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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : faz: Weiter wie bisher! Aber mit Druck!


basti_79
29.05.2016, 13:51
Da wurde jetzt also der Wagenknecht eine Torte ins Gesicht geworfen. Natürlich von Linken. Die sind immer Schuld, an allem.

Die nationalökonomisch-reaktionäree Volkspostille "faz" bezieht das selbstverständlich auf die sogenannte "Flüchtlingspolitik". Das muss man verstehen. Dem "sanften Patrioten" ist nichts wichtiger als das Schicksal von Flüchtlingen. Selbstverständlich soll das Asylrecht weiterbestehen wie bisher. Solange man die Endlösung der Flüchtlingsfrage durch schattige Deals mit nahöstlichen Despoten herbeiführen kann, kann man immer noch behaupten, es ginge alles weiter wie bisher.

Da die Linken vorher gesagt haben, man könne darüber nachdenken, dass sich etwas ändern könne, z.B. wegen der Frage, ob Zwangsarbeit überhaupt noch die Endlösung der Rentenfrage darstellen kann, was selbstverständlich nicht der Fall sein kann, denn es muss alles weitergehen wie bisher, sind sie - was sich von selber versteht - selbst Schuld an diesem Elend.

Die Linken sind Gutmenschen. Deswegen zeigt dieser Tortenwurf auch, dass man sie gar nicht mehr wählen kann. Wenn alles weitergehen soll wie bisher - und das soll es ja - muss man z.B. richtigerweise die FDP wählen. Die selber auch kein Stück rechts ist. Das unterscheidet sie von der SPD und von der CDU und von den Grünen, die auch kein Stück rechts sind.

Deswegen sind die Inhalte auch irrelevant. Die Tortenwerfer waren selber Linke. Hätten sie die FDP gewählt, wäre alles weitergegangen wie bisher. Es wird deutlich erkennbar, dass LInke nur Ideologiestreitigkeiten kultivieren. Deswegen muss alles weitergehen wie bisher. Die Torte sitzt, und endlich wissen alle Bescheid: Es muss alles weitergehen wie bisher.

Die Partei "die Linke" hat niemals ein anders Thema gehabt als gutmenschliche Wirtschaftsflüchtlingspolitik. Die Grenzen mussten geöffnet werden, damit die Wirtschaftsflüchtlingswelle das Volk selber überrollt. Es gibt keine anderen politischen Probleme, und die Partei "die Linke" hat auch niemals über irgend etwas anderes geredet. Es versteht sich von selbst, dass alles weitergehen muss wie bisher. Und dazu ist es nötig, dass man die FDP wählt statt die Linken.

Wenn alles weitergehen soll wie bisher, dann muss auch alles weitergehen wie bisher. Koste es, was es wolle. Und wenn Blut auf den Straßen klebt. Auch dann werden die Linken noch Schuld sein. Sie können nicht rechnen, sie haben nichts als ideologische Streitigkeiten (nicht einmal irgendwelche Wahlprogramme, oder eine Ausrede dafür, dass sie keine hätten) und alles kann weitergehen wie bisher. Wenn nur alles weitergeht wie bisher.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/parteitag-der-linken-im-zeichen-des-eklats-14257910.html

Wer Spuren von Ironie in diesem Text findet, darf sie behalten.

perfidulo
30.05.2016, 04:02
Da wurde jetzt also der Wagenknecht eine Torte ins Gesicht geworfen. Natürlich von Linken.

Wieso sollen das "Linke" gewesen sein? Nur weil sie selbst das von sich behaupten.

Ansonsten ist der ganze Text ein heilloses Gestammel ohne Sinn und Verstand. Ironie ist was anderes.

Lupo
30.05.2016, 07:57
Da wurde jetzt also der Wagenknecht eine Torte ins Gesicht geworfen. Natürlich von Linken. Die sind immer Schuld, an allem.

Die nationalökonomisch-reaktionäree Volkspostille "faz" bezieht das selbstverständlich auf die sogenannte "Flüchtlingspolitik". Das muss man verstehen.

Ja, das muss und vor allem das kann man verstehen, denn es gab zu dem Tortenwurf Flyer, die genau das erklärt haben.
Es ist also keine Interpretation eines Faz-Redakteurs, wie man bei deinem Text denken könnte.

basti_79
30.05.2016, 08:32
Stimmt, die Torte ist wegen der von Sarah Wagenknecht praktizierten "Flüchtlingspolitik" geflogen. Der faz-Fuzzi geht darüber hinaus und zieht ungefähr alle anderen Elemente der Politik der Partei ins Lächerliche. Ausserdem scheint er eher Gregor Gysi zugehört zu haben als den Reden auf dem Parteitag. Und das ist auch klar politisch motiviert. Nichts gefällt Strukturkonservativen besser als eine zerstrittene Opposition.

