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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : SZ führt fadenscheinige Pseudodebatte


basti_79
25.01.2016, 16:31
Ein Aussenposten der Pressefreiheit, die "Süddeutsche Zeitung", die für bajuwarische Verhältnisse "als links gilt" (muss wohl etwas bedeuten wie dass es im Verlag keine Pflicht zur Volksverhetzung gibt und dass auch Frauen dort arbeiten dürfen), krakeelt eine Pseudodebatte, um ihr "Profil zu schärfen". Wahrscheinlich bildet man sich ein, dass so irgendjemand diese Zeitung kaufen würde. Bloß nicht!

Auf jeden Fall erkennt man daran, dass jetzt auch eher solide Tageszeitungen um ihre Leser kämpfen müssen. Das hat's seit Kriegsende nicht mehr gegeben.

http://www.sueddeutsche.de/leben/essay-empoert-euch-1.2827062

Lupo
25.01.2016, 16:44
Ich bin absolut ratlos, wie ich den Text deines posts mit dem verlinkten Artikel in Verbindung bringen soll oder kann.
Falschen Text verlinkt aus Versehen?
Falls nein, würde ich dich bitten, deine Kritik zu präzisieren, da ich sie nicht verstehe.

Ich finde die Aussage des Textes nachvollziehbar und richtig.

basti_79
25.01.2016, 17:26
Ich finde die Aussage des Textes nachvollziehbar und richtig.Ich ja auch. Die "SZ" wird seit 1945 herausgegeben. Nachdem man (ich glaube, 2008) den Profit über den Inhalt gestellt hatte, ist nicht mehr zu vermuten, dass man über diese Zeitung jemals etwas wird verbreiten können, was nicht der garstigen Hure Geld dient. Damit kann man sicher ausschließen, dass sich hinter diesem Artikel etwas anderes verbirgt als ein affiges Schauspiel, das zum Ziel hat, den Umsatz des Verlags zu erhöhen.

Wer denken kann, hat die Nachricht schon von woanders erfahren. Wer das nicht kann, will sie vermutlich gar nicht erfahren. Und wer die SZ kauft, kann entweder nicht denken, oder hat einen Hass auf Computer, oder er besteht darauf, Nachrichten nur mit Verzögerung und gefiltert durch eine kapitalistisch orientierte "Redaktion" zu erhalten. Und damit wird er dann im Laufe der Zeit ge-"gaslightet" werden, um im richtigen Augenblick wieder irgendeine neoliberale Partei zu wählen. Und dann geht einfach alles weiter wie bisher.

Lupo
25.01.2016, 18:51
Ah, verstehe.
Einerseits kann ich nachvollziehen, was du meinst, andererseits:


Die "SZ" wird seit 1945 herausgegeben. Nachdem man (ich glaube, 2008) den Profit über den Inhalt gestellt hatte, ist nicht mehr zu vermuten, dass man über diese Zeitung jemals etwas wird verbreiten können, was nicht der garstigen Hure Geld dient.

Der Inhalt des Artikels dient schon mal nicht besagter Hure.


Damit kann man sicher ausschließen, dass sich hinter diesem Artikel etwas anderes verbirgt als ein affiges Schauspiel, das zum Ziel hat, den Umsatz des Verlags zu erhöhen.

Ich wage zu bezweifeln, dass auch nur eine SZ allein wegen dieses Artikels gekauft wurde.

Wer denken kann, hat die Nachricht schon von woanders erfahren.
Ich glaube nicht, dass das etwas mit "denken können" zu tun hat.



Wer das nicht kann, will sie vermutlich gar nicht erfahren.


Und genau dieser Klientel sollte man solche Artikel wieder und wieder rein drücken.
Ich finde dieser (bzw. ähnlich kapitalismuskritische) Artikel sind in Kapitalismus nahen Blättern besser aufgehoben als in Medien, die sowieso schon eine kapitalismuskritische Leserschaft haben.
Dort ist das nur "preaching to the convicted"

basti_79
25.01.2016, 20:16
Der Inhalt des Artikels dient schon mal nicht besagter Hure.Doch.


Die SZ kann ihre Leserschaft konsolidieren. Kapitalisten werden die Zeitung jetzt nicht mehr kaufen. Es kann ein Berufsverbot über den Autor ausgesprochen werden.
Denkende Menschen denken sich etwas wie "oh, die SZ ist ja total linksradikal, sowas muss man unterstützen".
Die SZ verdient weniger Geld, womit ein wichtiges Ziel des Kapitalismus erfüllt wäre.

