man kann es auch ein Hirngespinst nennen.
Das hat mit Fanasy nichts zu tun, sondern ist eine legitime Annnahme.
Falsch. Siehe oben.
Es existiert da z.B. das Konzept eines Warp-Antriebes von Miguel Alcubierre (siehe Wikipedia unter Warp-Antrieb)
Wenn du Ahnung von der Materie hättest, wüsstest du, dass der Alcubierre-Antrieb "exotische Materie" benötigt, deren Existenz im Widerspruch zu den Energieungleichungen und damit der Quantenfeldtheorie steht.
Ich bin mir sicher das du keinen Grund nennen kannst, der eine interstellare Raumfahrt (in kurzen Zeitspannen) grundsätzlich verbietet. Außer deiner Meinung.
Falsch, siehe oben.
Außerdem haben wir das Material von mehreren Wissenschaftlern (Physik, Biophysik, Astronomie) checken lassen. Und alle haben das akzeptiert.
Für Humor solltest du ein eigenes Buch schreiben, aber dafür musst du noch üben. Besonders gut gelingt es dir bisher jedenfalls nicht.
Manche Leute können eben weiter denken als du.
Du gehörst offenbar nicht dazu.
Ebenfalls ist es typisch für einen Laien das ganze Werk zu verdammen, wenn einem ein Punkt darin nicht passt. Da muss ich wirklich an deiner Denkfähigkeit zweifeln.
Da dein "Werk" offensichtlich auf falschen Annahmen basiert, kann und sollte man es getrost in die grüne Esoterik-Tonne werfen. Du solltest lieber mal an deinen eigenen Fähigkeiten zweifeln statt an den Fachkenntnissen anderer, die im Gegensatz zu dir solche besitzen.

basti_79
21.05.2018, 22:00
Wichtig an der Stelle ist, dass Axiome irreduzibel sind, das heißt, dass man keine einfacheren Aussagen findet, auf die man sie zurückführen könnte. Ein gutes Beispiel ist:

Durch zwei Punkte kann man genau eine Gerade ziehen.

Es würde schwer fallen, diese Aussage noch weiter zu vereinfachen. Es fällt auch auf, dass sie der Meinungen und Überzeugungen enthoben scheint. Man kann sehr einfach einen entsprechenden Versuch durchführen.

Aussage 6.6.1 aus dem zitierten Buch liest sich so:

Es existiert eine Physik und daraus resultierende Technologie, die interstellare Reisen in kurzen Zeiträumen zulässt.

Diese Aussage ist kein Axiom. Ich würde sie ein "Postulat" nennen, eine Forderung desjenigen, der die Aussage trifft. Auffällig ist, dass man diese Forderung reduzieren kann: Welche Physik wäre das? Wie genau funktioniert die entsprechende Technologie? Hat schon jemand solche Reisen durchgeführt?

Beim oben wiedergegebenen geometrischen Axiom sind die entsprechenden Fragen inhaltsleer: "Natürlich" können wir Punkte markieren und Geraden ziehen. Und es fällt schwer, eine Andere zu finden.

Natürlich kann man ausgehend von dieser Aussage weitere Aussagen schlussfolgern. Es gibt da nur ein Problem: Ist die Aussage falsch (was beispielsweise der Fall wäre, wenn es keine entsprechende Technologie gäbe), sind auch alle Schlussfolgerungen falsch. Eine Frage, die man sich in diesem Zusammenhang stellen könnte, ist, warum diese Tatsachen nicht schon längst allgemein bekannt sind, wenn sie denn so grundlegend für das Gesagte sind.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ex_falso_quodlibet

pion
21.05.2018, 22:47
Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt,
dann gibt es keine Hoffnung für sie.
Albert Einstein


Im übrigen sind das alles Haarspaltereine. Ich hätte euch für aufgeschlossener gehalten, heißt ja Forum für Grenzwissenschaften. Aber das sind alles nur Argumente von klassischen Fachidioten, die nicht über den eigenen Tellerrand gucken können.