Und doch, das Stilmittel im ersten Beitrag hier nennt man "Ironie". Nicht mein Problem, wenn jemandem das Lachen im Hals steckenbleibt.

Lupo
30.05.2016, 08:47
Nichts gefällt Strukturkonservativen besser als eine zerstrittene Opposition..

Damit hast du mich jetzt als strukturkonservativ geoutet.
Wenn die Afd sich intern böse streitet, freue ich mich immer.


Und doch, das Stilmittel im ersten Beitrag hier nennt man "Ironie".

Darum ging es mir gar nicht.


Nicht mein Problem, wenn jemandem das Lachen im Hals steckenbleibt.

Wer schon mal die Nase in die Faz gesteckt hat, wird wohl kaum Erheiterung erwarten, wenn er nicht selbst ziemlich konservativ ist.

Leon300
01.06.2016, 07:45
Ach was, da hat irgendwer einen Tortenangriff gemacht und alle (beteiligten) Personen und Gruppen sollen irgendwie wichtig sein? Dabei sind die alle in Wirklichkeit irrelevant?! :rolleyes: :-)

perfidulo
01.06.2016, 08:39
Stimmt, die Torte ist wegen der von Sarah Wagenknecht praktizierten "Flüchtlingspolitik" geflogen.
Ich wüßte nicht, wo Frau Wagenknecht irgendenwelche "Flüchtlingspolitik" praktiziert.
Sie ist in keiner Regierung und hat allenfalls eine Meinung zur "Flüchtlingspolitik", so wie wir alle.
Wie krank im Hirn muss man sein, zu glauben, dass die Meinung einer orthodox-marxistischen Parteifunktionären irgend einen Einfluss auf die Politik hätte?

basti_79
01.06.2016, 10:59
Sie schlägt eine bestimmte Flüchtlingspolitik vor. Da die Tortenwerfer wenigstens das ernst genommen haben, muss vorher Kommunikation stattgefunden haben.

Politik besteht nicht nur aus Machtausübung, sondern auch daraus, vorher darüber zu verhandeln, wer Macht ausüben sollte. In diesem Sinne (Wählerstimmen, strategische Position der Partei etc.) kann man das lesen.

perfidulo
01.06.2016, 11:25
Sie schlägt eine bestimmte Flüchtlingspolitik vor.
Ja und?
Und ist dieser Vorschlag so falsch?
Welche Vorschläge haben denn die Tortenwerfer?

basti_79
01.06.2016, 13:43
Ja und?
Und ist dieser Vorschlag so falsch?Ziemlich. Man trachtet danach, die bisherige Einzelfallentscheidung zu ersetzen durch eine Nasenzählung. Wie bei der Viehzucht eben. Das ärgert anscheinend den einen oder anderen.

Ich gebe gerne zu, dass es derzeit in Deutschland schwer ist, wirksame Grenzkontrollen durchzuführen. Vor allem, wenn diejenigen, die das Vorschlagen, der gesamten Bevölkerung seit 60 Jahren erzählen "wem's nicht passt, der kann ja auswandern". Oder "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen". Oder "In Indien gibt es zehntausende Leute, die Deinen Job machen, und die nehmen weniger Geld und sind auch noch dafür Dankbar". Solches Zeug eben.

Der Staat kann Menschen, die die Grenze überschreiten wollen, kontrollieren. Bei Flüchtlingen ist das Verfahren bislang, dass sie einreisen dürfen und dass dann im folgenden über ihren Asylantrag entschieden wird. Warum das nicht immer 3 Tage dauert, sondern eher 6 Monate oder mehr, ist wohl ein Dienstgeheimnis der Behörden. Und hat sicherlich auch nichts mit deren Bräsigkeit und Menschenverachtung zu tun. Oder mit sadistischen Impulsen.

Die Behörden können selbstverständlich dieses Verfahren ändern, was sie derzeit allerdings unterlassen. Warum eigentlich?

Wie man dann aber aus der Politik heraus "Quotenreglungen" fordern kann und sich nicht unverzüglich selber korrigieren und um Entschuldigung bei den Zuhörern bitten, ist mir nicht klar. So erzeugt man Politikverdruß.