Ich wage zu bezweifeln, dass auch nur eine SZ allein wegen dieses Artikels gekauft wurde.Hatte ich auch nicht behauptet.

Ich glaube nicht, dass das etwas mit "denken können" zu tun hat.Doch. Wer denken kann, kann jetzt auch ahnen, dass dieser Artikel für viele Jahre der letzte formal kritische in der SZ bleiben muss. Mit jedem solchen Artikel gehen vielleicht 2% der Leserschaft zum FOCUS oder zur FAZ. Wenn das auch nur einer mehr wird, ist die SZ pleite. Es sei denn, einige ehemalige taz- oder ND-Leser lesen jetzt die SZ. Damit gilt sie dann als "linksgrün versifft" und wird von den "Leitmedien" demnächst vernichtet. Damit der Kapitalismus doch noch seinen Endsieg feiern kann.

Ich finde dieser (bzw. ähnlich kapitalismuskritische) Artikel sind in Kapitalismus nahen Blättern besser aufgehoben als in Medien, die sowieso schon eine kapitalismuskritische Leserschaft haben.
Dort ist das nur "preaching to the convicted"Du hälst die Leserschaft der SZ für "kapitalismuskritisch"?

Lupo
25.01.2016, 20:28
Ich finde dieser (bzw. ähnlich kapitalismuskritische) Artikel sind in Kapitalismus nahen Blättern besser aufgehoben als in Medien, die sowieso schon eine kapitalismuskritische Leserschaft haben.
Dort ist das nur "preaching to the convicted"
Du hälst die Leserschaft der SZ für "kapitalismuskritisch"?

Nein, da hast du mich missverstanden, dann ergäbe meine Aussage doch überhaupt keinen Sinn.

Zum Rest später

Lupo
25.01.2016, 21:11
Doch.

Nein, du musst genauer lesen.
Du sprichst von er Platzierung des Artikels in der SZ, ich von dessen Inhalt.


Die SZ kann ihre Leserschaft konsolidieren. Kapitalisten werden die Zeitung jetzt nicht mehr kaufen. Es kann ein Berufsverbot über den Autor ausgesprochen werden.
Denkende Menschen denken sich etwas wie "oh, die SZ ist ja total linksradikal, sowas muss man unterstützen".


Die SZ verdient weniger Geld, womit ein wichtiges Ziel des Kapitalismus erfüllt wäre.


Hmm, mein Gurndstudium Wirtschaftswissenschaften ist schon eine ganze Weile her, aber damals war "Gewinnmaximierung" das Ziel und nicht "Gewinndezimierung"

Hast du da mal einen link zu diesen neuen Bestrebungen des Kapitalismus?

Doch. Wer denken kann, kann jetzt auch ahnen, dass dieser Artikel für viele Jahre der letzte formal kritische in der SZ bleiben muss.

Mir scheint, aber da habe ich dich vielleicht falsch verstanden, du widersprichst dir da.
Wenn der Artikel dafür sorgt, dass die SZ weniger Geld verdient, und das das Ziel des Kapitalismus ist, müsste sie doch massenhaft solche Artikel bringen.

Mit jedem solchen Artikel gehen vielleicht 2% der Leserschaft zum FOCUS oder zur FAZ. Wenn das auch nur einer mehr wird, ist die SZ pleite. Es sei denn, einige ehemalige taz- oder ND-Leser lesen jetzt die SZ. Damit gilt sie dann als "linksgrün versifft" und wird von den "Leitmedien" demnächst vernichtet. Damit der Kapitalismus doch noch seinen Endsieg feiern kann.


Hast du mal ein Beispiel für eine linksgrün versiffte Zeitung, die von den Leitmedien vernichtet wurde, oder wird das ein Präzedenzfall, den nur du vorher sehen konntest?

basti_79
25.01.2016, 21:25
Hmm, mein Gurndstudium Wirtschaftswissenschaften ist schon eine ganze Weile her, aber damals war "Gewinnmaximierung" das Ziel und nicht "Gewinndezimierung"Wenn jetzt jemand diesen Artikel liest, und etwas denkt wie, dass der Kapitalismus mancherorts schaden könnte oder irgendwelche Nachteile bringt, dann sinkt möglicherweise seine Bereitschaft, weiter im Hamsterrad mitzulaufen. Das heißt, der Artikel ist schädlich für den Kapitalismus. Die SZ wird von Ketzern betrieben und wird von Kapitalisten ab sofort ignoriert, statt dass sie irgendwelche Toleranz heucheln. Damit ist jede Wirksamkeit dieses Manövers gegessen, der Gewinn der SZ vermindert, der des Gesamtsystems jedoch erhöht, da die Leute, die jetzt nicht mehr die SZ lesen, stattdessen halt die Arbeitskraft irgendwelcher anderen Leute ausbeuten können.