Also Ende der Diskussion

Wir sprechen uns mal in ein paar Jahren wieder

Lupo
21.05.2018, 22:50
Wow, klassischer Abgang inclusive nichtssagendem Zitat eines bekannten Menschen und "Tellerrand gucken". :D

Kleine Quizfrage zum Abschluss:


Also Ende der Diskussion



Wie kann man beenden, was nie begonnen wurde?

Sakslane
21.05.2018, 23:04
Ich hätte euch für aufgeschlossener gehalten, heißt ja Forum für Grenzwissenschaften.
Man sollte den Titel eben nicht nur lesen, sondern auch verstehen, dass es ein Forum für Grenzwissenschaften, nicht für grenzwertige Phantasien ist.

basti_79
21.05.2018, 23:04
Zur Ehrenrettung: Als Einstein gelebt hat, hat seiner Behauptung meiner Meinung noch der Wahrheit entsprochen. Es bestand z.B. Konsens darüber, was bestimmte wichtige Worte bedeuten. Das bedeutet (wenn dieser Konsens weit genug geht), dass jedes wichtige Konzept abgeschlossen ist und jede Veränderung oder Erweiterung "wie Wahnsinn" oder "absurd" klingen muss. Das kann man heute noch in Spuren erkennen.

Inzwischen ist die Allgemeinheit so weit, dass man zwar die Bedeutung von Worten allzugern in Frage stellt (oder auch: Sprachreglungen durchsetzt), aber dass es einen übergeordneten Konsens gibt, dass die zugrundeliegende Realität sich auf keinen Fall ändern darf. Aco hatte das mal bezüglich Geschlechtergerichtigkeit auf den Punkt gebracht mit: "Ich wäre froh, würde man die Verhältnisse ändern, anstatt die Sprache, mit der man darüber spricht.". Beleidigungen (Stichworte: Böhmermann vs. Kollegah) sind ein weiteres beliebtes Sujet dieser Kategorie der Unterhaltungsindustrie.

In den letzten 10 Jahren hat sich diese Problematik deutlich verschärft, und solche Fragen führen allerorts zur Hysterie, anstatt dass man andere Meinungen als die Eigene einfach mal gelten lässt. Wahrnehmen wäre auch etwas schönes. Wobei es auch Fortschritte gibt. Vor 10 Jahren hat man etwa meine Theorie, dass SGB-II-Maßnahmen regelmäßig Zwangsarbeit wären, noch eiskalt ignoriert. Inzwischen wird laut herumgepöbelt, wenn ich mich entsprechend äußere. Meistens von "unpolitischen" oder auch "besorgten" Bürgern. Gelegentlich auch von "Liberalen" oder "Sozialdemokraten".

Als Einstein gelebt hat, gab es halt noch keine Theorie vom Bullshit (https://www5.csudh.edu/ccauthen/576f12/frankfurt__harry_-_on_bullshit.pdf), und auch kaum Möglichkeiten für "normale Leute", kontroverse Meinungen zu vertreten oder zu diskutieren. Die Gesellschaft war einfach viel konformer damals. Inzwischen scheint dieser Konformismus zum Glück etwas aufgeweicht zu sein, zumindest in der breiten Masse. Das hat jetzt noch nicht dazu geführt, dass sich vernunftbestimmte Konfliktlösungsstrategien wie beispielsweise Recht oder Demokratie durchgesetzt hätten, aber das scheint jetzt auch keine Rolle mehr zu spielen.

Ich sage immer wieder gern: Ich weiß nicht, was die Leute in 100 Jahren über uns denken würden, aber ich lache jetzt schon mal sozusagen auf Vorrat mit ihnen...