Welche Vorschläge haben denn die Tortenwerfer?Keine Ahnung. Frag sie halt. Im übrigen liegt die Verantwortung dafür, mit der Situation fertigzuwerden, erst einmal bei den Behörden. "Rechtfertigenden Notstand", der dann möglicherweise systematische Menschenrechtsbrüche rechtfertigen könnte, sehe ich da nicht. Jemand, der da im Sinne von Politik einen Vorschlag macht, ist meiner Meinung nach anzuhören. Und ich denke nicht, dass die Tortenwerfer mit ihrer Aktion mehr zum Ausdruck bringen wollten als "Wagenknecht muss weg".

Wie siehst Du das?

perfidulo
01.06.2016, 16:04
Wie siehst Du das?

Es geht überhaupt nicht um eine "Quotenregelung" sondern darum, dass man zwischen politisch oder sonstwie verfolgten unterscheidet, die immer Asylrecht haben und solchen, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland wollen.

Ruppert Neudeck, der gerade verstorben ist, hatte völlig recht, als er sagte, dass man Ausbildungszentren in Afrika einrichten sollte, damit die Leute eine Perspektive haben.
Der jetzige Weg ist irrational und teuer. Er kostet Menschenleben, weil sie versuchen über das Meer zu kommen und ertrinken.

Man muss dort ansetzen, wo die Probleme sind.

Aber das darf man nicht sagen. Alle Flüchtlinge sollen gleich willkommen sein und nahtlos integriert werden. Keiner fragt, welche nur einen sicheren Hafen brauchen um dann wieder eine Existenz im eigenen Land aufzubauen. Nicht integrationswillig, also raus!

Lupo
01.06.2016, 16:15
Man muss dort ansetzen, wo die Probleme sind.


Und siehst du erwähnenswerte Problemlösungen in Afrika, dass die Menschen dort bleiben könnten?

perfidulo
01.06.2016, 21:13
Und siehst du erwähnenswerte Problemlösungen in Afrika, dass die Menschen dort bleiben könnten?
Leider nicht bei der Bundesregierung. Die sogenannte Entwicklungszusammenarbeit (BMZ, GIZ, AHK) will nur deutsche Firmen an die Tröge bringen, nicht wirklich helfen.
Vom Ansatz her besser sind die unzähligen NGOs, die mit bescheidenen Mitteln oft tolle Projekte machen.
Leider sind sich sich mit ihrer "Small is Beautifull"-Ideologie oft selbst im Weg. Viele hänger der Subsistenz-Wirtschaft und und Gewinne machen ist schon fast ein Werk des Teufels.

Aber es gibt hoffnungsfrohe Beispiele. Ein Bekannter von mir baut Biogasanlagen in Kenia. Seit es dort Strom gibt, blühen Handel und Handwerk. Die Leute haben sich ein Schweissgerät beschafft und reparieren Fahrräder und anders aus Metall. Auf dem Markt gibt es Licht und Kühlung.

Aber man hat den Eindruck, manche Hilfsorganisationen möchten eine solche Entwicklung nicht. Da sollen die Bäuerlein mit der Hacke aufs Feld, wie seit Urzeiten.

basti_79
02.06.2016, 10:12
Da scheint dann wohl mal wieder der "hohe Wert der Arbeit" durch. Klartext:


Pläne, irgendwelche Leute "in Arbeit zu stellen", damit sie keinen Grund haben, hierher zu kommen, sind ohnehin perfide.
Das Asylrecht wird unabhängig von Arbeitsfähigkeit oder -wille gewährt.
Dass "wir" die Bewohner bestimmter Regionen früher ausgebeutet haben, heißt nicht, dass "wir" damit fortfahren können, wenn diese Leute hierher kommen.
Dass es keinen "sozialen" Gedanken mehr gibt im Staat, ist offensichtlich. Das heißt nicht, dass man Verbrechen begehen darf oder das fordern.

Lupo
02.06.2016, 14:13
Da scheint dann wohl mal wieder der "hohe Wert der Arbeit" durch. Klartext:
Pläne, irgendwelche Leute "in Arbeit zu stellen", damit sie keinen Grund haben, hierher zu kommen, sind ohnehin perfide.

Auch wenn es dich ankotzt, solltest du akzeptieren, dass die meisten Menschen lieber selbst für ihr Geld arbeiten als von anderen abhängig zu sein. (Da solltest du hiesige Hartz IV Überlegungen nicht mit einbringen)
Dass die meisten Flüchtlinge (auch Wirtschaftsflüchtlinge) viel lieber in ihren Ländern bleiben würden, wenn sie dort ein wirtschaftliches Auskommen und Frieden hätten.

basti_79
02.06.2016, 16:08
Auch wenn es dich ankotzt, solltest du akzeptieren, dass die meisten Menschen lieber selbst für ihr Geld arbeiten als von anderen abhängig zu sein. (Da solltest du hiesige Hartz IV Überlegungen nicht mit einbringen)Warum denn nicht?