Wenn der Artikel dafür sorgt, dass die SZ weniger Geld verdient, und das das Ziel des Kapitalismus ist, müsste sie doch massenhaft solche Artikel bringen.Nur, wenn Du unterstellst, dass die SZ kohärent kapitalistisch denkt. Wahrscheinlich ist es eher so, dass der "Täter" jetzt rausgeworfen wird oder rausgemobbt, weil seine Kollegen erkennen, dass er der Zeitung geschadet hat. Damit ist wieder ein Ziel des Kapitalismus erfüllt.

Hast du mal ein Beispiel für eine linksgrün versiffte Zeitung, die von den Leitmedien vernichtet wurde, oder wird das ein Präzedenzfall, den nur du vorher sehen konntest?Schwer zu sagen. Also ein Beispiel habe ich nicht. Alle Zeitungen, in denen nicht ausschließlich Loblieder auf den Kapitalismus zu lesen sind, haben eine sehr begrenzte Leserschaft und eine entsprechend geringe potentielle Wirkung. Die SZ fällt da etwas aus dem Rahmen. Also entweder will man sich da zu einer unbedeutenden Spartenzeitung entwickeln, oder man versucht, zu einer bayrischen Variante von Oppositionspolitik aufzustacheln. Das kann eigentlich auch nichts werden.

Eigentlich tun die mir nur leid.

Lupo
25.01.2016, 22:09
Wenn jetzt jemand diesen Artikel liest, und etwas denkt wie, dass der Kapitalismus mancherorts schaden könnte oder irgendwelche Nachteile bringt, dann sinkt möglicherweise seine Bereitschaft, weiter im Hamsterrad mitzulaufen. Das heißt, der Artikel ist schädlich für den Kapitalismus.

Das wäre schön.


Die SZ wird von Ketzern betrieben und wird von Kapitalisten ab sofort ignoriert, statt dass sie irgendwelche Toleranz heucheln.

Das wäre vorstellbar (allerdings auch nur wenn das der erste kapitalismuskritische Artikel war)


Damit ist jede Wirksamkeit dieses Manövers gegessen, der Gewinn der SZ vermindert,

Was ist mit den Lesern aus dem ersten Zitat, die die nicht mehr bereit sind im Hamsterrad mit zu laufen?
Müsste man nicht die einen den anderen gegenüberstellen und schauen welche Gruppe größer ist?



der des Gesamtsystems jedoch erhöht, da die Leute, die jetzt nicht mehr die SZ lesen, stattdessen halt die Arbeitskraft irgendwelcher anderen Leute ausbeuten können.
Die Leute, die die SZ lesen, mögen zwar, so sie Arbeitgeber sind irgendwelche Arbeiter ausbeuten, aber was hat das mit dem Schreiber des Artikel zu tun?
Ich kann nicht nachvollziehen, warum mehr Menschen ausgebeutet werden, wenn irgendwer sein SZ Abo kündigt.





Nur, wenn Du unterstellst, dass die SZ kohärent kapitalistisch denkt. Wahrscheinlich ist es eher so, dass der "Täter" jetzt rausgeworfen wird oder rausgemobbt, weil seine Kollegen erkennen, dass er der Zeitung geschadet hat. Damit ist wieder ein Ziel des Kapitalismus erfüllt.

Ist das denn überhaupt ein Fester?
Kann man ja mal verfolgen, ob noch Artikel von dem in der Zukunft in der SZ zu finden sind.

basti_79
25.01.2016, 22:15
Was ist mit den Lesern aus dem ersten Zitat, die die nicht mehr bereit sind im Hamsterrad mit zu laufen?
Müsste man nicht die einen den anderen gegenüberstellen und schauen welche Gruppe größer ist?Nein, was sollte das bringen? Die erste Gruppe überwiegt die zweite etwa um den Faktor 10. Wenn es danach ginge, wäre der Gewalt- und Willkürstaat schon etwa 1960 abgelehnt worden.