Lupo
21.05.2018, 23:28
Zur Ehrenrettung:
Ach komm, ein schlechtes (weil falsches) Bonmot kratzt doch nicht im Geringsten an Einsteins Ehre, schließlich war der Mann Physiker und nicht Literat. Und auf seinem Gebiet hat er Bahnbrechendes geleistet

Sakslane
22.05.2018, 07:23
Zu Zeiten von Planck und Einstein war es eben so, dass es Beobachtungen gab (Schwarzkörperstrahlung, Photoeffekt, Atomspektren, Michelson-Morley Experiment...) sowie theoretische Probleme (Widerspruch zwischen Maxwell-Gleichungen und Galilei-Transformation...), die man sich im Rahmen der bisherigen Theorien nicht erklären konnte. Die Theorien, die schließlich den Durchbruch brachten, basierten durchaus auf Annahmen, die man aus Sicht der damaligen Physik und des damaligen Weltbildes für absurd halten mag - "Energie wird nur in diskreten Portionen (Quanten) übertragen" und "Raum und Zeit hängen vom Beobachter ab" sind eben Aussagen, die jemand, der nur klassische Physik kennt, zunächst verdauen muss.

Tatsächlich stehen wir heute ja vor einem ähnlichen Problem. Manche Beobachtungen (Homogenität der kosmischen Hintergrundstrahlung, dunkle Materie, dunkle Energie, Hierarchie der Teilchenmassen, Ursprung der Materie) sowie theoretische Probleme (Widerspruch zwischen Quantentheorie und allgemeiner Relativitätstheorie) werden eben nicht durch die bisher etablierten Theorien erklärt. Auch hier gibt as Ansätze, die zunächst absurd klingen ("Raumzeit ist nicht 4-dimensional, sondern 10-dimensional", "Raum und Zeit sind nicht kontinuierlich, sondern diskret", "Raumzeit existiert nicht absolut, sondern entsteht als effektiver Zustand"), hinter denen aber viel Mathematik steckt, mit dem Ziel, die Beobachtungen zu erklären und die Theorien konsistent zu ergänzen.

Im Gegensatz dazu gibt es aber auch "Ideen", die einfach nur absurd sind, weil sie existierenden Beobachtungen widersprechen, statt etwas neues und bisher unverstandenes erklären. Das haben wir ja hier im Thread gesehen.

Nobby Nobbs
22.05.2018, 13:29
Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt,
dann gibt es keine Hoffnung für sie.
Albert Einstein


Im übrigen sind das alles Haarspaltereine. Ich hätte euch für aufgeschlossener gehalten, heißt ja Forum für Grenzwissenschaften. Aber das sind alles nur Argumente von klassischen Fachidioten, die nicht über den eigenen Tellerrand gucken können.

Also Ende der Diskussion

Wir sprechen uns mal in ein paar Jahren wieder

Ui, das ist ja peinlich. Ganz platte Sprüche: klassisch, Fachidiot und Tellerand. Gröbstes "Frei- und Querdenker"-Fokabular.
Und Selbstüberschätzung.
Peinlich, peinlich.

Schade.

Monasteriker
23.05.2018, 14:53
Hallo pion,

ich habe gerade mal in Deine Abhandlung reingeschaut. Axiom 4.1.3 ist falsch, denn die aufgelisteten planetaren Voraussetzungen sind zwar notwendig, aber nicht hinreichend, um aus einem Miller-Urey-Ansatz (Entstehung von Aminosäuren) lebendige Zellen entstehen zu lassen. Du kannst so etwas zwar postulieren, aber mangels Prüfmöglichkeit nicht verifizieren, so dass Dein Postulat redlicherweise kein Axiom werden kann, um darauf aufbauend weitere Kalkulationen anzustellen.

Ein inhaltlicher Fehler ist ebenfalls noch vorhanden. Unmittelbar über dem Axiom 4.1.3 findet sich unter Punkt 8) folgende Aussage:

Es existieren 21 Aminosäuren. Vier davon, werden in der DNS verwendet, nämlich Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin.

Es existieren weitaus mehr als nur 21 Aminosäuren - darunter auch welche, die sich in Organismen finden (z.B. Ornithin) und nicht über Nucleinsäuren codiert werden. In der DNA befinden sich keine Aminosäuren. Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin sind Basen, da sie stickstoffhaltige Heterocyclen sind, die u.a. Aminogruppen aufweisen, welche basisch reagieren.

Viele Grüße!