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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Papst betet in Lourdes


kubaba
14.08.2004, 21:59
und trinkt das Wasser der heiligen Quelle...

Mir wird dieser Papst mit seiner deutlichen Vorliebe für Marienheiligtümer immer unverständlicher.

Man muß sich das vorstellen: Ein hochgebildeter Theologe, der er sein muß, und der die Widersprüche der christlichen Überlieferungen seit dem Altertum gelesen und verstanden haben muß - sonst wäre er in dieser weltlich-politischen Hierarchie nicht so weit aufgestiegen - besucht zum wiederholten Male die archaischen Heiligtümer einer Muttergottheit, in Polen, Frankreich, Portugal.....

Denn, dass diese Orte mit ihren neuzeitlichen "Erscheinungen" der heiligen Mutter Gottes auf altüberlieferte Traditionen der Verehrung einer Göttin, meist bei einer Quelle, eine uralte bäuerliche Fruchtbarkeitstradition aufrechterhalten, daran läßt moderne Forschung keinen Zweifel. Es gibt punktuelle genaue Forschungen zu diesem Thema, z.B. der "schwarzen Madonnen". Gut untersucht ist auch die "Notre-Dame"-Thematik in Publikationen zu den "schwarzen Madonnen", auch die Untersuchungen zu Chartres gehören hierher.

Und einem solch hochgebildeten Mann, der in unseren Zeiten gewaltigen Einfluß auf die Weltpolitik hatte, - ich erinnere nur an die Unterstützung von "Solidarnosz" und später die Mitwirkung beim Fall des Ostblocks - sollte nicht bekannt sein, dass der Marienkult viel später, ab ca. 400 plus überhaupt Thema wurde, und erst im Hochmittelalter Bestandteil des Kanons???
Ich kanns nicht glauben.
kubaba.

da kami
22.08.2004, 17:23
hast auch "Sakrileg" gelesen, hn? :D

klingt aber nur wie schwache Polemik was du da schreibst, könntest du bitte präzisieren was so unglaublich/rätselhaft/störend daran ist? ?(

kubaba
22.08.2004, 20:33
Nein, habe ich noch nicht gelesen. Werde ich aber bald mal tun, wenn das Thema darin eine Rolle spielt. Was mich stört, oder grübeln läßt, ist das, was ich oben schon deutlich geschrieben habe.
Tut mir leid, wenn mein Grübeln als "schwache Polemik" aufgefaßt wird, weder schwach, noch Polemik war beabsichtigt.

Es interessiert mich wirklich, wie die Würdenträger der Kirchen (nicht nur der katholischen) damit umgehen, daß jedermann heutzutage solche Forschungsergebnisse, wie o. genannt, in jeder Stadtbibliothek nachlesen kann. (Vom Internet ganz zu schweigen).

Also, es geht mir um die Diskrepanz des Wissens mit dem Glaubensansatz, den sie zu verteten haben. Und ich will keinem dieser kirchlichen Vertretern ihre intellektuelle Redlichkeit absprechen, schon gar nicht gegen den Papst polemisieren.

Aber gerade deshalb bleiben Fragen über Fragen...zumindest die: wissen sie mehr als wir jemals wissen können?

Immer noch grübelnd,
kubaba.

Dragonhoard
26.08.2004, 11:22
Naja vom aktuellen Papst ist ja bekannt, dass er sehr stark der Marienverehrung anhängt. Die ist ja in Europa grundsätzlich sehr stark verbreitet, vielleicht sogar ein wenig mehr als die Christusverehrung.
Soweit ich weiß hat Johannes Paul II. sein Potifikat ja auch der Mutter Maria gewitmet, weil sie ihm irgendwann mal was gezeigt oder geholfen hat, irgend sowas.
Da ist es ja nur konsequent, wenn er die Stätten ihres "Wirkens" besucht.

da kami
31.08.2004, 09:34
genau. ausserdem isser Pole...bei dene is des halt so :o)

(und nebenbei ist die dame die Patrona Bavariae, deshalb hab ich da vollstes Verständnis :D )

schkl
05.09.2004, 12:36
in der kirche oder beim papst irgendeine logik zu finden dazu bedarf es viel phantasie.

im ersten moment fällt mir keine organisation ein die mehr menschenleben auf dem gewissen hat als die katholische kirche.

die anmahssung an sich als stellvertreter gottes in der öffentlichkeit aufzutreten zeigt wie überholt und verstaubt die kirche ist.

die tatsache an sich das der papst eine vorliebe für marienheiligtümer hat lässt es nur nebensächlich erscheinen was hinter dem ganzen heuchlerischen verein wirklich steckt.