Die Leute, die die SZ lesen, mögen zwar, so sie Arbeitgeber sind irgendwelche Arbeiter ausbeuten, aber was hat das mit dem Schreiber des Artikel zu tun?"Arbeitgeber" müssen jetzt nicht mehr die SZ lesen, um "soziales Gewissen" zu heucheln (die SZ hat sich ja gegen den Kapitalismus gewendet, der dessen vorzüglichste Verwirklichung darstellt), und damit hat sie ihre Wirksamkeit dort eingebüßt.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum mehr Menschen ausgebeutet werden, wenn irgendwer sein SZ Abo kündigt.Erstens verdient die SZ weniger Geld und kann jetzt mehr Leute rauswerfen (den Autoren wahrscheinlich als ersten), zweitens gewinnt der Ausbeuter durch den Mangel an SZ-Lektüre Zeit für Ausbeutung.

Ist das denn überhaupt ein Fester?
Kann man ja mal verfolgen, ob noch Artikel von dem in der Zukunft in der SZ zu finden sind.Stimmt. Das kann man. Und, ob man da noch Kapitalismuskritik lesen kann, oder so etwas. Man kann ihn ja auch schlicht dahin mobben, nur noch über Fußball zu schreiben. So erfüllt man auch das Bedürfnis, gegen Lebensfreude zu arbeiten. Freud hat das wohl "Thanatos" genannt.

Lupo
25.01.2016, 22:38
zweitens gewinnt der Ausbeuter durch den Mangel an SZ-Lektüre Zeit für Ausbeutung.


Kannst du bitte wenigstens einen kleinen Rest an Ernsthaftigkeit an den Tag legen?

basti_79
26.01.2016, 00:20
Kannst du bitte wenigstens einen kleinen Rest an Ernsthaftigkeit an den Tag legen?Hey, die Leistung der Vordenker muss doch gewürdigt werden. Mal im Ernst, bei einer derart hochspezialisierten Gesellschaft wird einem ja bald schwindlig. Es stellt sich die Frage: Ethik oder Überleben?

Ich würde gerne ohne ironische Distanz schreiben, was ich meine. Leider ist das schwierig, wenn man nicht jeden Leser auf die Palme bringen möchte.

Lupo
26.01.2016, 17:08
Dann lass uns doch mal ohne ironische Distanz versuchen zusammen zu fassen, was deine Kritik eigentlich ist.

Eine kapitalistische Zeitung bringt einen kapitalismuskritischen Text, das ist a) geheuchelt und b) verstärkt es den Kapitalismus noch.

Ist das so ungefähr die Zusammenfassung deiner Kritik?

basti_79
26.01.2016, 18:23
In diesem besonderen Fall schon. Würde dahinter - wie verschiedentlich behauptet - eine Überzeugung stehen und nicht politischer Opportunismus, müsste die SZ ja schon etwa 1960 damit angefangen haben, den Kapitalismus zu kritisieren. Ausserdem, hätte "Kapitalismuskritik" tatsächlich Saison, müsste die SZ das ja registrieren und mehr solcher Artikel bringen. Wahrscheinlich will sie aber eben nur eine Debatte darüber führen, ob man den Kapitalismus überhaupt krisieren darf. Da jetzt die Leserzahlen sinken werden (Bonzen werden z.B. ihre Abos gekündigt haben, ebenso wie Altparteienwähler und "politisch unbedarfte"), wird man Redaktionsintern zum Schluß kommen: nein, man darf nicht, zurück zum Neoliberalismus.

Lupo
27.01.2016, 12:38
In diesem besonderen Fall schon. Würde dahinter - wie verschiedentlich behauptet - eine Überzeugung stehen und nicht politischer Opportunismus, müsste die SZ ja schon etwa 1960 damit angefangen haben, den Kapitalismus zu kritisieren.

Dir ist schon klar, dass es seitdem diverse Personalwechsel gegeben hat?
Und dass sich die Ausrichtung eines Blattes durchaus ändern kann?

Ausserdem, hätte "Kapitalismuskritik" tatsächlich Saison, müsste die SZ das ja registrieren und mehr solcher Artikel bringen.
Wieso "müsste" sie denn diese Mode mit machen?

Wahrscheinlich will sie aber eben nur eine Debatte darüber führen, ob man den Kapitalismus überhaupt krisieren darf.
Ich sehe diesbezüglich keine Anhaltspunkte in dem Text.