Ich bezweifele nicht einmal, dass es sich so verhält. Allerdings unterstellt man da ja, dass es "Arbeit gibt", oder, dass man das irgendwie im Ausland möglich machen würde. Das klappt noch nicht einmal hier. Wo kommt der Gedanke her, dass es möglich wäre, meinetwegen in Syrien oder in Marokko "Arbeitsplätze zu schaffen"?

Und "Unabhängigkeit" würde ich das Resultat von Arbeit nun gerade auch nicht nennen.

Dass die meisten Flüchtlinge (auch Wirtschaftsflüchtlinge) viel lieber in ihren Ländern bleiben würden, wenn sie dort ein wirtschaftliches Auskommen und Frieden hätten.Das mag wohl sein. Da schwingt dann aber mit, dass das an sich ein erstrebenswertes Ziel wäre. Das sehe ich aber nicht so.

"Wirtschaftsflüchtlinge" halte ich übrigens für einen hochproblematischen Kampfbegriff. Warum sind denn in Ländern wie Syrien oder Marokko die Leute so arm?

Lupo
02.06.2016, 16:46
Warum denn nicht?
Weil das zwei völlig verschiedene Diskussionen unter ganz anderen Vorzeichen sind.


Allerdings unterstellt man da ja, dass es "Arbeit gibt", oder, dass man das irgendwie im Ausland möglich machen würde.

Ja, das ist damit unterstellt.
Du bezweifelst, dass es genug Arbeit gibt?


Das klappt noch nicht einmal hier.

Ja, das stimmt.
Aber nicht, weil es keine Arbeit gibt.


Wo kommt der Gedanke her, dass es möglich wäre, meinetwegen in Syrien oder in Marokko "Arbeitsplätze zu schaffen"?
Also bitte! Bleib doch mal mit einem kleinen Rest an Realismus in dieser Diskussion.
Du bezweifelst ernsthaft, dass es in Syrien, einem ziemlich zerstörten Land, Arbeit gibt?


Und "Unabhängigkeit" würde ich das Resultat von Arbeit nun gerade auch nicht nennen.
Wie man an unseren Hartzern sieht, ist Arbeit zu haben, alleine noch kein Indiz von Unabhängigkeit.
Aber vor der Unabhängigkeit finden es viele Menschen schon ziemlich geil, wenn sie sich ausreichen Essen und Kleidung für die Kinder kaufen können.

Das mag wohl sein. Da schwingt dann aber mit, dass das an sich ein erstrebenswertes Ziel wäre. Das sehe ich aber nicht so.
Würdest du mir zustimmen, dass deine Meinung hier unwichtig ist, die von denen, den geholfen werden soll wichtig?

"Wirtschaftsflüchtlinge" halte ich übrigens für einen hochproblematischen Kampfbegriff.
Sehe ich genau so.
In der Regel nur ein schauderhafter Euphemismus.
Als wären das Leute, denen es in der Heimat gut ging, die hierher kommen, damit es ihnen NOCH besser geht.
Als wäre verhungern keine Todesursache....

Leon300
02.06.2016, 16:49
Im Grunde genommen soll es nur darum gehen, dass man die europäische Union stärken kann, durch die Flüchtlingskeule zum europäischen Bundestaat weiterentwickeln kann.

Abschottungsfreunde (der europäische Außengrenzen) und Refugees-Welcome-Leute usw., sind da ein und dasselbe, eben willige Diener dieses Planes.

perfidulo
02.06.2016, 19:13
Da scheint dann wohl mal wieder der "hohe Wert der Arbeit" durch. Klartext:


Pläne, irgendwelche Leute "in Arbeit zu stellen", damit sie keinen Grund haben, hierher zu kommen, sind ohnehin perfide.


Perfide nenne ich es, wenn man Leuten das Land wegnimmt und keine Möglichkeiten bietet durch ehrliche Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. In dieser Situation kratzen sie ihre letztes Geld zusammen, d.h. pumpen Verwandte an, um nach Europa zu kommen, wo sie arbeiten wollen um das Geld zurückzuzahlen.
Das meiste Geld fliesst in die Taschen der Schlepper, die teilweise skrupellos die Leute ersaufen lassen.
Auf der anderen Seite werden Kriegsschiffe (auch nicht billig) eingesetzt, dies zu verhindern und andere Schiffe um die Leute aus dem Wasser zu ziehen.