Da jetzt die Leserzahlen sinken werden (Bonzen werden z.B. ihre Abos gekündigt haben, ebenso wie Altparteienwähler und "politisch unbedarfte"),
:D Ich fürchte, das ist ein klein wenig naiv.
Genannte Personengruppe wird wahrscheinlich eher ungerührt die Schultern zucken.
Auch wenn der Inhalt des Artikels erschreckend ist, die Haltung des Schreibers ist doch eher hilf- bis zahnlos.
"Empört euch" ist seine vage Forderung.
Wenn er die Abschaffung der Börsen oder zur Lynchjustiz gegenüber Bonzen aufgerufen hätte, dann könnte ich mir so eine, wie von dir beschriebene, Reaktion vorstellen.
Aber nicht bei "empört euch", das juckt doch keinen Bonzen.

wird man Redaktionsintern zum Schluß kommen: nein, man darf nicht, zurück zum Neoliberalismus.

Wir werden das mal verfolgen.

perfidulo
27.01.2016, 14:16
Da jetzt die Leserzahlen sinken werden (Bonzen werden z.B. ihre Abos gekündigt haben, ebenso wie Altparteienwähler und "politisch unbedarfte"), wird man Redaktionsintern zum Schluß kommen: nein, man darf nicht, zurück zum Neoliberalismus.
Wegen einem kapitalismuskritischen Artikel in 50 Jahren?

Da sind die von Dir gescholtenen Gruppen sehr toleranter. Die könnten das ab, solange nicht zum Klassenkampf aufgerufen wird.

Kratzen an der Tünche des Kapitalismus darf sogar die katholische Kirche in Bayern.

Und mehr als ein wenig Kratzen ist der Beitrag ja nicht. Das ist "quer" im Bayerischen Fernsehen jede Woche viel subversiver. Oder "Schleich-Fernsehen"

Aber das ist eben die Sicht der revolutionären Theoretiker. Man muß nur den richtigen Text (Aufruf) veröffentlichen und der Sturm bricht los. Das hatte vielleicht Rosa Luxemburg noch drauf, deshalb mußte sie auch sterben. Ein diffuses "Empört Euch" bringt die Massen nicht zum Handeln.

Lupo
27.01.2016, 14:53
Ein diffuses "Empört Euch" bringt die Massen nicht zum Handeln.


Und die Bonzen nicht zum Kündigen ihres Abos.
Sag ich ja.

basti_79
27.01.2016, 17:24
Dir ist schon klar, dass es seitdem diverse Personalwechsel gegeben hat?
Und dass sich die Ausrichtung eines Blattes durchaus ändern kann?Ja. Und meine Behauptung ist: die SZ wird sich auch in Zukunft streng auf den Neoliberalismus als ideologisches Leitmotiv ausrichten, und dennoch weiter (z.B. in dieser Form) versuchen, ein "kritisches" Image zu bewahren.

Wieso "müsste" sie denn diese Mode mit machen?Eben um dieses Image zu bewahren, das - wie Du hier anscheinend auch unter Beweis stellst - meines Erachtens nur eine historische Aussenperspektive ist.

Genannte Personengruppe wird wahrscheinlich eher ungerührt die Schultern zucken.Oder vielleicht aus ideologischen Gründen gar nicht die SZ lesen. Stimmt schon.

Auch wenn der Inhalt des Artikels erschreckend ist, die Haltung des Schreibers ist doch eher hilf- bis zahnlos.Ähm, was soll man denn machen so als Journalist?

"Empört euch" ist seine vage Forderung.Nicht nur seine.

http://www.amazon.de/Emp%C3%B6rt-Euch-St%C3%A9phane-Hessel/dp/3550088833

Wenn er die Abschaffung der Börsen oder zur Lynchjustiz gegenüber Bonzen aufgerufen hätte, dann könnte ich mir so eine, wie von dir beschriebene, Reaktion vorstellen.Hmm.

Aber nicht bei "empört euch", das juckt doch keinen Bonzen.Auch nicht die im Artikel beschriebene Studie des Oxfam-Instituts? Warum denn das nicht? Und wie könnte man überhaupt die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit denn auf solche Skandale lenken?

Wir werden das mal verfolgen.Eben.

Kratzen an der Tünche des Kapitalismus darf sogar die katholische Kirche in Bayern.Hm. Und warum nutzt das nicht?

Aber das ist eben die Sicht der revolutionären Theoretiker. Man muß nur den richtigen Text (Aufruf) veröffentlichen und der Sturm bricht los.Denkst Du?

Und die Bonzen nicht zum Kündigen ihres Abos.
Sag ich ja.Das bedeutet, Du gehst mit meiner Kritik konform? Der Artikel muss wirkungslos bleiben?