Ein völlig irrationales System und wer das gut heisst, der hat einen in der Waffel. Eine total aberwitzige Allokation von Ressourcen.

basti_79
03.06.2016, 09:55
Weil das zwei völlig verschiedene Diskussionen unter ganz anderen Vorzeichen sind.Naja, der Vorschlag, über "Wirtschaftsflüchtlinge" zu diskutieren, nimmt das wenigstens vorweg. Der Zusammenhang ergibt sich meiner Meinung nach daraus:


Für den Fall, dass jemand nicht von Arbeit leben kann, existiert häufig ein sogenanntes Sozialsystem, das durch Steuern unterhalten wird
Ebenso aus Steuern bezahlt werden Grenzanlagen etc.
Auch ist nicht zu bestreiten, dass viele Menschen tatsächlich in der Hoffnung, Arbeit zu finden, ihre Heimat verlassen bzw. eine andere suchen. Das gilt aber nicht für alle. Syrer z.B. fliehen derzeit, weil da eben Krieg ist.

Arbeit und Migration in einer Diskussion voneinander zu trennen, scheint mir derzeit geradezu unmöglich, wie man hier auch deutlich erkennen kann.


Ja, das ist damit unterstellt.
Du bezweifelst, dass es genug Arbeit gibt?Schon. Stichwort Produktivität bzw. Automatisierung.

Also bitte! Bleib doch mal mit einem kleinen Rest an Realismus in dieser Diskussion.Danke für den außerordentlich höflichen Hinweis.

Du bezweifelst ernsthaft, dass es in Syrien, einem ziemlich zerstörten Land, Arbeit gibt?De Facto scheint das eben nicht der Fall zu sein. Ein Wiederaufbau (mit dazugehörigem "Wirtschaftswunder") scheint noch in der Ferne zu liegen. Ich denke, wenn man derzeit in Syrien lebt, hat man auch dringendere Probleme. z.B. Wasser beschaffen. Oder irgendwelchen Milizen und Bürgerwehren ausweichen. Das kann man "Arbeit" nennen, wenn man mag.

Ausserdem ist es ziemlich zynisch, Syrern zu unterstellen, sie würden nach Deutschland kommen, weil sie Arbeit suchen würden. Die wollen erst einmal nicht sterben, denke ich.

Wie man an unseren Hartzern sieht, ist Arbeit zu haben, alleine noch kein Indiz von Unabhängigkeit.Wie meinst Du das? Hartzer haben doch gar keine Arbeit.

Aber vor der Unabhängigkeit finden es viele Menschen schon ziemlich geil, wenn sie sich ausreichen Essen und Kleidung für die Kinder kaufen können.Klar. Das würde ich jetzt auch noch nicht "Unabhängigkeit" nennen, sondern "Notwendigkeit". Wofür wäre das jetzt ein Argument?

Die Türkei aufzuhetzen, auf Flüchtlinge zu schießen, damit hier nicht so viele davon ankommen? SGB-II-Leistungen unter das Existenzminimum zu kürzen?

(Ob man - auf welchem Wege auch immer - erreichen sollte, dass Migranten gar nicht erst migrieren)
Würdest du mir zustimmen, dass deine Meinung hier unwichtig ist, die von denen, den geholfen werden soll wichtig?Klar. Was sagt denn der durchschnittliche Migrant so diesbezüglich? "Lieber wäre ich daheimgeblieben" sicherlich auch. Aber auch etwas wie "ich konnte nicht anders als Auswandern". Und in dem Zusammenhang schwingt dann eben gelegentlich mit, dass man am liebsten ("freiwillig & glücklich") überhaupt nicht migrieren sollte.

Lustig daran finde ich, dass die Leute, die so etwas erzählen, meistens auch die sind, die einem selber im Argumentationsnotstand häufig nahelegen, auszuwandern.

Ein völlig irrationales System und wer das gut heisst, der hat einen in der Waffel. Eine total aberwitzige Allokation von Ressourcen.Wär's nur das. Es ist ja auch so, dass es Migration schon seit Anbeginn der Zeiten gibt. Wie es sein kann, dass die besten Regierungen der Welt (tm) da noch keine vernünftigen Lösungen gefunden haben, sollten wir hier mal diskutieren.

perfidulo
03.06.2016, 21:42
Wär's nur das. Es ist ja auch so, dass es Migration schon seit Anbeginn der Zeiten gibt. Wie es sein kann, dass die besten Regierungen der Welt (tm) da noch keine vernünftigen Lösungen gefunden haben, sollten wir hier mal diskutieren.
Eine der vermutlich schlechtesten Regierungen der Welt (DDR) hat eine Lösung gegen die Migration gefunden. Findet neuerdings wieder Anklang.